Irene Enders liebt und lebt seit 60 Jahren den Umgang mit ihren Kunden und Artikeln.
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Irene Enders liebt und lebt seit 60 Jahren den Umgang mit ihren Kunden und Artikeln.

Kürzlich 80 geworden

Salmünster: Irene Enders steht seit sechs Jahrzehnten hinter der Ladentheke

Tag für Tag steht Irene Enders im Laden in Salmünster. Sie berät, kassiert, packt Geschenke ein, strahlt immer Optimismus und Zufriedenheit aus. Am Samstag, 2. Januar, jährte sich ihr Dienstbeginn zum 60. Mal.

Salmünster - Ihre angenehme Stimme am Telefon lässt ihr wirkliches Alter nicht erahnen. „Ich fühle mich wie 60“, sagt die Jubilarin, die vor wenigen Tagen ihr 80. Lebensjahr vollendet hat und noch jeden Tag im Laden steht, der mittlerweile von Tochter Birgit Enders-Jacob geführt wird.

Der berufliche Weg von Irene Enders ist ganz eng mit dem Geschäft Manfred Enders, Fachgeschäft für Radio, Elektro, TV, Glas, Porzellan, Geschenk- und Haushaltsartikel im Rückmühlenweg verbunden. Aber die Vorgeschichte ist eher hart: Nach dem Krieg wurde Irene Enders mit ihrer Mutter und zwei jüngeren Brüdern – der Vater ist früh im Krieg gefallen – aus ihrer Heimat Falkenau bei Karlsbad im Sudetenland vertrieben. Sie kamen über die Wegscheide nach Pfaffenhausen und dann nach Bad Orb.

Salmünster: Dienstbeginn von Irene Enders (80) jährt sich zum 60. Mal

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Auf einem sogenannten Flüchtlingsball in Bad Orb lernte sie den jungen Manfred Enders – sein Vater belieferte Heimatvertriebene – kennen und die beiden verliebten sich. Zum Jahreswechsel 1960/61 wurde für das Elektro- und Haushaltswarengeschäft in Salmünster eine neue Kraft gesucht, da Manfred Enders’ Schwester Waltraud in der Tankstelle ihres Ehemannes Horst Wallenta gebraucht wurde.

Also gab die heutige Jubilarin ihre Stelle bei einem Rechtsanwalt in Bad Orb auf, wechselte nach Salmünster und im Oktober 1961 wurde dann geheiratet. Auch Ehemann Manfred, der nach der Lehre in Wächtersbach noch Berufserfahrung sammelte, stieg in den Betrieb seines Vaters ein. „Wir sind dieses Jahr beide 60 Jahre im Betrieb und im Herbst 60 Jahre verheiratet“, so Irene Enders.

„Ich hatte immer gerne mit Leuten zu tun, auch in der Kanzlei“, sagt sie heute. In Salmünster arbeitete sie sich in das neue Metier ein, half auch in der Werkstatt, erlebte viele Entwicklungen im Elektro- und elektronischen Bereich sowie den stetigen Wandel im Sortiment. Während Manfred Enders zunächst die Meisterprüfung ablegte und sich zum Spezialisten für Radio- und Fernsehen qualifizierte, arbeitete sie sich in die Neuerungen ein und war mit den Schwiegereltern im Geschäft tätig.

Außerdem erledigte sie Büroarbeiten. Aufstellungen und Abrechnungen wurden per Hand angefertigt. „Auf einer kleine Reiseschreibmaschine habe ich Rechnungen geschrieben“, erinnert sich Enders. Auch die Arbeit im Geschäft war eine ganz andere. Für die Ölöfen, die verkauft wurden, hielt man in einem Tank auch Heizöl bereit, das für die Kunden in mitgebrachte Kanister gepumpt werden musste und auch Gasflaschen hielt man bereit.

Enorm die Entwicklung im Bereich der elektrischen Geräte und der Elektronik. Im Sortiment hatten die Geschäftsleute auch Nähmaschinen – zunächst mechanische und dann auch elektrische. Sogar auf der Wächtersbacher Messe hatte Elektro Enders viele Jahre einen Stand und Irene Enders erinnert darüber hinaus an den zunächst kleinen Laden am Haus. 1964 wurde angebaut und aufgestockt, so dass eine große Ladenfläche mit langer Schaufensterfront und darüber Wohnräumen entstand. „Der Laden und die Familie mit unseren drei Kindern waren und sind immer meine Leidenschaft“, sagt Irene Enders, inzwischen gibt es Enkel und Urenkel. Da blieb wenig Zeit für eigene Aktivitäten. „Vereinsmäßig bin ich eher passiv“, sagt sie. Aber sie unterstützt und begleitet ihren Ehemann, der in Vereinen, er ist ein sehr guter Sportschütze, engagiert war und ist. (Elisabeth Schmitt)

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