Noch immer pendeln viele Arbeiter tagtäglich vom Kinzigtal nach Frankfurt. Aber es sind viel weniger als noch vor sieben Jahren, berichtet die IHK in ihrer Pendlerstatistik.
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Noch immer pendeln viele Arbeiter tagtäglich vom Kinzigtal nach Frankfurt. Aber es sind viel weniger als noch vor sieben Jahren, berichtet die IHK in ihrer Pendlerstatistik.

Statistik der IHK

Der Weg zur Arbeit wird kürzer: Neue Arbeitsplätze im Main-Kinzig-Kreis sorgen für weniger Pendler

Innerhalb von nur sieben Jahren ist die Zahl der Arbeitsplätze im Main-Kinzig-Kreis um 18.400 gestiegen. Das hat auch Auswirkungen auf die Pendler-Ströme, denn für viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte wird der Weg zur Arbeit kürzer.

Main-Kinzig-Kreis - Nach der aktuellen Auswertung der Daten der Bundesagentur für Arbeit durch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern gab es im Jahr 2020 insgesamt 137.323 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Das sind – wohl hauptsächlich aufgrund der Corona-Pandemie – 1337 Arbeitsplätze weniger als 2019, aber 16,6 Prozent mehr als 2013. Damals waren es erst 118.923 (Stichtag: jeweils 30. Juni).

Doch wie viele der Beschäftigten arbeiten wo? Ein Blick auf die Daten der Bundesagentur für Arbeit gewährt einen Eindruck. Für viele Pendler aus dem Main-Kinzig-Kreis (MKK) ist Frankfurt weiterhin das wichtigste Ziel. Im vergangenen Jahr pendelten, ohne Berücksichtigung von Home-Office und Teilzeitbeschäftigung, tagtäglich 33.755 in die Mainmetropole. 2013 waren es 9,7 Prozent weniger.

Main-Kinzig-Kreis: Neu geschaffene Arbeitsplätze sorgen für weniger Pendler

Aber auch die MKK-Kommunen haben über die Jahre für viele Beschäftigte an Bedeutung gewonnen. IHK-Mitarbeiterin Selina Lukas: „Gerade in Kommunen im MKK, die von einer direkten Autobahnanbindung oder einer guten Schienenanbindung profitieren, entstehen zunehmend Arbeitsplätze.“ Auch die an vielen Stellen bereits ausgebaute Breitbandanbindung schaffe hier mehr Arbeitsplätze, ergänzt Elma Musanovic. (Lesen Sie hier: Polizei beendet Corona-Party im Main-Kinzig-Kreis - Gastgeber hatte im Januar mit Escort-Damen gefeiert).

Die Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass viele Pendler aus dem östlichen Main-Kinzig-Kreis seit 2013 nicht mehr so weit fahren müssen, sondern näher gelegene Arbeitsplätze gefunden haben. So ist zum Beispiel die Zahl der Auspendler aus Bad Soden-Salmünster nach Hanau um 13,9 Prozent oder aus Schlüchtern nach Frankfurt um 8,4 Prozent gesunken. Die Beschäftigten aus Schlüchtern zieht es eher weiter in den Osten nach Fulda (441, was einem Plus von einem Drittel entspricht). Auch nach Flieden im Landkreis Fulda (110) oder Neuhof (87) pendeln viele. Für die Auspendler aus der Brüder-Grimm-Stadt Steinau schafft es die Main-Metropole Frankfurt nicht mal mehr unter die „Top 5“ der größten Pendlerziele. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 lag Frankfurt noch auf Platz 3. Mittlerweile zieht es die Beschäftigten aus Steinau immer mehr ins benachbarte Schlüchtern (537, was gegenüber dem Jahr 2013 ein Plus von 15,5 Prozent bedeutet) oder in die Kurstadt an Salz und Kinzig, nach Bad Soden-Salmünster (394, +7,1 Prozent).

Pendlerstatistik der IHK: Main-Metropole Frankfurt nicht mehr unter den „Top 5“ der größten Pendlerziele

Den größten Zuwachs an Arbeitsplätzen hat kreisweit die Stadt Erlensee. In den vergangenen sieben Jahren entstanden dort 3296 neue Stellen (7544 insgesamt – ein Plus von 77,6 Prozent). Ebenfalls hohe Anstiege werden in Hanau (+ 1758 auf 46337), Maintal (+ 1536 auf 9343), Gelnhausen (+ 1512 auf 14558), Langenselbold (+ 1484 auf 5.742) und Schlüchtern (+ 883 auf 5976) verzeichnet.

Dieses Beschäftigungswachstum quer über die drei Altkreise Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern wirkt sich auf die Pendlerströme aus, teilt die IHK mit. So konnten im aktuellen Berechnungszeitraum die Städte Hanau (9270), Gelnhausen (5372) und Erlensee (1459) einen „Pendler-Überschuss“ verbuchen, also mehr Ein- als Auspendler. Sieben Jahre zuvor waren dies nur Hanau und Gelnhausen. In allen anderen Kommunen des Main-Kinzig-Kreises pendeln jeden Morgen mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus als ein.

Neue Arbeitsplätze tragen dazu bei, dass Beschäftigte einen Arbeitsplatz in der Nähe ihres Wohnorts suchen

Auch viele Beschäftigte im Altkreis Gelnhausen haben in den vergangenen sieben Jahren mehr Arbeitsplätze in ihrer Umgebung gefunden. Besonders gestiegen ist die Anziehungskraft der Kreisstadt mit ihren 14.558 Beschäftigten selbst.

„Die vielen neu geschaffenen Arbeitsplätze in der Region tragen dazu bei, dass sich Beschäftigte einen Arbeitsplatz in der Nähe ihres Wohnorts suchen können, Staus reduziert werden und zusätzlich die Umwelt entlastet wird“, berichtet Selina Lukas. Trotz der aktuellen Corona-Pandemie und den leichten Einbrüchen im vergangenen Jahr bleibe zu hoffen, dass sich der Trend weiter fortsetzt, so die IHK-Mitarbeiterin. (tim)

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