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Bluttat in Steinau: Verfahren eingestellt - Mutmaßlicher Täter lebt nicht mehr

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Von: Walter Kreuzer

Im rückwärtigen Teil eines Cafés in der Steinauer Brüder-Grimm-Straße befand sich der Tatort der jetzt aufgeklärten Tötung einer 52-Jährigen.
Im rückwärtigen Teil eines Cafés in der Steinauer Brüder-Grimm-Straße befand sich der Tatort der jetzt aufgeklärten Tötung einer 52-Jährigen. © Walter Kreuzer

Die Staatsanwaltschaft Hanau (Main-Kinzig-Kreis) hat das Verfahren wegen Totschlags an einer 52-jährigen Frau aus Seidenroth, die Mitte Juli in Räumen eines Cafés gefunden worden war, eingestellt. Der Grund: Der mutmaßliche Täter lebt nicht mehr.

Steinau - „Wir haben das Verfahren wegen Totschlags im Zusammenhang mit der im Literatur-Café gefundenen Frauenleiche eingestellt“, erklärte Staatsanwältin Lisa Pohlmann am Freitagmittag gegenüber unserer Zeitung.

Die jetzt abgeschlossenen Ermittlungen haben im Wesentlichen das bestätigt, was sich bereits kurz nach der Tat am 8. Juli abzeichnete: Ein 68-Jähriger suchte in den „frühen Morgenstunden“ seine von ihm getrennt lebende Frau an deren Arbeitsplatz in der Backstube des Literaturcafés Alte Apotheke in der Steinauer Brüder-Grimm-Straße auf und erschoss sie. Tatwaffe war ein Revolver.

Main-Kinzig-Kreis: Bluttat in Steinau aufgeklärt - Verfahren eingestellt

„Die Herkunft der Waffe konnte nicht ermittelt werden“, räumt die Staatsanwältin ein. Sie betont aber, dass „wir seine legalen Waffen mitgenommen haben“. Pohlmann spielt damit auf die Ereignisse von April 2021 an. Damals war ein Streit zwischen dem Paar eskaliert, in dessen Folge der Ehemann seine Frau gewürgt und ihr ein Kissen auf das Gesicht gedrückt haben soll. Die Frau hatte aus dem Haus flüchten können.

Damals waren Spezialkräfte der Polizei aus Frankfurt im Einsatz – und „entfernten mehrere scharfe Schusswaffen aus dem Haus. Die Waffen wurden einbehalten“, hieß es in einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft im Sommer. Nun bestätigte Pohlmann, dass der 68-Jährige als Sportschütze eine Waffenbesitzkarte besessen habe.

Nach der Tötung seiner Frau hat sich der Mann in einem Waldstück bei Bad Orb (Main-Kinzig-Kreis) selbst gerichtet, schildert die Staatsanwältin ein weiteres Ergebnis der Ermittlungen: „Er beging Suizid mit der selben Waffe, mit der seine Frau getötet wurde. Wir haben keine Anhaltspunkte für die Beteiligung eines weiteren Täters gefunden.“

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