Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer überreicht Staatssekretär Peter Tauber die Entlassungsurkunde.
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Abschied aus Berlin: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer überreicht am Mittwoch „ihrem“ Staatssekretär Peter Tauber die Entlassungsurkunde.

Termin in Berlin

„Frau Ministerin, ich melde mich ab“ - Peter Tauber verabschiedet sich aus der großen Berliner Politik

„Frau Ministerin, Herr Generalinspekteur, ich melde mich ab.“ Mit diesen Worten hat Peter Tauber (CDU) Abschied aus der Politik genommen. Wie angekündigt, legt der 46-Jährige aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium sowie Anfang Mai sein Bundestagsmandat nieder. 

Gelnhausen/Berlin - Dass die Arbeit für die Mitarbeiter und Soldaten der Bundeswehr für Tauber immer eine Herzensangelegenheit gewesen ist, daraus hat der Christdemokrat Tauber nie einen Hehl gemacht. In einem persönlichen und stellenweise sehr emotionalen Brief hat sich Tauber nun von der Truppe und den Mitarbeitern des Verteidigungsministeriums verabschiedet.

„In den zurückliegenden drei Jahren als Parlamentarischer Staatssekretär habe ich viel Unterstützung erfahren. Dafür kann ich gar nicht genug Danke sagen“, schreibt Peter Tauber auf seinem persönlichen Blog an die Soldaten und Mitarbeiter der Bundeswehr. Es sei für ihn „die größte Ehre“ gewesen, gemeinsam mit den Soldaten und Mitarbeitern „für unsere Streitkräfte und das Vaterland zu dienen“. Im März hatte Peter Tauber angekündigt, sich zu Ostern aus der Bundespolitik zurückziehen zu wollen.

Peter Tauber (CDU) verabschiedet sich aus der Berliner Politik

In seinem Abschiedsbrief schlägt Tauber auch nachdenkliche und selbstkritische Töne an: „Die Bundeswehr stand und steht zweifellos vor vielen Herausforderungen, und es ist unbestritten so, dass angesichts des hohen Handlungsdrucks auch Fehler gemacht werden – auf allen Ebenen.“ Der Umgang mit solchen Fehlern durch eine andere und bessere Fehlerkultur sei eine der entscheidenden Veränderungen in den Streitkräften. Jeder verdiene eine zweite Chance.

Dazu gehöre vor allem, sich selbst kritisch zu prüfen: „Ich weiß, dass auch ich Fehler gemacht habe. Ich war bemüht, erkannte Mängel abzustellen. Ob und wie mir das gelungen ist, mögen andere beurteilen. Dort, wo ich gefehlt habe, bitte ich um Nachsicht und Verzeihung.“ (Lesen Sie hier: Peter Tauber im Interview: „Mein Körper sagt mir, dass er jetzt eine Pause braucht“)

Als besonders schmerzlich habe er es immer empfunden, wie viele Medien mit der Bundeswehr umgegangen seien: „Ich kenne kein Land im westlichen Bündnis, in dem die eigene Armee auf eine vergleichbare Art und Weise begleitet wird.“ Natürlich sei Kritik an vielen Stellen nicht nur berechtigt, sondern notwendig. Aber es gebe so viele positive Dinge über die Menschen, die in der Bundeswehr Dienst tun, zu berichten. „Die Deutschen können stolz sein auf ihre Bundeswehr“, schreibt Tauber.

Staatssekretär im Verteidigungsministerium nimmt Abschied von der Bundeswehr

Der Politiker aus dem Main-Kinzig-Kreis geht außerdem auf das nicht immer unumstrittene Prinzip der „Inneren Führung“ innerhalb der Bundeswehr ein, das Tauber verteidigt: „Dort, wo Besonderes geleistet wird, liegt es oft an dieser unseren Streitkräften zugrunde gelegten Werteordnung. Diese Werteordnung kann nicht befohlen werden, man muss sie sich selbst erarbeiten oder anerziehen. Innere Führung kann nie ein bevormundendes Regelwerk sein. Es geht um Selbsterziehung“, schreibt Tauber. Die „Innere Führung“ bilde den Rahmen, in dem die Soldaten aus Werten und Normen das notwendige geistige und handwerkliche Rüstzeug entwickeln könnten, das sie brauchten, um im Kampf nicht nur zu bestehen, sondern zu siegen.

Die drei Jahre als Staatssekretär bezeichnet Tauber in seinem Abschiedsschreiben als eine Zeit, in der er „das schönste Amt meiner politischen Karriere“ innehatte: „Ich durfte mit zwei Ministerinnen, die ich sehr schätze, und ganz vielen wunderbaren Menschen in der Bundeswehr unserem Land dienen. Mein Dank gilt dabei ganz besonders der Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt, unserer Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Für all diese Erfahrungen bin ich sehr dankbar, vor allem für das hohe Maß an Wertschätzung, das mir zuteil wurde.“

Abschied von Peter Tauber: Kleiner Seitenhieb in Richtung CDU

Einen kleinen Seitenhieb in Richtung der eigenen Partei baut der frühere CDU-Generalsekretär wenig versteckt in den Dank an die Truppe ein: „Ich habe dort die Kameradschaft erlebt, die ich mir manchmal in meiner Partei gewünscht hätte.“

Als wichtigste Entscheidungen und Projekte seiner Amtszeit nennt Tauber unter anderem die Entwicklung des Freiwilligen Wehrdienstes im Heimatschutz unter der Überschrift „Dein Jahr für Deutschland“, die Invictus Games 2023 in Düsseldorf, die Strategie der Reserve, die Weiterentwicklung des Konzeptes zur Betreuung und Fürsorge der Veteranenarbeit sowie die Begleitung und Teilnahme am „Marsch zum Gedenken“. Auch die Beschaffung einer bewaffneten Drohne für die Bundeswehr habe sicherlich zu den wichtigsten und spannendsten Projekten gezählt.

„Es war mir eine Ehre, für unsere Streitkräfte und Deutschland zu arbeiten. Es bleibt mir eine Ehre, in unseren Streitkräften als Reserveoffizier zu dienen. Wie ich zu sagen pflege: Hurra!“, beendet Tauber sein Schreiben an die Bundeswehr. (dno)

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