Ein Wolf schaut hinter einem Baum hervor.
+
Eine vermeintliche Wolfssichtung hatte im Oktober in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) hohe Wellen geschlagen. Nun kam heraus: Bei dem Tier hatte es sich um einen Hund gehandelt.

Haare untersucht

Klarheit nach DNA-Analyse: Vermeintlicher Wolf in Schlüchtern entpuppt sich als Hund

Einen großen Schreck hatte im Oktober ein großer Vierbeiner im Garten einer Frau aus dem Schlüchterner Stadtteil Elm hinterlassen. Nach einer Haaranalyse durch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie ist nun klar: Der vermeintliche Wolf war ein Hund.

Schlüchtern - Vor etwa vier Wochen war das Tier auf dem Grundstück der Frau im Schlüchterner Stadtteil Elm (Main-Kinzig-Kreis) gegen einen verglasten Sitzplatz gerannt. Das Haus befindet sich am Rand des Waldes. „Er sah aus wie eine Bestie, es war kein schöner Anblick. Er sah auch anders aus als ein Hund, irgendwie bösartig“, hatte die Frau damals im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet.

Sie vermutete, dass das Tier aus dem Wald kam und sich vor etwas erschreckt hatte. An dem verglasten Sitzplatz entdeckte sie einen nassen Fleck an der Scheibe - außerdem hinterließ der Besucher ein paar Haare.

Main-Kinzig-Kreis: Kein Wolf im Garten - DNA-Analyse enttarnt Vierbeiner als Hund

Diese gingen über die eingeschaltete Polizei zur Analyse an das Wolfzentrum des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). Durch die Analyse sollte festgestellt werden, ob es sich bei dem gesichteten Tier tatsächlich um einen Wolf oder doch um einen Hund gehandelt hatte.

Proben dieser Art werden am Fachgebiet Naturschutzgenetik des Senckenberg-Forschungsinstituts in Gelnhausen untersucht. Das „Deutsche Referenzzentrum für Wolfsgenetik“ hat seit der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland bereits über 8000 Proben analysiert. So konnte etwa jüngst ein Wolf-Verdachtsfall in Hosenfeld bestätigt werden.

Auf der Internetseite des HLNUG sind neben Wolfsnachweisen in Hessen auch Verdachtsfälle aufgelistet. Dort ist nun betreffend des Vorfalls in Elm zu lesen: Die Analyse des Haarbüschels ergab, dass es sich bei dem vermeintlichen Isegrim „nur“ um einen Hund gehandelt hat.

Video: Wolfsrudel unterwegs in Berlin

Im Main-Kinzig-Kreis hat sich laut HLNUG in diesem Jahr bislang nur ein Wolf-Verdachtsfall bestätigt: Bei Gelnhausen war im Juni ein Wolf von einer Wildtierkamera fotografiert worden. 2015 und 2019 war im Kreis je ein weibliches Tier im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Trotz des einzelnen Nachweises ist laut HLNUG in ganz Hessen mit durchziehenden Wölfen zu rechnen.  

Der Fall aus Elm erinnert an eine weitere Begebenheit aus Sinntal 2020. Damals kursierten im Netz Bilder von einem Reh, welches angeblich von einem Wolf gerissen worden war.

Ein Experte, der den Tierkadaver damals begutachtete, dementierte einen Wolfsriss. Im Gespräch mit der Wolfsbeauftragten von Hessen ging unsere Redakteurin zudem der Frage nach, ob sich Wolfsrisse in der Region Osthessen häufen. Susanne Jokisch gab für die Region damals Entwarnung. (mln, akh)       

Das könnte Sie auch interessieren