Foto: Gemeinde Birstein

Neuer Bürgermeister von Birstein bietet allen das „Du“ an

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Birstein - Fabian Fehl aus Sinntal wurde im kleinen Rahmen in sein Amt als Bürgermeister von Birstein eingeführt, das er am 1. April antritt.

Der Nachfolger von Wolfgang Gottlieb machte deutlich, dass er die Herausforderung als Führungskraft der Großgemeinde mit Elan, aber auch der nötigen Portion Demut und Respekt angehen wolle.

„Es ist mir eine Ehre, diese Verantwortung übernehmen zu dürfen“, leitete Fehl seine Rede vor den Vertretern des Gemeindevorstands, der Gemeindevertretung sowie der Bürgerschaft ein. Da es „undenkbar ist, aus der Ferne Entscheidungen zu treffen“, sei er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Sarah Wilder nach Birstein umgezogen.

Tragende Säule des Zusammenlebens

Er freue sich sehr auf die vor ihm liegende Zeit und biete zum Start im Sinne des gedeihlichen Miteinanders allen Bürgern und allen Mitarbeitern das „Du“ an. „Wobei ich natürlich auch dem Wunsch derer, die weiterhin auf das ,Sie‘ bestehen, entsprechen werde.“ Die Du-Anrede zähle für ihn im ländlichen Raum genauso zu den tragenden Säulen des Zusammenlebens wie die Feuerwehr oder der Sportverein.

Freimütig gab Fehl zu, dass der Entwurf für seine Rede noch Anfang letzter Woche ganz anders ausgesehen habe. Zwischenzeitlich habe die Coronakrise eine unglaubliche Dynamik entfaltet: „Wir befinden uns am Anfang einer großen Krise, vielleicht entwickelt sich daraus sogar eine der größten Krisen, welche die Bundesrepublik seit dem Zweiten Weltkrieg erlebt hat. Wir stehen vor einer globalen Herausforderung.“

Zukunft kurzfristig unsicher

Auch wenn die Zukunft kurzfristig unsicher sei, das öffentliche Leben nahezu stillstehe und die Wirtschaft ächze, sei es wichtig, wenigstens eine grobe Perspektive zu skizzieren, aus der sich Handlungsoptionen für die Gemeinde herauskristallisierten. Er glaube, dass diese Pandemie sich nach einer akuten Phase langfristig in allen Lebensbereichen über die nächsten Wochen hinaus niederschlagen werde. Dies sei vor allem der wirtschaftlichen Dimension dieses historischen Ereignisses geschuldet.

Was wiederum für eine Gemeinde wie Birstein den Schluss nahelege: „Eine schwächelnde Wirtschaft heißt für die öffentliche Hand weniger Geld. Und weniger Geld heißt weniger Handlungsspielraum.“ Insofern stünden die Großprojekte in Birstein wie das neue Dorfgemeinschaftshaus in Mauswinkel, die Erneuerung der Dorfmitte in Lichenroth, der neue Feuerwehrstützpunkt in Kirchbracht, die Sanierung des Freizeitbades und die Neugestaltung des Umfeldes an Rathaus und Bürgerzentrum in einem besonderen Licht: „Diese Projekte will ich als Bürgermeister umsetzen.“

Schlosspark zentrales Projekt

Auch der Schlosspark sei ein zentrales Projekt, das er gemeinsam mit dem Fürstenhaus angehen wolle. „Ich möchte Birstein weiter voranbringen, wobei wir als Gemeinde infrastrukturell gut dastehen.“ Allerdings gebe es diesbezüglich immer Verbesserungspotenzial. Es sei an der Zeit, den demografischen Prozess der „Landflucht“ einzudämmen. Zentrale Bausteine hierfür seien ein attraktives Kinderbetreuungsangebot und eine langfristig gesicherte ärztliche Versorgung. An der Entwicklung dieser Kernthemen müsse weiter intensiv gearbeitet werden.

Fehl wandte sich auch seinem Vorgänger Wolfgang Gottlieb zu, der die Gemeinde 24 Jahre lang geführt hatte und nun in Pension geht. Fabian Fehl dankte ihm für seinen Einsatz im Amt und dafür, dass dieser ihn bereits seit Wochen in alle Entscheidungsprozesse mit einbezogen und auf diese Weise sehr gut eingearbeitet habe. / dg

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