Fotos: privat/Polizei; Skizze: ZDF

Nach ZDF-Fernsehfahndung: Im Vermissten-Fall Birgit Rösing aus Mülheim gibt es erste Hinweise

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Sinntal/Mülheim - Der Bergwinkel in der ZDF-Fahndungssendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“: Am Mittwochabend wurde in einem Filmbeitrag über den Fall der vermissten Birgit Rösing genannt Storck, so deren offizieller Name, aus Mülheim an der Ruhr berichtet. Die wichtigste Spur führt dabei nach Sinntal.

Von Ulrich Schwind

Es ist ein Fall voller Rätsel, der die Polizei in der Ruhrgebietsstadt Essen bis dato beschäftigt. Die Frau arbeitete in einem Seniorenheim und kümmerte sich überwiegend um demenzkranke Patienten. Zuletzt wurde sie am 26. September 2018 gegen 22 Uhr in ihrem Haus in Mülheim gesehen, wo die damals 58-Jährige mit ihrem Ehemann und einem erwachsenen Sohn lebte. Dieser hörte in der darauffolgenden Nacht Geräusche im Treppenhaus und ein Auto, das langsam am Haus vorbeifuhr.

Im Zimmer der Vermissten wurden später versteckt mehrere Tausend Euro gefunden, von denen niemand etwas wusste. Außerdem hat Rösing sie auch sonst nichts mitgenommen: Keine Papiere, kein Handy und ihr Auto. Bei den Ermittlungen stieß die Polizei auf weitere Rätsel: Die Frau besaß drei gültige Personalausweise und in ihrem Terminkalender stand für den 27.

Rösing galt als zuverlässig

September um 14.30 Uhr ein Termin, den niemand aus ihrem Umfeld einordnen konnte. Birgit Rösing genannt Storck galt in ihrer Familie und am Arbeitsplatz als sehr zuverlässig. Doch sie hatte sich vor ihrem mysteriösen Verschwinden nirgends abgemeldet. Es gibt noch immer keinen nachvollziehbaren Grund für ein freiwilliges Verschwinden. All das sind Umstände, die die Beamten schnell von einem Verbrechen ausgehen ließen.

Mittels speziell ausgebildeter Suchhunde, sogenannten Mantrailern, gelang es etwa einen Monat später, die Spur der Vermissten an ihrem Haus aufzunehmen. Diese Hunde sind in der Lage, die Spuren von Menschen zu verfolgen, auch wenn sie in einem Auto unterwegs waren.

Zwei der Spezialhunde haben die Polizei unabhängig voneinander über mehrere Autobahnen bis zur A 66-Ausfahrt Steinau geführt, wie in dem ZDF-Film dargestellt. Später führten sie die Ermittler weiter in ein Waldgebiet bei Sinntal-Breunings, rund 350 Kilometer von Mülheim an der Ruhr entfernt. In dem Fernsehbeitrag wurde Breunings als Ort in der Rhön beschrieben, tatsächlich liegt er aber im Spessart.

Fall hat für großes Aufsehen gesorgt

Der Fall hatte in Sinntal seinerzeit für großes Aufsehen gesorgt. Ende Oktober 2018 waren unweit von Breunings zahlreiche Mannschaftswagen der Polizei vorgefahren (wir berichteten). Mehr als 100 Beamte durchkämmten dann zwei Tage lang ein Waldstück, um Spuren der Frau zu finden. Fünf Leichenspürhunde kamen zum Einsatz. Trotz intensiver Suche wurde aber nichts gefunden.

In einem ersten Resümee zeigte sich am Ende der „Aktenzeichen XY“-Sendung am Mittwochabend Alfred Hettmer vom Landeskriminalamt München optimistisch. Es hätten sich mehrere Zuschauer mit Hinweisen bei den Ermittlern gemeldet. Sie hätten Erkenntnisse und Beobachtungen nach dem Verschwinden von Birgit Rösing mitgeteilt.

Kripo nimmt Hinweise entgegen

Wie Hettmer weiter erklärte, habe sich darüber hinaus noch ein weiterer Zuschauer gemeldet, der von einem „ähnlich gelagerten Fall“ berichtete. Dieser habe sich allerdings erst Anfang 2020 ereignet. Ein möglicher Zusammenhang werde nun geprüft.

Die Polizei fragt weiter: Wer hat rund um das Waldstück bei Breunings rund um den 27. September 2018 herum oder in den Tagen und Wochen danach Beobachtungen gemacht, die mit dem Fall Rösing zu tun haben könnten? Die Vermisste wird beschrieben als 1,68 Meter groß mit normaler Statur. Birgit Rösing hatte rot-braune Haare mit Grau-Stich und war vermutlich mit einer Bluse, einer Weste, einer Cordhose und flachen Schuhen bekleidet. Sie trug damals eher dezente Farben.

Hinweise nimmt die Kripo in Essen, Telefon (0201) 8290, oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Das könnte Sie auch interessieren