Der Fertighaushersteller Bien-Zenker hat mit einem amerikanischen Fonds einen neuen Eigentümer.
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Der Fertighaushersteller Bien-Zenker hat mit einem amerikanischen Fonds einen neuen Eigentümer.

Ein Fonds geht, neuer kommt

Fertighaus-Hersteller Bien-Zenker in Schlüchtern hat neuen Eigentümer - doch der Verkauf ist noch nicht fix

  • Tim Bachmann
    vonTim Bachmann
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  • Alexander Gies
    Alexander Gies
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Die gute Geschäftsentwicklung der jüngeren Vergangenheit hat den Schlüchterner Fertighaus-Hersteller Bien-Zenker offenbar zu einer attraktiven Partie gemacht: Am Donnerstag teilte das Unternehmen mit, es hat einen neuen Eigentümer.

Schlüchtern - Die von Equistone Partners Europe beratene Fonds („Equistone“) verkaufen ihre Mehrheitsanteile an der Oikos Group, Anbieter von Fertighäusern mit Hauptsitz in Schlüchtern, an West Street Capital Partners VIII, ein Fonds, der von Goldman Sachs gemanagt wird. Equistone hatte die Unternehmensgruppe Oikos – zu der die Marken Bien-Zenker, Hanse Haus und Living Haus gehören – Anfang 2018 erworben. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Verkauf ist noch nicht fix, da die Genehmigung der zuständigen Behörden aussteht.

Ein Pressesprecher erklärte auf Nachfrage unserer Zeitung: „Unmittelbar sind mir aufgrund des neuen Mehrheitseigners keine Auswirkungen für den Standort Schlüchtern bekannt.“ An der Umstellung auf den Dreischicht-Betrieb bei Bien-Zenker soll ebenfalls nicht gerüttelt werden, gleiches gilt für die Nachfrage nach weiteren Arbeitskräften. „Solange die Nachfrage so ist, wie sie ist, wird wohl am Wachstumskurs festgehalten“, denn: „Der Laden brummt“, weiß der Pressesprecher. Somit stehen beim Schlüchterner Fertighaus-Hersteller „weiterhin alle Zeichen auf Wachstum“, so der Pressesprecher, der anfügt: „Seit Equistone das Unternehmen vor drei Jahren gekauft hat, hat sich die Firma stark entwickelt.“

Schlüchtern: Fertighaus-Hersteller Bien-Zenker hat neuen Eigentümer

Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) attestiert Bien-Zenker, „in den vergangenen Jahren ein lukratives Unternehmen mit hervorragenden Wachstumsperspektiven“ geworden zu sein. Den Eigentümerwechsel sieht er so lange ohne Sorgen, „so lange uns die Gewerbesteuer erhalten bleibt“, hebt Möller hervor, der dem Unternehmen überdies „mehr als dankbar für die Schaffung vieler Arbeitsplätze“ ist. Mit der Geschäftsleitung werde er einen Termin vereinbaren, um im Detail zu klären, was der Verkauf für die Stadt bedeute.

Die Oikos-Gruppe mit ihren drei Marken bietet vom Rohbau bis zur bezugsfertigen Wohnlösung ihren Kunden Häuser aller Fertigungsstufen. Die Gruppe ist insbesondere in Deutschland, Österreich, Großbritannien sowie der Schweiz aktiv und beschäftigt mehr als 1300 Mitarbeiter. Der Umsatz stieg 2020 auf mehr als 400 Millionen Euro.

Schlüchtern: Bien-Zenker will 2021 900 Fertighäuser produzieren

Der „ungebrochen hohe Auftragseingang“ war Ende Januar Anlass für die Ankündigung, ab 1. April in der Produktion vom Zwei- in den Drei-Schicht-Betrieb zu wechseln. Häuser werden dann fünf Tage die Woche rund um die Uhr gefertigt. Wie Geschäftsführer Marco D’Agostino damals erklärte, sei mit der Entscheidung die Freigabe von Investitionen in den Maschinenpark in Höhe von fünf Millionen Euro verbunden sowie die Schaffung von 70 Arbeitsplätzen.

Bien-Zenker gehört nach eigenen Angaben zu den „Top 5“ in Deutschland. Verließen 2017 etwa 720 Häuser das Werk, wuchs diese Zahl in den Folgejahren von 731 und 751 auf 833 Häuser im Jahr 2020. 2021 strebt Geschäftsführer D’Agostino die Zahl von „etwa 900“ an. Im Jahr 2025, so die Prognosen, werden 1100 Häuser die Produktionshallen von Bien-Zenker durchlaufen. Diese Prognose soll sich weitgehend unabhängig von der allgemeinen Konjunkturentwicklung erfüllen: Denn für Wachstum in der Branche sorgt laut D’Agostino schon allein der Trend, dass mehr und mehr Neubauten als Fertighäuser und nicht mehr „Stein auf Stein“ errichtet werden.

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