Lage an der A 66
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Die Lage an der A 66 (aufgenommen aus der CI-Factory) ist von Vorteil für Ein- und Auspendler.

IHK stellt „Pendler-Statistik 2019“ vor 

Viele neue Arbeitsplätze im Bergwinkel

  • Tim Bachmann
    vonTim Bachmann
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Dass selbst Statistiken mit erfreulichen Ergebnissen wie ein ferner Gruß aus besseren Zeiten erscheinen, liegt wohl an der derzeitigen Corona-Situation. Das gilt zumindest für die Pendler-Statistik mit Stichtag 30. Juni 2019, deren ersten Teil die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern unlängst vorstellte.

Region - „Das Wort ‚Pendler-Statistik‘ klingt komplex, es handelt sich aber lediglich um eine Auflistung, wo sozialversicherungspflichtig Beschäftigte wohnen und wo sie arbeiten“, berichtet IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Gunther Quidde. Der Vergleich der beiden Größen ermöglicht eine gute Darstellung über die Entwicklung von Arbeitsplätzen und Wohnorten. 

Aus der Pendler-Statistik des IHK geht hervor, dass der Bergwinkel für viele in erster Linie ein Ort zum Leben und nicht zwingend zum Arbeiten ist.

Da die Daten jede Kommune umfassen und verhältnismäßig rasch veröffentlicht werden, ist „die Pendler-Statistik ein sehr guter Indikator für die kommunale Wirtschaftsentwicklung“, erklärt Quidde weiter. Die IHK vergleicht in ihrer Analyse die aktuellen Daten mit denen des Jahres 2013, weil damals die Konjunkturkrise (2008/2009) überwunden war. „Wir betrachten also die Entwicklung in Zeiten einer guten Konjunktur“, präzisiert Quidde.

Von 0,8 bis 25,5 Prozent

Für den Main-Kinzig-Kreis insgesamt falle auf, dass in jeder der 29 Kommunen die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Einwohner am Wohnort gewachsen ist. Das Wachstum reicht von 0,8 Prozent (Jossgrund) bis 25,5 Prozent (Erlensee). „Wachstum dieser Art hat drei mögliche Ursachen: Zuzüge, zum Beispiel in neue Wohngebiete, weniger Arbeitslose oder mehr junge Menschen, die in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hinein- als Neu-Rentner, die aus ihr herauswachsen. Alle drei Faktoren sind erfreulich, weil sie die Dynamik eines Wohnorts widerspiegeln“, so Quidde. Er betont: „Gerade für kleinere Kommunen im Spessart ist es ein sehr positives Zeichen, dass sie trotz aller skeptischer Prognosen wachsen. Es ist häufig ein langsames Wachstum, aber es ist viel besser als der befürchtete Absturz. Und es ist ein schöner Erfolg für eine Politik, die sich die Bewältigung des demographischen Wandels gerade in den Randgebieten des Main-Kinzig-Kreises vorgenommen hat.“

„Die Zahl der Einwohner im MKK ist in den vergangenen Jahren um 12,8 Prozent gestiegen. Das ist erfreulich, bleibt aber hinter den Nachbarkreisen zurück: 14,6 Prozent sind es im Landkreis Offenbach und 13,9 Prozent in der Wetterau. Besonders stark gewachsen sind in den vergangenen Zahlen die Einwohnerzahlen der Großstädte: Frankfurt wuchs um 23,1 Prozent, Offenbach sogar um 31,2 Prozent“, bewertet Quidde die Entwicklung.

Kreisweites, erfreuliches Phänomen

Noch erfreulicher und im Vergleich mit anderen noch besser schneide der MKK bei der Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ab. Ihre Zahl wuchs um 16,6 Prozent. Das ist praktisch genauso viel wie in Frankfurt (16,7 Prozent), etwas weniger als im Landkreis Offenbach (19,0 Prozent), aber mehr als in der Wetterau (13,0 Prozent) oder in der Stadt Offenbach (9,2 Prozent), hebt Quidde hervor.

Das starke Wachstum an Arbeitsplätzen sei ein kreisweites, erfreuliches Phänomen, so Quidde. Denn in allen Kommunen (bis auf Großkrotzenburg – dort ging die Zahl um 14,4 Prozent zurück) wurde eine deutliche Steigerung erreicht. In Rodenbach, Erlensee und Hammersbach wuchs die Zahl der Arbeitsplätze seit 2013 gar um rund zwei Drittel. „Ein großer Teil des Wachstums ist auf Neuansiedlungen von Unternehmen, sehr oft in neue Gewerbegebiete, zurückzuführen“, so Quidde, der als Beispiele die Umwandlung ehemaliger Militärflächen in Gelnhausen und Hanau aufführt.

Kommunen mit einem Zwei-Drittel-Plus wie die genannten zeigten zudem, dass die Kombination aus günstiger Verkehrsanbindung und weitsichtiger Schaffung von Gewerbegebieten „im pulsierenden Rhein-Main-Gebiet fast sicher zu neuen Arbeitsplätzen führt“. Es sei gelungen, mehr Arbeitsplätze als früher in der Fläche anzusiedeln. „Dies zeigt einerseits die alte Statistiker-Weisheit, dass solider Zuwachs bei kleiner Grundgesamtheit immer erfreuliche Wachstumsraten ergibt. Die Entwicklung zeigt aber eben auch, dass der Main-Kinzig-Kreis als Ganzes für Arbeitgeber ein attraktiver Standort ist“, lobt Quidde.

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