Symbolbild: dpa

Patient versteckt 125 Ecstasy-Tabletten in Gepäck

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlüchtern - Drogenfund im Schlüchterner Krankenhaus: Bei einer Durchsuchungsaktion im Zimmer eines Patienten kamen 125 Ecstasy-Tabletten zum Vorschein.

Wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln ist deswegen jetzt der 24-Jährige vor dem Amtsgericht Gelnhausen zu einer Geldstrafe von 720 Euro – 90 Tagessätze zu jeweils acht Euro – verurteilt worden. Der Mann aus Hammersbach im Main-Kinzig-Kreis ist bereits einschlägig in Erscheinung getreten: Sechs Verurteilungen als Jugendlicher und Heranwachsender sind aktenkundig.

Vor Richter Dr. Wolfgang Ott schilderte er, wie er erneut straffällig wurde. Seit einigen Jahren kämpfe der Mann mit erheblichen psychischen Problemen. 2016 absolvierte er in einer Fachklinik eine Therapie. Im Anschluss wurde er zur Rehabilitation nach Schlüchtern verlegt, wo er im Laufe eines mehrmonatigen Aufenthaltes einen Mitpatienten namens Christian kennenlernte.

Als Christian dem 24-Jährigen immer öfter schilderte, wie schlecht es ihm gehe, hatte der Angeklagte nach eigenen Angaben Mitleid. Er fuhr regelmäßig zu ihm und versorgte ihn beispielsweise mit Essen. Dieser habe ihn in seinen Bann gezogen und für seine Zwecke missbraucht. So habe er ihn auch verleitet, wieder Drogen zu kaufen und zu konsumieren.

Im Laufe der Zeit erkannte der 24-Jährige immer mehr, was für eine „ekelhafte Person“ der neue Freund sei – er brach den Kontakt ab. Die Folge: Der Hanauer habe ihn bedroht – und aus Rache bei der Polizei verpfiffen. Die fand am 21. Juni vergangenen Jahres in seinem Zimmer einen Koffer; darin eine Dose, die 125 Ecstasy-Tabletten enthielt. Vor Gericht räumte der Beschuldigte den Kauf der Drogen ein. Das Material sei für ihn und den Freund gewesen, betonte er. Der Hammersbacher wurde nach dem Fund aus der Klinik entlassen.

Danach sei er in ein tiefes Loch gefallen, erzählte er vor Gericht. „Mein Leben hat mich kaputt gemacht“, resümierte der Mann und sprach von traumatischen Erlebnissen. Von ärztlicher Seite verspreche er sich keinerlei Hilfe mehr.

Dem Gericht legte er Belege vor, wonach er zuletzt drogenfrei war. Allerdings ist er weiterhin krankgeschrieben. Er habe kämpfen müssen, um sich vor Gericht zu schleppen. / ls

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