Symbolfoto: Horst Ossinger/dpa

Rabenkrähe fliegt in Klassenzimmer und sagt: „Ich hab’ Hunger“

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlüchtern - Mit den Worten „Ich hab’ Hunger“ hat eine Rabenkrähe in Schlüchtern für großes Erstaunen, aber auch für Heiterkeit gesorgt.

Ein Vogel, der selbst um Futter bittet? Jeder, der es nicht selbst miterlebt hat, glaubte bei der Geschichte zunächst, er solle veräppelt werden. Am Dienstag ging der Hausmeister der Stadtschule über den Schulhof, und jemand rief ihm „Ich hab Hunger“ hinterher – was den Mann erstaunte. Den Vogel sah er zwar, konnte ihm die Worte aber nicht zuordnen. Das Tier flog dann am folgenden Tag in einen Klassenraum und ließ sich dort auf das Lehrerpult nieder und informierte die Klasse: „Ich hab’ Hunger!“

Der handzahme Vogel wurde schließlich zur Tierarztpraxis Dr. Reinhard Müller in Schlüchtern gebracht. Mitarbeiterin Petra Hild nahm das Tier mit nach Hause und richtete ihm dort einen provisorischen Vogelkäfig ein. Gesprochen hat er in ihrer Anwesenheit zunächst nicht, sagt Hild, die wegen der Rabenkrähe gestern viel rumtelefonierte und auch die Polizei informierte. Diese dachte zunächst auch an einen Scherz.

Der Vogel zeigte sich nicht als Kostverächter: Er verspeiste etwas Katzenfutter, Vogelfutter, Salzstangen, Brot, Bananen und Tomaten. Sein Hunger dürfte mittlerweile gestillt sein. „Das war vermutlich alles sehr anstrengend für ihn“, vermutet Hild. Die Rabenkrähe sehe gut genährt und gesund aus und gebe nicht die typischen Geräusche einer Krähe wieder. „Er ist sehr nett, verspielt und kuschelig und schreit nicht rum“, sagt Hild. Weil der Vogel sich hinter Gittern schlecht fotografieren lässt, gibt es bislang kein Bild von ihm. Er sehe wie eine typische Rabenkrähe aus, sagt Hild, mit schwarzem Schnabel und schwarzen Krallenfüßen.

Der Vogel ist nicht beringt, daher dürfte es sich wohl nicht um jenen Vogel handeln, den das Ehepaar Schwarz vor einigen Wochen in Hausen als vermisst gemeldet hatte. Deren Vogel konnte auch nicht sprechen. Bruno Schwarz hatte sogleich mit Petra Hild Kontakt aufgenommen, um herauszufinden, ob es sich um seinen Vogel handelt.

Weil ein so handzahmer Vogel in freier Natur nicht lange überleben kann, beginnt nun die Suche nach seinem Besitzer. Die Polizei bittet um Mithilfe: Wer weiß, wem der schlaue Vogel gehört? Hinweise nimmt die Polizeistation Schlüchtern unter Telefon (06661) 96100 entgegen. Petra Hild ist unter Telefon (0 66 61) 74 73 07 erreichbar. / sab

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