Blick von der Panoramaschleife des Kulturweges bei Alsberg über das Kinzigtal.
+
Blick von der Panoramaschleife des Kulturweges bei Alsberg über das Kinzigtal.

Eröffnung im Juni und Juli

Zwei neue Kulturwege im Main-Kinzig-Kreis - Adelsfamilie von Hutten verbindet Strecken thematisch

Zwei neue „Europäische Kulturwege“ bereichern ab Mitte des Jahres das Kulturwegenetz des Archäologischen Spessart-Projekts (ASP): Alsberg und Hutten. Die lokalen Aktivitäten werden koordiniert vom ASP-Mitarbeiter und Mitglied im Vorstand des Spessartbundes, Dr. Gerrit Himmelsbach. 

Alsberg/Hutten - Wenn es die Corona-Kontaktbeschränkungen zulassen, soll der Kulturweg in Alsberg am Sonntag, 11. Juli, und der in Hutten am Sonntag, 20. Juni, feierlich eingeweiht werden. Die Vorbereitungen in beiden Dörfern, die Stadtteile von Bad Soden-Salmünster und Schlüchtern sind, laufen nach Mitteilung des 1913 gegründeten Vereins Spessartbund zwar getrennt, aber es bestehe eine historische Verbindung in Gestalt der Familie derer von Hutten. In Hutten lebten die Adeligen, und in Alsberg nutzten sie die Wallfahrtskirche zur Grablegung verstorbener Familienmitglieder.

Die Tafeln des Kulturweges in Alsberg gehen den Angaben zufolge schwerpunktmäßig auf nachstehende Themen ein: Leben im Dorf, Schule, Wald, Heilig-Kreuz-Kirche, Golfclub Spessart.

Wandern im Main-Kinzig-Kreis: Zwei neue „Europäische Kulturwege“ in Hutten und Alsberg

In Schlüchtern-Hutten steht das Adelsgeschlecht Hutten im Mittelpunkt, allen voran der große Freigeist, Schriftsteller und Renaissance-Humanist Ulrich von Hutten. Weitere Themen sind laut dem Verband mit Sitz in Aschaffenburg: Schule, Zementwerk und Braunkohlegrube, Bahnhof, Burg Brandenstein, Sport und Kultur am Heiligenkreuz, evangelische Kirche. In beiden Dörfern schmücken jeweils Panoramatafeln die Europäischen Kulturwege.

Seit dem Jahr 2000 werden vom Archäologischen Spessart-Projekt in Aschaffenburg in Unterfranken Europäische Kulturwege im Spessart konzipiert. Auf den heute existierenden Wegen erwartet die Wanderer „viel Unerwartetes und so nie Gesehenes“, unterstreicht Gerrit Himmelsbach vom ASP. (Lesen Sie hier: Diebstahl am Wochenmarkt in Hanau: Täter tappt in Polizei-Falle).

Auf den jeweiligen Tafeln würden die Geschichte und das reale Leben sowie die landschaftlichen und ökologischen Besonderheiten des betreffenden Gebietes dargestellt. Das Konzept der Europäischen Kulturwege entstand im EU-Projekt „European Cultural Paths (ECP)“ in den Jahren 1998 bis 2000.

Archäologisches Spessart-Projekt: Kulturwege als Werkzeuge heimatlicher Identität

Im Zusammenwirken mit vielen Ehrenamtlichen vor Ort und insbesondere mit den Ortsgruppen des Vereins Spessartbund wurden die Kulturwege in Unterfranken und im Main-Kinzig-Kreis fortentwickelt zu dem, was sie heute sind: „ein wegweisendes Werkzeug für die heimatliche Identität und gleichzeitig eine touristische Basisstruktur“, formuliert es Peter Völker im Namen des Spessartbundes. Heute gebe es insgesamt 116 Kulturwege.

Wer sich eingehender mit der Geschichte des Spessart als Kulturlandschaft und dem Projekt der Europäischen Kulturwege befassen will, kann sich zu diesem Zweck die 434-seitige Dissertation von Anika Magath besorgen, die der Geschichts- und Kunstverein Aschaffenburg im Jahr 2020 als Band 69 seiner Schriftenreihe veröffentlicht hat. Die internationale Buchnummer lautet 978-3-87965-134-4. (hgs)

Das könnte Sie auch interessieren