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Messerstiche führten zum Tod – Streit um Mädchen bestätigt

Die Stelle auf einem Parkplatz, an dem am Freitag ein junger Mann aus der Kurstadt erstochen worden ist, war auch am Montagmittag abgesperrt, damit Freunde oder Angehörige dem Opfer ungestört gedenken können. / Foto: Lena Quandt
Die Stelle auf einem Parkplatz, an dem am Freitag ein junger Mann aus der Kurstadt erstochen worden ist, war auch am Montagmittag abgesperrt, damit Freunde oder Angehörige dem Opfer ungestört gedenken können. / Foto: Lena Quandt © -

Salmünster - Der 19-Jährige, der am späten Freitagabend während eines Streits auf einem Parkplatz am Bahnhof Salmünster angegriffen wurde und dabei zu Tode kam, ist an Messerstichen gestorben. Dies steht im vorläufigen Obduktionsbericht der Gerichtsmedizin.

Oberstaatsanwalt Dominik Mies erklärte gestern auf Anfrage, dass dem jungen Mann aus Bad Soden-Salmünster mehrere Stiche zugefügt worden seien. Zwei davon seien unter das Schlüsselbein und in den Hals geführt worden. Welcher davon tödlich gewesen sei, lasse sich anhand des vorläufigen Berichts nicht sagen. Daher wollte Mies auch Vermutungen in Boulevard-Medien, der Stich in den Hals habe eine Schlagader getroffen, was letztlich den Tod des Deutsch-Marokkaners bewirkt habe, nicht kommentieren. Fest steht aber, dass das Opfer noch am Tatort gestorben ist. Nach der Tat alarmierte Rettungskräfte hatten dem 19-Jährigen nicht mehr helfen können.

Dringender Tatverdacht des Totschlags

Zu Hinweisen, der junge Erwachsene sei einer Behörde nicht unbekannt gewesen, äußerte sich der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hanau nicht. Dominik Mies bestätigte jedoch, dass der 17 Jahre alte Tatverdächtige bislang in der Gemeinde Sinntal gewohnt hat. Der unter dem dringenden Tatverdacht des Totschlags stehende deutsche Staatsangehörige sitzt seit dem Wochenende wegen Verdunklungs- und Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. Er wurde nach Informationen unserer Zeitung noch in der Tatnacht in Sinntal von der Polizei festgenommen.

„Keine Anhaltspunkte für einen kulturellen Hintergrund der Tat“

Zu den familiären Wurzeln des 17-Jährigen, die im Kosovo liegen sollen, machte Mies gegenüber unserer Zeitung keine Angaben. Der Blick auf den Geburtsort des Tatverdächtigen lasse eine solche Schlussfolgerung zumindest nicht zu, so der Behördensprecher. Vor diesem Hintergrund gebe es weiterhin „keine Anhaltspunkte für einen kulturellen Hintergrund der Tat“. Gleiches gelte für das Kriterium Fremdenfeindlichkeit. Letzteres hatte der Oberstaatsanwalt am Wochenende bereits dem Online-Portal unserer Zeitung zu Protokoll gegeben. Dennoch ermittle die Kriminalpolizei Gelnhausen „mit Hochdruck“ in alle Richtungen.

Staatsanwaltschaft bleibt mit Informationen zurückhaltend

Bis alle zur Verfügung stehenden Zeugen befragt und alle am Tatort in Salmünster gesicherten Spuren ausgewertet seien, werde sich die Staatsanwaltschaft mit der Preisgabe von Informationen aus ermittlungstaktischen Gründen „sehr zurückhalten“, betonte Mies. Dass derweil in sogenannten sozialen Medien oder Netzwerken ebenso zahlreiche wie faktenarme Spekulationen die Runde machten, dies müssten die Ermittler und er „dann eben leider ertragen“. Um die Ermittlungen zu Tathergang und -hintergrund nicht zu gefährden, verbiete sich derzeit eine öffentliche Bewertung von vermeintlichen Fakten.

Zu einer Aussprache am Bahnhof verabredet

Dominik Mies bestätigte auf Anfrage aber eine schon früh verbreitete Behauptung, nämlich dass ein Mädchen der Anlass für die tödlich verlaufene Auseinandersetzung zwischen den beiden jungen Männern gewesen ist. Details dazu nannte er nicht. Nach Recherchen unserer Zeitung handelt es sich um eine Jugendliche aus Bad Soden-Salmünster. Sie war womöglich mit dem Tatverdächtigen liiert, der 19-Jährige soll aber nach Ende einer Beziehung weiterhin bei der Jugendlichen angerufen haben. Dies habe den 17-Jährigen aus Sinntal gestört. Deshalb hätten sich die beiden jungen Männer zu einer Aussprache am Bahnhof Salmünster verabredet. Der Sinntaler soll dort in Begleitung mehrerer Personen vorgefahren sein. / hgs, ls

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