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Personalkosten in Schlüchtern steigen – trotzdem mangelt es an Bewerbern

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlüchtern - Die Personalausgaben der Stadt Schlüchtern wachsen weiter. Gleichzeitig wird es schwerer, Mitarbeiter zu finden.

Diese Entwicklung beschrieb Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) bei der Vorstellung des Haushaltsplans für das Jahr 2020. Laut seinen Ausführungen betragen die Aufwendungen für Personal und Versorgung im nächsten Jahr 9,157 Millionen Euro. Diese Kosten stellten damit die höchste Aufwandsgruppe im Ergebnishaushalt dar. Die Personalaufwendungen allein steigen von 8,135 Millionen Euro auf insgesamt 8,335 Millionen Euro an.

Personalstärkung sei notwendig

Die Mehrkosten von 200.000 Euro gegenüber dem Haushaltsplan 2019 haben laut Möller mehrere Gründe: Hauptsächlich seien dies „turnusgemäße tarifliche Steigerungen“. Außerdem seien die zu unterstellende vollständige Besetzung aller ausgewiesenen Stellen sowie zusätzliche Stellen für die Kinderbetreuung, im Friedhofswesen und am Bauhof dafür verantwortlich. Auch die Übernahme der Friedhöfe Innenstadt, Niederzell und Hutten wirke sich bei den Kosten steigernd aus.

Die Stärkung des Personals sei nicht nur notwendig, um den „Aufgaben einer lebendigen, attraktiven Stadt Rechnung zu tragen“, sondern auch, um deutliche Akzente in den Bereichen Familien, Vereins- und Kulturarbeit, Bauen, Stadtentwicklung, Innere Sicherheit und der Wirtschaftsförderung zu setzen, findet der Bürgermeister. Gleichzeitig sehe sich die Verwaltung einem Generationswechsel gegenüber: Bis zum Jahr 2021 würden insgesamt 20 Mitarbeiter altersbedingt ausscheiden. 7 aus der Kernverwaltung, 7 aus den Kindergärten, 4 aus dem Bauhof sowie 2 aus den Stadtwerken.

Unbefristete Verträge für Erzieher

Am Beispiel der Kinderbetreuung, für die in Schlüchtern derzeit 50 Erzieherinnen tätig sind, verdeutlicht Möller aber auch die Schwierigkeiten bei der Personalakquise. So verschärfe sich der Fachkräftemangel im pädagogischen Bereich deutlich. Auf Stellenanzeigen würden sich zum Teil lediglich einzelne Bewerber melden, so dass „hier oftmals keine Auswahl nach fachlichen Gesichtspunkten möglich“ sei. Bei der Eröffnung der „Kindertagesstätte Zwergenwiese“ im Oktober sprach Möller davon, dass noch drei Stellen unbesetzt seien.

Komme es darüberhinaus kurzfristig zu Engpässen, etwa durch längere Erkrankungen oder Schwangerschaften, könnten diese „oftmals erst Monate später“ aufgelöst werden, so Möller. Die Verwaltung sei deshalb bereits im Jahr 2018 dazu übergegangen, „neu eingestellten Erzieherinnen unbefristete Verträge anzubieten“, weil Befristungen von den meisten Bewerbern „nicht oder nur selten akzeptiert“ würden. Vor diesem Hintergrund hält es Matthias Möller für unerlässlich, sich mit Themen wie Personalentwicklung, langfristige Personalbindung sowie Aus- und Fortbildung zu beschäftigen.

Anforderungen an Mitarbeiter steigen

Gleichzeitig stiegen die Anforderungen an die Mitarbeiter – gerade im Bereich der Kinderbetreuung, wo mittlerweile „Bildung und Erziehung an erster Stelle stehen“. Außerdem gebe es immer mehr Kinder, „die eine intensivere Betreuung benötigen sowie viele Eltern, die einen erhöhten Unterstützungsbedarf haben“. Daraus resultiere für das Personal „immer mehr Zeitressourcen für Elterngespräche, für Austauschgespräche mit Jugendämtern, der Frühförderstelle und externen Fachkräften und deren Vorbereitung“, so Möller.

Insbesondere mit Blick auf den Generationswechsel in der Kernverwaltung im Rathaus hält es Bürgermeister Möller für wichtig, weiter Fachkräfte auszubilden. Damit wertvolles Wissen nicht verloren geht, möchte er, dass die ausscheidenden Mitarbeiter genug Zeit erhalten, neue Kollegen anzulernen. Das eröffne den Neulingen gleichzeitig die Chance, „in höher dotierte und verantwortungsvollere Aufgabenbereiche hineinzuwachsen“. / ag

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