So war dieser Brunnen nicht geplant, heißt es von der zuständigen Arbeitsgruppe.
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So war dieser Brunnen nicht geplant, heißt es von der zuständigen Arbeitsgruppe.

Sat.1-Interview

Kurioser Phallus-Brunnen in Jossgrund: Bürgermeister Rainer Schreiber kann „nichts Schlimmes erkennen“

Sein „letztes Interview in dieser Angelegenheit“ absolvierte Jossgrunds Bürgermeister Rainer Schreiber vermutlich in der vergangenen Woche. Der Fernsehsender SAT.1 hatte sich angemeldet. Das Thema: der Phallus-Brunnen in Oberndorf. 

Jossgrund - Ein Aufreger, den der Bürgermeister selbst allem Anschein nach äußerst gelassen sieht. In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter wurde der Brunnen auf jeden Fall unter „ferner liefen“ behandelt. Schreiber wandte sich unaufgeregt an die versammelten Ortspolitiker: „Natürlich übernehme ich die Verantwortung für Gestaltung und Ausführung. Ich kann da aber auch nichts Schlimmes erkennen.“

Jossgrunds Bürgermeister Rainer Schreiber gibt vermutlich letztes Interview zum Phallus-Brunnen

Rainer Schreiber hat vermutlich das letzte Interview zu diesem Thema gegeben.

Dennoch will der Rathauschef „möglichst kurzfristig“ im Haupt-, Bau- und Finanzausschuss das „weitere Vorgehen“ absprechen. Dass in dem Gremium allerdings ein Rückbau oder Ähnliches angeregt werden könnte, glaubt Schreiber nicht. Auf Nachfrage machte der Bürgermeister geltend, dass die anstößige Form bei den Planungen so nicht zu erkennen gewesen sei. Schreiber: „Das war so nicht geplant gewesen.“ Er verweist auch darauf, dass die Gestaltung des Platzes und die Form des Brunnens in einer Bürgerversammlung vor zwei Jahren bereits präsentiert worden seien – und offenbar habe sich niemand an der Form des Wasserspiels gestört.

Schließlich sei auch ein erfahrenes Planungsbüro aus Hanau mit der Platzgestaltung beauftragt gewesen, das sicher nicht in dem Ruf stehe, die Grenzen des guten Geschmacks zu verletzen. Auch bei der Umsetzung der Planungen – also der Bauausführung – seien keine Fehler gemacht worden. Dass der Brunnen aber jetzt eben aussieht wie er aussieht, daran kommt auch der Bürgermeister nicht vorbei: „Es ist jetzt so, und wir machen das Beste daraus.“

Schreiber führt die oft zitierte Steigerung des Bekanntheitsgrades der Gemeinde ins Feld – also den positiven touristischen Aspekt. Schließlich sei der Brunnen durch die extreme mediale Verbreitung deutschlandweit in aller Munde – und somit sei Jossgrund jetzt vielen ein Begriff. Wenn daraufhin immer wieder Besucher nach Oberndorf kämen, um den Brunnen zu bestaunen, sei das gerade in den tristen Corona-Zeiten eine gute Sache, befindet Schreiber und ist sich sicher: „Da müssen wir uns nicht wegducken.“

Rummel um Brunnen in Jossgrund: „Ich bekam einen Anruf nach dem anderen.“

Der Brunnen hat Schreiber im Jahresurlaub erwischt, den er in Bad Königshofen verbrachte. Da konnte er das neue Prunkstück auf dem Platz, der an Rathaus und Kirche angrenzt, mit dem Ortspfarrer Daniel Göller in der Sendung „Maintower“ bewundern. Dann sei die Angelegenheit richtig in Schwung gekommen. Während sein Vertreter im Rathaus, der Beigeordnete Klaus Pfaff, die Medien vor Ort mit Informationen versorgte, befasste sich Schreiber mit den überregionalen Medien: „Ich bekam einen Anruf nach dem anderen.“ Er gab schriftlich, am Telefon und – für den Fernsehsender RTL – auch über ein Skype-Interview Auskunft. Dabei saß Schreiber im Urlaubsort in einem Park.

Die „Süddeutsche Zeitung“, der Mitteldeutsche Rundfunk, die „Bild“-Zeitung und viele andere Medien wurden beim Bürgermeister vorstellig und ließen den Urlaub anders verlaufen als geplant. Zurückblickend sehe er keinen Grund, sich über die Berichterstattung zu beschweren – die Medien betrachteten das willkommene Sommerloch-Thema offenbar allesamt zwar mit einem Augenzwinkern, aber ohne unter die Gürtellinie zu gehen. Mit dem heutigen Interview dürfte sich das Thema langsam, aber sicher erledigt haben, schätzt er. (mab)

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