Unter Anleitung der beiden Ärzte Dr. Bernhard Kohlhas (links) und Dr. Davud Faghih-Zadeh (rechts) fand in der Lehrpraxis von Hausärzte MKK in Langenselbold ein Tagesworkshop für Medizin-Studierende der Frankfurter Universität statt. / Foto: Hausärzte MKK

„Man muss ein empathischer Gesundheitslotse sein“ – Tagesworkshop bei Hausärzte für Medizinstudierende

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Langenselbold - Ein Tag lang Hausarzt sein: Sieben Studierende haben bei einem Workshop einen Tag lang Patienten und deren Krankheitsbilder untersucht. Unter Anleitung von zwei Hausärzten erarbeiteten sie anschließend Therapievorschläge.

In der Lehrpraxis von Hausärzte MKK haben die beiden Ärzte Dr. Davud Faghih-Zadeh und Dr. Bernhard Kohlhas sieben Medizin-Studenten des siebten Semesters bei einem Tagesworkshop begleitet. Unter Anleitung der Ärzte untersuchten die Studenten einen ganzen Tag lang Patienten und deren Krankheitsbilder. Anschließend erarbeiteten sie gemeinsam mit Faghih-Zadeh und Kohlhas Therapievorschläge.

Therapiemöglichkeiten für psychische Erkrankungen

Faghih-Zadeh sagt: „Dabei geht es nicht nur darum, ein Medikament zu verschreiben. Der moderne Hausarzt muss dem Patienten Hilfestellungen zur Bewältigung von Alltagsproblemen geben.“ Dem Arzt ist es wichtig, nicht nur wissenschaftliche Grundregeln zu vermitteln, sondern auch sozialmedizinische Aspekte zu integrieren. „Es ist wichtig, ein empathischer und verständnisvoller, aber auch verständlicher Berater und Gesundheitslotse zu sein.“

Die untersuchten Krankheitsbilder waren unter anderem: Diabetes Mellitus, Bluthochdruck, Arthrose, Rheuma. Aber auch für psychische Erkrankungen wurden Therapiemöglichkeiten erörtert. „Das Feld der Hausarztmedizin ist sehr breit, abwechslungsreich und anspruchsvoll. Das wollte ich den Studierenden mitgeben.“ Für die Studenten war es ein intensiver Tag, geprägt von vielen neuen Eindrücken.

Kooperation mit Goethe-Uni

Der Workshop fand im Rahmen der Kooperation zwischen Hausärzte MKK und der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt statt. Faghih-Zadeh lehrt dort regelmäßig und hält auch in den Studiensälen Vorlesungen über Allgemeinmedizin. „Einerseits macht mir das Lehren und Forschen immer noch sehr großen Spaß“, betont Faghih-Zadeh. „Andererseits ist es mir aber auch extrem wichtig, das Image des Hausarztberufes nachhaltig in ein gutes Licht zu rücken.“

Denn schon jetzt bestehe ein Versorgungsmangel, gerade im ländlichen Raum. „Dagegen muss etwas getan werden, sonst wird es in Zukunft immer mehr Regionen ohne hausärztliche Betreuung geben.“ Er hofft: „Wenn nur ein paar der Studierenden sich durch meine Arbeiten überzeugen lassen, wird der drohende Mangel bei uns weniger gravierend ausfallen als in anderen Regionen.“ / sec

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