Symbolfoto: Florian Schuh/dpa

Oberzell ist erstes Bergwinkel-Dorf, in dem Stolpersteine verlegt wurden

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Oberzell - Am Abend vor der Verlegung der sechs Stolpersteine im Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus fand eine Feierstunde im Oberzeller Bürgerhaus statt. „Oberzell kann stolz sein: Es ist das erste Dorf im Bergwinkel, in dem Stolpersteine verlegt werden“, sagte Ortsvorsteher Mike Richter.

Judith Halberstadt ist die Enkelin der einst in Oberzell wohnhaften Samuel und Thekla Aronsohn. Diese hatten vier Kinder: Adolf Abraham, Adele Adela, Judith sowie Frieda – Judith Halberstadts Mutter. Frieda Aronsohn floh 1939 nach England und heiratete Erwin Halberstadt, der aus Nieder-Mockstadt stammte. Von England aus floh das Ehepaar 1949 nach Israel – zusammen mit ihren drei Kindern Leonid, Gerson und Judith, die nun bei der Stolpersteinverlegung im Gedenken an ihre Großeltern, Tanten, Onkel und Mutter teilnahmen. Frieda Halberstadt starb 2005 in Israel.

Stolpersteine werden stets am letzten freigewählten Wohnort verlegt: Für die Familie Aronsohn war dies in der Sinntalstraße 34. Hier erinnern nun sechs zehn mal zehn Zentimeter große Steine mit Inschriften auf einer Messingplatte an Samuel, Thekla, Frieda, Adolf Abraham und Adele Aronsohn sowie an Judith Allmeyer (geborene Aronsohn).

Was Künstler Gunter Demnig, der „Erfinder“ der Stolpersteine, über seine Arbeit erzählte, sowie was Michael Kühlthau über die Geschichte der Oberzeller Juden berichtete und welchen Appell Reinhold Wolf von der evangelischen Kirchengemeinde Oberzell-Züntersbach formulierte, lesen Sie am Samstag in der ausführlicheren Berichterstattung zum Thema in der gedruckten Ausgabe der Kinzigtal Nachrichten sowie im E-Paper.

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