Werde durch die Windkraftanlagen nicht beeinträchtigt, heißt es vom RP Darmstad: die Silhouette der Burg Brandenstein.
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Werde durch die Windkraftanlagen nicht beeinträchtigt, heißt es vom RP Darmstad: die Silhouette der Burg Brandenstein.

Anlagen bei Burg Brandenstein

Geld aus Windkraft: Eine Viertelmillion Euro im Jahr geht an die Stadt Schlüchtern

  • Alexander Gies
    vonAlexander Gies
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Frust und Unmut bei vier von fünf Fraktionen, Zufriedenheit bei den Grünen: Die Genehmigung des Regierungspräsidiums für die zwei Windkraftanlagen bei Burg Brandenstein sorgte bei den Stadtverordneten für zwei Lager.

Elm - Weil sich die übrigen Fraktionen enthielten, reichten die Stimmen der Grünen aus, um dem Projekt der Firma Juwi keine weiteren Steine in den Weg zu legen. Wegen der Aussichtslosigkeit, juristisch dagegen vorzugehen, hatte niemand Lust, sich eventuell Schadensersatzforderungen seitens Juwi auszusetzen.

Günther Koch (Grüne) stellte an den Beginn seiner Rede die Information, dass die Stadt Schlüchtern im Main-Kinzig-Kreis pro Jahr rund 50.000 Euro aus dem Betrieb der beiden Windkraftanlagen erziele. Zusammen mit den Einnahmen aus den übrigen Anlagen aus dem Stadtgebiet mache dies eine Viertelmillion Euro pro Jahr aus, die in den Stadtsäckel fließen würden. Doch damit nicht genug: Koch forderte ein weiteres Engagement. Am Beispiel des Rhein-Hunsrück-Kreises schilderte er, wie sich „durch den Ausbau von erneuerbaren Energien die Zukunftsfähigkeit einer ganzen Region deutlich verbessert“. In diesem Landkreis, in dem 100.000 Menschen leben, werde Strom für 300.000 Haushalte produziert.

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Mit diesem Lob auf die Energiewende war Koch am Rednerpult allein: Helmut Meister (SPD) machte den Unmut seiner Fraktion deutlich. Was ihn besonders erzürnte: „Die wirtschaftlichen Interessen der Firma Juwi und damit auch des Herrn von Brandenstein werden über die Interessen der Stadt Schlüchtern und ihrer Bevölkerung gestellt.“ Deren berechtigte Einsprüche würden vom RP einfach übergangen. Die angeblich so wichtige Kommunale Selbstverwaltung bleibe auf der Strecke.

Auch Florian Varinli (CDU) fragte sich, wie man den Bürgern eine solche Entscheidung vermitteln solle. Um weiteren Schaden von der Stadt abzuwenden, werde man nicht weiter juristisch gegen das Projekt vorgehen. Seine Fraktion missbillige es, dass so viele Bäume für diese Anlagen gefällt werden müssten. Die CDU werde auch in Zukunft gegen jede weitere Windkraftanlage kämpfen, da sie die Sinnhaftigkeit nicht sehe. Varinli kritisierte mit Blick auf den Magistrat, dass im Frühjahr eine Chance zu einer weiteren Stellungnahme seitens der Stadt in diesem Verfahren ungenutzt verstrichen sei.

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Sylke Schröder, die Fraktionsvorsitzende der BBB, hatte wegen Befangenheit nicht an der Debatte und der Abstimmung teilgenommen. Sie ist bei von Brandenstein beschäftigt. An ihrer Stelle äußerte sich Norbert Wuthenow. Laut BBB sei es besonders gravierend, dass diese Windkraftanlagen überdimensioniert sind und die höchsten Anlagen im ganzen Bergwinkel werden. Überraschend sei, dass plötzlich zwei Windkraftanlagen genehmigt werden, nachdem das RP bislang eine solch geringe Anzahl nicht akzeptiert habe.

Rolf Moritz von der CDU-Fraktion warf den Grünen bei einem anderen Thema vor, den Stadtwald mit Windkraftanlagen ruiniert und industrialisiert zu haben. Sich dafür einen Glorienschein aufzusetzen, sei dreist, befand er. Gerd Neumann (Grüne) entgegnete, Moritz verdrehe Ursache und Wirkung. Durch Windkraftanlagen würden deutlich weniger Bäume fallen als durch eine verfehlte Klimapolitik. Im Übrigen würden die gerodeten Flächen an anderer Stelle neu aufgeforstet.

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