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Kleiderhaken aus Uropas Laden: New Yorker Comedian Ray Ellin auf Spurensuche im Heimatmuseum

Ray-Elliin-SalmMuseum
Im Heimatmuseum wurde Roy Ellin fündig und freute sich über einen dort ausgestellten Kleiderhaken mit dem Schriftzug seines Urgroßvaters Grünebaum, der einst in der Stadt ein Warenhaus geführt hat. © Elisabeth Schmitt

Nach Spuren seiner jüdischen Vorfahren suchte dieser Tage der Comedian Ray Ellin aus New York in Salmünster – und er wurde fündig. Er entdeckte „Stolpersteine“ und im Heimatmuseum einen Kleiderhaken, der wohl im urgroßväterlichen Geschäft seinen Platz hatte.

Salmünster - Bereits vor einem Jahr hatte sich Ellin in einem Hotel in Bad Soden eingemietet und erfuhr dort von den Besitzern, dass der Name Grünebaum in Salmünster bekannt gewesen sei. Die im Boden vor Häusern eingelassenen „Stolpersteine“ erinnern an Menschen jüdischen Glaubens, die einst in der Stadt heimisch waren.

New Yorker Comedian Ray Ellin auf Spurensuche im Heimatmuseum

Dazu zählen auch Ellins Vorfahren, für die zehn Steine gelegt sind. Ellin nahm Kontakt zu Tanja Steinbock auf, die sich mit Thomas Hummel und weiteren Aktiven des Ensembles feel-X für die Stolpersteine-Verlegung engagiert.

Ellin erinnert sich gern an seine Großmutter, von der er zwar wusste, dass sie aus Deutschland stammte, aber erst spät über ihre Zeit dort sprechen konnte. Dann erzählte sie von dem Leben und der schönen Zeit in Salmünster, wo sie mit den Eltern und Geschwistern gelebt und als Kind gespielt hatte. „Es war nicht übertrieben“, meinte Ellin bei seinem Besuch gegenüber der Verfasserin mit Blick auf Salmünster.

Glücklich war er auch, dass er das damalige Elternhaus seiner Großmutter besuchen durfte. Es wird jetzt zwar anders genutzt, aber im Innern ist vieles noch so wie es damals war. Ray Ellin konnte auch die alte Holztreppe nach oben gehen und erhielt dadurch einen Eindruck von früheren Zeiten.

New Yorker hat Exponat aus dem Geschäft seinen Urgroßvater entdeckt

Auf dem Weg in die Vergangenheit seiner jüdischen Vorfahren besuchte er auch das Heimatmuseum in Salmünster und entdeckte dort sogar überraschend ein Exponat aus dem Geschäft seines Urgroßvaters: ein Kleiderhaken aus Holz und Metall mit den Aufschriften „Warenhaus Gebrüder Grünebaum Salmünster Telefon 13“ und „Öfen, Herde, Näh- und landwirtschaftliche Maschinen Manufaktur Mode und Weisswaren Konfektion“.

„Ich lerne hier mehr über sie und ihre Heimatstadt und fühle mich ihr sehr verbunden“, so Ellin über seine Großmutter. Und: „Ich war ihr hier sehr nah.“ Die Familie seiner Großmutter konnte damals rechtzeitig in die USA ausreisen und ein neues Leben beginnen. Bei Kaffee und Kuchen mit Bürgermeister Dominik Brasch, Museumsleiterin Doris Müller, der Geschichtsvereinsvorsitzenden Marianne Sperzel sowie Tanja Steinbock und Thomas Hummel schloss sich ein reger Gedankenaustausch im Museumshof an.

Ebenfalls internationale Verbindungen hatte eine Urlauberin aus er Rhön entdeckt: In einem Souvenir- und Geschenkshop in Südaustralien wird ein Räucherhaus im Design des Alten Fuldaer Rathauses verkauft. Für 120 Australische Dollar wird es dort angeboten. (von Elisabeth Schmitt)

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