Leckeren Apfelkuchen und Apfelwein kann man ganz leicht aus der eigenen Ernte herstellen.
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Leckeren Apfelkuchen und Apfelwein kann man ganz leicht aus der eigenen Ernte herstellen.

Auf Zucker im Wein verzichten

Rezept: Nach der Ernte im Herbst - Apfelwein und Apfelkuchen selber machen

  • Lena Quandt
    vonLena Quandt
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Es braucht nicht immer eine große Streuobstwiese: Schon drei Apfelbäume im heimischen Garten reichen aus, damit sich im Herbst die Frage stellt, wohin mit dem ganzen, leckeren Obst? Apfelwein selbst machen, das ist eine mögliche Option.

Region - Dafür braucht es entsprechende Gefäße, am besten sogenannte PE-Fässer mit Zapfhahn und Gärspund. Diese gibt es im Baumarkt in der Größe von 15 bis 120 Litern. Aber aufgepasst: Nicht zu große Fässer kaufen, sie müssen schließlich bewegt werden. Außerdem sollte der Apfelwein nach dem Anstich nicht zu lange angebrochen stehen. Ein 30-Liter-Fass ist schneller leergetrunken als eines, das 120 Liter fasst.

Das Rezept für einen leckeren Apfelkuchen schmeckt fast jedem - Mit der Ernte Apfelwein selbst herstellen

Als ersten Arbeitsschritt müssen die Behälter mit heißem Wasser penibel gereinigt werden. Danach die Äpfel vom Baum schütteln und in Säcke füllen. Wichtig: Faules Obst aussortieren. Als nächstes einen Termin beim Lohnmoster, zum Beispiel bei Familie Merx in Herolz, ausmachen und die Äpfel dort allesamt vorbeibringen. Das Zugucken macht beim Lohnmoster Spaß und ist ein schönes Erlebnis für Kinder. Was dort passiert: Die Äpfel werden gewaschen, zerkleinert und anschließend sofort in der Saftpresse ausgepresst und in die mitgebrachten Fässer gepumpt. Zum Vergleich: 50 Kilogramm Äpfel ergeben circa 30 Liter Saft.

Die Fässer dürfen nur zu circa 80 Prozent gefüllt werden. Beim späteren Gären entsteht Schaum, dieser würde sich bei komplett gefüllten Fässern sonst durch den Gärspund herausdrücken. Durch den Schaum würden Bakterien den Wein zum Kippen bringen. Danach könnte er nur noch zu Essig verarbeitet werden. Die abgefüllten Fässer vor dem Heimweg gut verschließen.

Lesen Sie hier: Diese leckere Apfeltarte mit Zimt und Vanille macht den Herbst einfach schön

Zuhause sollten sie in einem kühlen Raum – am besten im Keller – aufgestellt werden. Dann einen Gärspund, auch Gärverschluss genannt, aufsetzen, diesen mit Wasser füllen und den Most, so heißt der Saft, bevor er zu Wein wird, in Ruhe lassen.

Farbenfroh: Über ein Förderband gelangen die roten und grünen Äpfel in die Obstpresse.

Wer naturreinen Wein herstellen möchte, verzichtet auf die Zugabe von Gärhefe oder Zucker. Zucker erhöht lediglich künstlich den späteren Alkoholgehalt – und sorgt nach dem Genuss für einen „dicken Kopf“. Nach circa 14 Tagen fängt der Gärprozess von alleine an. Zu erkennen ist das am Blubbern des Gärspundes und dem Geruch nach faulen Eiern. Jetzt wird der Fruchtzucker in Alkohol umgewandelt.

Auf Zugabe von Zucker sollte für naturreinen Apfelwein verzichtet werden

Rezept Sieben-Eier-Kuchen

Mit diesem Kuchen verbinde ich Erinnerungen an meine Schulzeit. Das Rezept ist von einer Freundin, mit der ich die Schulbank gedrückt habe. Der Kuchen lässt sich flott backen und schmeckt (fast) jedem.

Zutaten

-Für den Teig:

500 Gramm Butter

7 Eier

300 Gramm Zucker

380 Gramm Mehl

(Type 1050 oder ein anderes)

ein halbes Päckchen Backpulver

-Für den Belag:

Apfelspalten

etwas Zucker und Zimt

Zubereitung

Den Teig zubereiten und auf ein Blech streichen. Geschälte Äpfel in Spalten schneiden und in einer Mischung aus Zucker und Zimt wälzen.

Auf dem Teig verteilen und etwas andrücken. Den Kuchen bei 175 Grad Ober- und Unterhitze für 50 bis 60 Minuten backen.

Danach auskühlen lassen und mit Schlagsahne servieren. Guten Appetit!

Je nach Kellertemperatur dauert der Gärprozess zwischen vier und acht Wochen. In dieser Zeit kann man das erste Fass schon anstechen und den Rauscher genießen. Achtung, der Alkoholgehalt im Rauscher steigert sich von Tag zu Tag. Die Fässer, aus deren Inhalt später Apfelwein wird, jetzt noch circa vier Wochen stehen lassen. Am Boden des Fasses setzt sich in dieser Zeit die Hefe ab. Dann den Wein von der Hefe ziehen. Dabei einen Schlauch an den Zapfhahn des Fasses anschließen und das Schlauchende tief in das zu füllende Fass stecken.

Video: Äpfel lagern - Mit diesen 6 Tipps werden sie nicht mehlig

Der Wein soll beim Umfüllen so wenig wie möglich mit Sauerstoff in Berührung kommen. Damit kein Bodensatz mit abgelassen wird, gilt es, das Fass vor und während des Abstiches nicht zu bewegen. Das zu füllende Fass jetzt randvoll halten, damit die auf dem Wein lagernde Luftmenge so klein wie möglich ist. Den Gärspund mit einer Mischung aus Schwefel und zehn Prozent Zitronensäure füllen, wieder aufsetzen und als Zapfspund nutzen. Und danach? Prost!

Der gebürtige Sinntaler Manfred Merx betreibt in Herolz eine Kelterei im Familienbetrieb. Der Most kommt hier aus der Maschine. Wer beim Keltern des eigenen Obstes dabei ist, darf gleich probieren.

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