Beim Mordprozess von Bad Soden-Salmünster sah die Kammer als Motiv niedere Beweggründe.
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Beim Mordprozess von Bad Soden-Salmünster sah die Kammer als Motiv niedere Beweggründe.

Niedere Beweggründe

Mutter vor Augen der Tochter erstochen – Ehemann bekommt im Mordprozess die Höchststrafe

Im Prozess gegen einen 43-Jährigen um die tödliche Messerattacke auf seine Frau hat das Landgericht Hanau am Freitagmittag das Urteil gefällt. Richterin Susanne Wetzel verhängte die Höchststrafe gegen den Mann aus Bad Soden-Salmünster.

Bad Soden-Salmünster/Hanau - Der Angeklagte soll das 38 Jahre alte Opfer im Februar 2020 im Beisein der gemeinsamen Tochter erstochen haben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatte er die Tat mehrfach angekündigt. Er sei gezielt vorgegangen, als er in der Küche der Wohnung in Bad Soden-Salmünster (Main-Kinzig-Kreis) dreimal mit dem 20 Zentimeter langen Messer auf die Frau eingestochen habe.

Mord: Mutter vor Tochter erstochen – Ehemann bekommt Lebenslänglich-Urteil

Die 13-jährige Tochter hatte die Bluttat beobachtet und ihren Vater vor Gericht schwer belastet. Richterin Susanne Wetzel verhängte am Freitag die Höchststrafe gegen den 43-Jährigen. Als Mordmotiv sah die Kammer niedere Beweggründe. Der Angeklagte nahm das Urteil äußerlich gefasst auf.

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen eine lebenslange Haft beantragt. Motiv sei eine bevorstehende Trennung gewesen. Die Frau habe für den Tag darauf einen Termin bei einem Scheidungsanwalt vereinbart.

Lebenslang im Mordprozess von Bad Soden-Salmünster: Der 43-Jährige bekam die Höchststrafe.

Die Verteidigung hatte die Tötung hingegen als eine Affekt-Tat betrachtet und hatte sich für eine Verurteilung wegen Totschlags ausgesprochen. Der Angeklagte sei mit der Gesamtsituation überfordert gewesen. Der Verteidiger schloss am Freitag Rechtsmittel gegen das Urteil nicht aus. (ls, sar, dpa)

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