Unter Vorsitz von Richterin Susanne Wetzel verhandelt die Erste Große Strafkammer des Landgerichts Hanau derzeit gegen einen 43-Jährigen Salmünsterer wegen Mordes.
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Unter Vorsitz von Richterin Susanne Wetzel verhandelt die Erste Große Strafkammer des Landgerichts Hanau derzeit gegen einen 43-Jährigen Salmünsterer wegen Mordes.

Mordprozess in Salmünster

Bluttat in Salmünster: Dritter Messerstich führte in kürzester Zeit zum Tod der Ehefrau

Ein psychiatrischer Gutachter hält den 43-jährigen Angeklagten im Salmünsterer Mordprozess für voll schuldfähig. Das sagte er am vierten Verhandlungstag vor der Ersten Großen Strafkammer des Landgerichts Hanau.

Bad Soden-Salmünster - Die Staatsanwaltschaft wirft dem Kroaten vor, seine Ehefrau am Morgen des 18. Februars erstochen zu haben. Nach seiner Rückkehr von einer Kroatien-Reise mit dem 15-jährigen Sohn sei es zwischen dem Ehepaar zu einem heftigen Streit gekommen, in dessen Verlauf der Mann ein Küchenmesser ergriff und auf die 38-Jährige mehrere Male einstach. Noch am Tatort in der gemeinsamen Wohnung starb die Frau an ihren schweren Verletzungen. Die Anklage gegen den Familienvater lautet auf Mord.

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Im Vorfeld habe der Kroate die Bluttat immer wieder für sich im Kopf durchgespielt, steht für den Sachverständigen fest. In seiner Gesamtschau fand er aber keinerlei Hinweise auf eine Verminderung der Schuldfähigkeit.

Prozess um Mord in Salmünster: Gerichtsmediziner spricht von drei Messerstichen

Eine Mitarbeiterin der Gerichtsmedizin in Frankfurt sprach von drei Messerstichen. Der letzte ging unmittelbar ins Herz und führte zu einer sogenannten Herzbeuteltamponade – einer Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel –, die innerhalb kürzester Zeit zum Tod führte, berichtet Oberstaatsanwalt Dominik Mies auf Anfrage unserer Zeitung.

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Zum Auftakt des vierten Verhandlungstages hatte mit Thomas Russell ein Richter auf dem Zeugenstuhl Platz genommen. Er hatte im Februar als erster Ermittlungsrichter kurz nach der Tat den Sohn des Ehepaares vernommen. Dieser hatte sich nach der Rückkehr vom Kroatien-Tripp in der Wohnung zum Schlafen gelegt. Er war also – im Gegensatz zu seiner 13-jährigen Schwester – kein unmittelbarer Tatzeuge. Der Sohn soll allerdings eine Aussage des Vaters auf der Heimreise wiedergegeben haben, wonach dieser angekündigt habe, sich selbst umbringen zu wollen. Der Sohn sei bei seiner Aussage insgesamt gefasst gewesen. Ein Erscheinen als Zeuge vor dem Landgericht Hanau hatte er abgelehnt, seine Schwester hatte hingegen am vorherigen Verhandlungstag ausgesagt.

Bluttat in Salmünster: Chef des Angeklagten sagt vor Gericht aus

Ein weiterer Zeuge war der ehemalige Chef des Angeklagten. Der Vorgesetzte lobte seinen Mitarbeiter als sehr zuverlässig. Niemals hätte er diesem eine solche Bluttat zugetraut. Er habe aus Erzählungen von den Eheproblemen des 43-Jährigen und den angeblichen Alkoholexzessen von dessen Ehefrau gewusst. Vor seiner Fahrt nach Kroatien habe der Mitarbeiter bei ihm angerufen und um einige freie Tage gebeten. Für die Zeit nach seiner Rückkehr hatte er eine Erklärung angekündigt.

Vorsitzende Richterin Susanne Wetzel hat das Verfahren um einen Verhandlungstag gestreckt. Am Dienstag, 6. Oktober, stehen die Plädoyers an. Die Urteilsverkündung soll am Freitag, 9. Oktober, folgen. (ls)

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