Archivfoto: Benjamin Tiyaworabun

Schlüchtern bewirbt sich mit „We kehr“ um zwei Preise

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlüchtern - Dass die Schlüchterner „We-kehr“-Aktion ein Erfolg ist, hinterfragt wohl kaum jemand. Im vergangenen Jahr haben gut 1000 Helfer an 100 Orten bei 300 Aktionen mit angepackt. Arbeit, die verbindet. Nachhaltig. Und das ist zumindest preisverdächtig.

Von unserem Redaktionsmitglied Tim Bachmann

„Wir sind angeschrieben worden, ob wir uns um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis bewerben wollen“, erklärt Bürgermeister Matthias Möller (parteilos). Nicht von irgendwem, sondern von den Initiatoren des Preises selbst. Übrigens zum zweiten Mal. „We kehr for Schlüchtern“ hat Kreise gezogen.

Kein Wunder, hat Bürgermeister Möller das Thema doch häufiger vorgestellt und angesprochen. Nicht nur in Schlüchtern, sondern zum Beispiel auch als Referent während des Bundeskongresses „Öffentliche Infrastruktur 2019“ im Dezember in Berlin.

Wie gemalt für den Demografie-Preis

Ja, man werde sich um die vorgeschlagene Bewerbung kümmern. Um genau zu sein: Bewerbungen. Denn die Stadt tanzt mit „We kehr“ auf zwei Hochzeiten. Auch beim Hesschischen Demografie-Preis will man mitmischen. Dabei geht es um den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

„Es geht um Mut, die Herausforderung der heutigen Zeit anzunehmen und ein gutes Vorbild zu sein“, sagt Möller. Und genau das zeichne die Großreinemach-Aktion aus: Teilnehmer unterschiedlicher Parteien, Religionen, Neubürger, Eingeborene, Alte, Junge – ein Projekt für jedermann. „Jeder arbeitet für Schlüchtern und die Stadtteile – zusammen“, charakterisiert Möller die Aktion, die für den Demografie-Preis quasi wie gemalt sei.

Zauberwort Bürgerbeteiligung

Einen anderen Ansatzpunkt hat der Nachhaltigkeitspreis. Ausgezeichnet werden innovative Projekte, mit denen mittels Digitalisierung das Leben am Lande nachhaltig positiv beeinflusst wird. Und da spielt das Ortsbeiratssteuerungsinstrument (OSI) mit rein: Seit geraumer Zeit geben die Ortsbeiräte der einzelnen Stadtteile Mängel via OSI-Liste ans Rathaus weiter. Digital. Und diese Liste wiederum wird mit hergenommen, um die Punkte für die „We-Kehr“-Aktion zu benennen.

Die Bewerbung läuft in beiden Fällen mit dem Projekt und dem dazugehörigen Prozess. So werden auf der neuen Internetseite der Stadt alsbald ein „Digitaler Mängelmelder“ (der später mit OSI verknüpft wird) sowie ein „Bürgerbeteiligungs-Button“ implementiert. Dort könne jeder, nicht nur die Ortsbeiräte, Mängel melden. Das Zauberwort hierbei: Bürgerbeteiligung. Die neue Internetseite wird in den kommenden Wochen stetig aktualisiert , erklärt Möller.

Bewerbungen ist „Chefsache“

„Alle Punkte abzuarbeiten wird einen gewissen Zeitraum in Anspruch nehmen. Das ist klar. Aber es soll schneller gehen. Digital. Einfach. ‚We-kehr‘ ist eine Säule, die uns dabei hilft“, sagt er und freut sich über die neue Gesprächskultur, die im Rathaus vorherrscht. Die soll auch zukünftigen Mitarbeitern vermittelt werden. Auch sie sollen „das leben. Nachhaltig“.

Die Bearbeitung der Bewerbungen um die beiden Preise ist „Chefsache“. „Schließlich habe ich die Arbeitsprozesse selbst in die Wege geleitet. Damit kenne ich mich am besten aus. Außerdem kann ich dann auch alles selbst hinterfragen. Und das ist wichtig. Es gibt noch viel zu tun. Ich bin ja mit Wahlzielen gestartet.“

Hohes Preisgeld

Das Preisgeld stehe nicht im Fordergrund, erklärt Möller. Er begreife die Bewerbung eher als Übung, um sich selbst alles vor Augen zu führen. Aber dennoch geht es auch um ordentlich Geld: um 25.000 Euro beim Demografiepreis und um 30.000 beim Nachhaltigkeitspreis.

Wenn, wie im vergangenen Jahr, mehr als 1000 Schlüchterner Schulter an Schulter (oder eher Besen an Besen) für ihre Heimat arbeiten und zahlreiche Projekte realisieren, von denen schlussendlich alle profitieren, dann ist das ein großer Erfolg. Mit oder ohne Preisgeld.

Termin am 4. April

Am Samstag, 4. April wird in Schlüchtern und den Stadtteilen „wieder in die Hände gespuckt“. Die vierte Auflage der Großreinemach-Aktion „We kehr for Schlüchtern“ steht an. Und es sollen wieder zahlreiche Projekte angegangen werden. Wer noch Vorschläge hat, was am Aktionstag erledigt werden soll, kann sich mit Projektkoordinator Fabian Zarnack per E-Mail an ordnungsamt@schluechtern.de in Verbindung setzen. / tim

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