Fotos: Alexander Gies

Neujahrsempfang mit 400 Gästen und Schwimm-Star Michael Groß

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlüchtern - Bereits in seinem zweiten Jahr hat sich der Neujahrsempfang von Stadt Schlüchtern und Wito offenbar etabliert: Etwa 400 Gäste kamen gestern Abend in die gut gefüllte Stadthalle. Das lag sicher auch am Hauptredner.

Denn wann darf man schon mal eine Schwimm-Legende wie Michael Groß erleben. Der Olympiasiseger von 1984, der von Gerd Neumann für einen Besuch in Schlüchtern gewonnen wurde, ist allerdings längst dem Wasser entstiegen und berät heute unter anderem Unternehmen.

In seinem Vortrag zum digitalen Wandel der Wirtschaft plädierte er dafür, mutig nach vorne zu gehen und nicht zu warten, bis alles perfekt vorbereitet sei. Das sei es ohnehin nie, und da die Zukunft schwierig bis unmöglich vorauszusagen sei, zumal, wenn sich der Fortschritt exponenziell entwickele, sei es besser, diese selbst zu gestalten. Dabei gehe es nicht darum, immer die richtigen Entscheidungen zu treffen, weil das nicht möglich sei. Wichtiger sei, die richtigen Fragen zu stellen: Was macht mein Unternehmen so einzigartig, dass es dieses noch in zehn Jahren geben kann? Und wenn ich meine Kunden nicht mehr an der Theke erreiche, finde ich diese dann vielleicht über das Internet?

Als Impuls schickte Groß ein paar gute Ratschläge hinterher: Man müsse sein Unternehmen ständig optimieren, also effizienter machen, und sich gleichzeitig Zeit nehmen, um es neu zu erfinden. Man solle sich vor Schuldzuweisungen hüten, weil das zu nichts Gutem führe, sondern es künftig einfach besser machen. Es gehe darum, Netzwerke zu knüpfen, um Ideen zu erzeugen. Und man solle nicht warten, bis eine Idee ausgereift ist, sondern sie ausprobieren. Wichtig sei jedoch, dass ein neues Produkt von Anfang an einen bislang nicht gekannten Nutzen für den Kunden stifte. Wer einmal seinen Kurs gefunden habe, der solle daran festhalten.

Nachdem sich Michael Groß ins Goldene Buch der Stadt eingetragen hatte, gestand er: „Nach dieser anstrengenden Woche bin ich einfach platt“ und bat um Verständnis, dass er gleich die Heimreise antrete.

Raija Hawly, die das IHK-Forum Rhein-Main leitet, erfreute die Schlüchterner mit der Information, dass sich ihre Wirtschaftsleistung vom Jahr 2000 bis 2014 mehr als verdoppelt habe. Dies sei vor allem dem Hochbau, dem produzierenden Gewerbe und dem Einzelhandel zu verdanken. Die Schließung des Kaufhauses Langer als Aushängeschild werde zweifellos für eine Verringerung der Kundenfrequenz in der Innenstadt sorgen, aber die Lage in Schlüchtern sei so gut, dass es auch wieder aufwärts gehen könne. Denn der Stadt gelinge es wie kaum einer anderen im Umkreis, Kunden von außerhalb anzulocken. Hawly befürwortet alle Bemühungen, das Kaufhaus weiter zu nutzen: „Man weiß nicht, ob die Pläne funktionieren, aber ohne Ideen ist der Misserfolg auf jeden Fall garantiert“, sagte sie.

Durch den Abend führte Kerstin Baier-Hildebrand. Weitere Redner waren Wito-Vorsitzender Axel Ruppert, Bernhard Köppler von der NH-Projektstadt, die unter anderem das Programm „Aktive Kernbereiche“ begleitet, und Torsten Bug, Marketingleiter des Verlags Parzeller, in dem die Kinzigtal Nachrichten erscheinen. Die Formation Route 66 gestaltete den Abend musikalisch. Das harmonische Bild rundeten die Mitglieder der Historischen Bürgergarde und der Biedermeiergruppe ab.

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