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Neubau des Gerätehauses Bellings deutlich teurer als gedacht

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Steinau - Das neue Feuerwehrgerätehaus in Bellings ist während der jüngsten Sitzung des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses der Stadt Steinau Thema gewesen. Dabei verursachten die entstandenen Mehrkosten in beachtlicher Höhe den Ausschussmitgliedern erhebliche Kopfschmerzen.

Bürgermeister Walter Strauch (SPD) informierte darüber, dass die im Mai veranschlagten Kosten für den Neubau bei rund 476 337 Euro lagen, bereitgestellt worden waren 494 000 Euro. Die Kostenschätzung liege mittlerweile bei 659 783 Euro. Das widerspreche bisherigen Kalkulationen seitens der Stadt. Dazu erbat er Aufklärung vom Architekten Alfred Goltz. Dieser erläuterte, dass man vor der Kalkulation einiges nicht habe einschätzen oder wissen können.

Einer dieser Faktoren sei, dass der geplante Anschluss an die vorhandene Heizung nicht möglich sei, da diese von der Leistung her zu klein dimensioniert sei. So müsse man jetzt eine neue Heizungsanlage installieren. Zum anderen sei der notwendige Kanalanschluss höhenmäßig anders als geplant gewesen. Um überhaupt einen Abfluss gewährleisten zu können, müsse das gesamte Gebäude rund 60 Zentimeter höher gelegt werden. Dies wiederum erfordere eine neue Einfahrt und einen Vorplatz samt Pflasterung. Drittens habe die Feuerwehr Eigenleistungen bei Maler- und Elektroarbeiten versprochen. Dazu habe er aber nichts mehr gehört, sodass weitere Kosten anfallen würden. Er habe die Stadt im Dezember über die Mehrkosten informiert. Baubeginn sei im Juli gewesen, weil die Stadt Druck gemacht habe, denn die Zuschüsse seien sonst gefährdet gewesen. Letzterem widersprach der Bürgermeister entschieden.

Alle Ausführungen riefen große Ratlosigkeit hervor. Besonders unverständlich war den Mitgliedern, warum sie nicht vorher von den Mehrkosten erfahren haben. Denn vor der Ausschreibung müssten doch die Kosten bekannt gewesen sein. Dem stimmte der Architekt zu: Die Mehrkosten seien in der Ausschreibung enthalten. Die Vergabe der Gewerke erfolge von der Stadt aus nach und nach, je nach Lage des Budgets. Goltz erläuterte, es gebe verschiedene Planungsphasen mit verschiedenen Kostenschätzungen. Am Anfang habe er diverse Vorgaben berücksichtigen sollen, wie den Heizungsanschluss. Auch die Lage des Kanals mit zu wenig Gefälle habe er nicht vorher wissen können. Die Vorgaben hätten nicht gestimmt.

Seit 20 Jahren werde das neue Feuerwehrgerätehaus geplant, hieß es. Nun stehe das angefangene Gebäude unfertig im Gelände. Mehrfach kam es während der hitzigen Diskussion zu Schuldzuweisungen, diese wies Ausschussvorsitzender Alexander Link (SPD) zurück, es gehe hier nur um Informationen zum Sachstand. Er meinte, die gesamte Maßnahme müsse hinsichtlich der Planung, Kontrolle und Auftragsvergabe überprüft werden, hier könne etwas nicht stimmen.

Schließlich einigte sich der Ausschuss einstimmig darauf, eine Empfehlung an den Magistrat auszusprechen. Zum einen solle die Gegenfinanzierung der Mehrkosten geprüft werden unter Berücksichtigung möglicher Eigenleistungen von Maler-, Elektro- und Außenarbeiten. Zum anderen solle eine externe Prüfung durch das Rechnungsprüfungsamt des Main-Kinzig-Kreises erfolgen, wobei die Zeitschiene und die Informationswege aufgeschlüsselt werden müssten.

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