Der Fall des 2014 getöteten Ehepaars Harry und Sieglinde Klock kommt erneut vor Gericht. (Symbolfoto)
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Der Fall des 2014 getöteten Ehepaars Harry und Sieglinde Klock kommt erneut vor Gericht. (Symbolfoto)

Prozess in Frankfurt

Notwehr oder doch Doppelmord? - Gewaltsamer Tod eines Ehepaars aus Maintal zum dritten Mal vor Gericht

Der Fall des 2014 getöteten Ehepaars Harry und Sieglinde Klock kommt am Donnerstag erneut vor Gericht. Diesmal muss das Landgericht in Frankfurt der Frage nachgehen, ob die beiden mutmaßlichen Täter damals wirklich in Notwehr gehandelt haben – oder ob es am Ende doch Mord war.

Maintal - Bereits zum dritten Mal beschäftigt sich die Justiz mit dem gewaltsamen Tod des Ehepaars. Die beiden 57 Jahre alten Eigentümer eines Reiterhofs in Maintal-Dörnigheim waren im Juni 2014 auf dem Gelände unstreitig von zwei Mietern auf der „Main River Ranch“ getötet worden. Dabei handelt es sich um einen Vater und seinen Sohn.

Der heute 66 Jahre alte Mann erstach nach früheren gerichtlichen Feststellungen zunächst den Ehemann. Kurze Zeit später wurde dessen Ehefrau von dem inzwischen 36 Jahre alten Sohn erschossen. Die im Juni 2014 zunächst vermissten Leichen fanden Ermittler der Polizei im Misthaufen des sanierungsbedürftig wirkenden Reiterhofs.

Maintal: Gewaltsamer Tod eines Ehepaars - Notwehr oder Doppelmord?

In zwei Prozessen hatte das Landgericht Hanau 2015 und 2018 diesen Sachverhalt festgestellt, die beiden Angeklagten jedoch freigesprochen. Eine Notwehrsituation, die den Einsatz des Messers und der Schusswaffe gerechtfertigt haben könnte, könne nicht ausgeschlossen werden, hieß es jeweils nach umfangreichen Beweisaufnahmen. Der Auseinandersetzung lagen offenbar Streitigkeiten wegen Mietzahlungen zugrunde. Bei dem Zwischenfall sollen Vater und Sohn möglicherweise von den späteren Opfern mit einem Messer und einem Beil bedroht worden sein.

Die Staatsanwaltschaft hatte vor Gericht lebenslange Haft für den Vater wegen Mordes und siebeneinhalb Jahre Haft für den Sohn wegen Totschlags gefordert hatte. Sie akzeptierte die Freisprüche ebenso wenig wie der Rechtsanwalt der als Nebenkläger vertretenen Hinterbliebenen der Opfer.

Tod eines Ehepaars in Maintal: 22 neue Verhandlungstage bis in den Sommer

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe gab schließlich auch der Revision gegen den zweiten Freispruch statt und verwies die Sache zur vollständigen Neuverhandlung an das Landgericht, allerdings nicht nach Hanau, sondern diesmal ans Landgericht Frankfurt. Die Schwurgerichtskammer steht vor einer umfangreichen Beweisaufnahme mit bisher 22 Verhandlungstagen bis in den Sommer hinein.

Dabei sollen sowohl zahlreiche Zeugen aus dem Umfeld der Angeklagten und Opfer wie auch technische Sachverständige gehört werden. Der Beginn des dritten Prozesses hatte sich noch einmal verzögert, weil beide Angeklagte nicht in Untersuchungshaft sind und die Richter in Frankfurt stark mit Haftsachen belegt sind, deren Bearbeitung Vorrang hat. (lhe, hgs)

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