Illustrationen: Stadt Schlüchtern/Monobrand

Möller geht erneut auf das Kuki zu

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlüchtern - Die Stadt Schlüchtern wird dieses Jahr wieder in die Stadthalle investieren – und damit auch die Voraussetzungen dafür schaffen, damit das Kuki dort für eine Übergangszeit Filme zeigen kann.

Von unserem Redaktionsmitglied Alexander Gies

Das kündigten gestern Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) und Erster Stadtrat Reinhold Baier (CDU) im Gespräch mit unserer Zeitung an. Damit verbanden sie konkrete Vorstellungen. Ihr Plan: Bis Ende 2022 nutzt das Kuki die Stadthalle, danach das (hoffentlich) fertiggestellte Kultur- und Begegnungszentrum auf dem Parkplatz des ehemaligen Langer-Areals.

In Absprache mit den Fraktionsvorsitzenden und dem Stadtverordnetenvorsteher habe der Magistrat diese Woche beschlossen, bis zum Kalte Markt insgesamt 100 000 Euro für die Stadthalle auszugeben: In einen neuen leistungsfähigen Beamer, moderne Mikrofon- und Lautsprechertechnik, 500 rote Stühle sowie gleichfarbige Vorhänge, die zur Bühne passen und für eine vollständige Verdunkelung sorgen können. Außerdem werde der Thekenraum überarbeitet, der unter anderem eine neue Spülmaschine erhält. Diese Investitionen erfolgen unabhängig von den Kuki-Plänen, kommen diesem aber zugute.

Neue Leinwand sollen auch Vereine mieten können

Weitere 25 000 Euro sollen in eine 5 mal 5 Meter große Videoleinwand in LED-Technik gesteckt werden. Dies hatten die Stadtverordneten einstimmig beschlossen. Hintergrund ist der Schlüchterner Kultursommer auf dem Stadtplatz, bei dem zur Fußball-EM auch Public Viewing angeboten werden soll. Zunächst war geplant, die Videoleinwand zu mieten, es habe sich aus wirtschaftlichen Erwägungen aber angeboten, diese gleich zu kaufen, erläutert Möller. Die Leinwand soll danach unter anderem an Vereine vermietet werden, die diese für eigene Veranstaltungen nutzen könnten.

Möller und Baier verstehen diese Investitionen ausdrücklich als ein Angebot an den Kulturverein Kuki, der seit Jahren das kulturelle Leben in der Stadt mit Kino-Vorführungen und hochkarätigen Veranstaltungen bereichert. Die beiden Politiker sorgen sich, dass in der öffentlichen Diskussion der letzten Wochen der Eindruck entstanden sein könnte, sie würden das Kuki hängen lassen. „Dem ist nicht so. Das sage ich ganz klar. Wir wissen, was wir am Kuki haben“, betont Möller.

Vier Großveranstaltungen im Jahr

Das Konzept der Stadt: Für eine Übergangszeit nutzt das Kuki den kleinen Saal der Stadthalle (etwa 70 Plätze) samt dem Foyer und der Theke für seine Kino-Vorführungen. Dafür könne man mit rotem Teppich, Displays und einem gestalteten Foyer auch für Cinema-Atmosphäre sorgen.

Bedingung: Die Nutzung erfolgt gemäß der Nutzungsordnung, die für alle anderen Interessenten gilt und dann, wenn Termine frei sind. Möller nennt das „Pop-up-Kino“. Außerdem stelle man dem Kuki die Halle für vier Großveranstaltungen im Jahr zur Verfügung. „Man wird nicht jedes Wochenende von Freitag bis Sonntag Filme zeigen können, aber wir sind bereit, auch Veranstaltungen zu verlegen, sofern das möglich ist“, verspricht Baier.

Lärmschutzwand keine Option

Klar sei mittlerweile, dass in den beiden Sälen nicht gleichzeitig unterschiedliche Veranstaltungen stattfinden könnten. Der Kino-Ton sei einfach zu laut und die erforderliche Lärmschutzfaltwand „irrsinnig teuer“, so Baier. Unabhängig davon könnte das Gelände rund um die Stadthalle für Open-Air-Veranstaltungen vom Kuki genutzt werden. Das habe im Sommer 2019 großen Eindruck hinterlassen.

Möller bittet aber auch um Verständnis: „Bei aller Wertschätzung des Kuki für seine besondere kulturelle Leistung für die Stadt müssen wir darauf achten, dass wir es im Konzert der anderen 180 Vereine nicht über Gebühr bevorzugen können. Das muss alles in die Vereinslandschaft passen“, betont Möller. Und das Kuki müsse bereit sein, mit Partnern zusammen zu arbeiten, formuliert er eine konkrete Vorstellung.

Einladung zur Planung

Bereits 2018, so Möller, habe er angeboten, das Kuki bei der Planung des multifunktionalen Raums im geplanten Kultur- und Begegnungszentrum einzubinden und dessen Vorstellungen zu berücksichtigen. „Dieses Angebot besteht weiterhin“, verspricht Möller. Sein Wunsch sei, dass dem Kuki dieser Raum neben anderen Nutzern dauerhaft zur Verfügung steht.

Möller hat erlebt, dass der Wunsch nach Kino in der Stadt groß ist. „Mich haben in den letzten Wochen viele Zuschriften von Leuten erreicht, die gebeten haben, Kino-Vorführungen – mit oder ohne Kuki – dauerhaft in Schlüchtern anzubieten“, sagt Möller. Dem wolle er entsprechen.

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