Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller tritt für eine zweite Amtszeit an.
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Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller tritt für eine zweite Amtszeit an.

Wahl im Mai 2022

Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller kündigt erneute Kandidatur an

  • Alexander Gies
    VonAlexander Gies
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„Ganz klares Ja. Der Wille und die Lust sind da. Ich starte wieder in den Wahlkampf.“ Bürgermeister Matthias Möller – erfüllt von Tatendrang – lässt keinen Zweifel daran, dass er die Geschicke Schlüchterns weitere sechs Jahre lenken will. Er ist der erste, der seine Kandidatur für die Bürgermeisterwahl am 8. Mai 2022 bekannt gibt. 

Schlüchtern - Der Haupt- und Finanzausschuss hat diesen Termin empfohlen. Eine eventuell notwendige Stichwahl soll am 22. Mai über die Bühne gehen. Möllers erste Amtszeit, der vor wenigen Wochen seinen 40. Geburtstag feierte, endet am 31. Oktober nächsten Jahres.

Matthias Möller, der die Bürger Schlüchtern im Januar per Video über Projekte informierte, hat in seiner ersten Amtszeit viele Projekte auf den Weg gebracht. Zur Vorbereitung auf das Gespräch mit den KN hat er begonnen, diese in einer Powerpoint-Präsentation zusammen zu fassen. Und bei Seite 131 war noch lange nicht Schluss ... Bei allem Engagement für die Stadt sind ihm zwei „Projekte“ doch am liebsten: Seine Frau hat ihm zwei Kinder geboren. Zusammen haben sie vier Kinder und leben im neuen Eigenheim (wieder ein Projekt!) am Galgenberg.

Schlüchtern: Bürgermeister Matthias Möller will wieder antreten

„Ich bin meiner Frau extrem dankbar, dass sie mir trotz der hohen Drehzahl und der vielen Stunden Arbeit für meine Aufgabe als Bürgermeister den Rücken stärkt“, sagt Möller. Er bekennt, es sei nicht immer einfach, „eine Balance zwischen Rathaus und Familie zu finden“ – zumal bei einer Arbeitswoche, die 70 und mehr Stunden umfasse. Er gönne sich „ganz wenig Freizeit und einmal im Jahr drei Wochen Urlaub mit der Familie“.

Er beklagt sich nicht, denn ebenso steht für ihn fest: „Ich arbeite gerne. Ich bin ein Arbeitsmensch, ich bin gern im Rathaus, mache gerne Projektarbeit“, sagt Möller. Sogar den Spaziergang am Wochenende nutzt er routinemäßig, sich den Fortschritt von Vorhaben im ganzen Stadtgebiet anzuschauen – und am Montag im Rathaus Änderungswünsche, Anregungen vorzulegen. „Das macht halt auch Spaß zu sehen, wenn etwas wächst. Da geht mir das Herz auf.“ Sei es der Kindergarten in Gundhelm, den er gegen jede Chance durchsetzen konnte, oder selbst der kleine neue Dorftreff mit Sitzgruppe und Blühfeld in Drasenberg.

Es ist diese Vielfalt – vom Vereinsleben über Kultur, Stadtentwicklung, Feste, Bauprojekte, Dorfentwicklung und, und, und – die Möller an seinem Job fasziniert. „Das macht es spannend“, sagt er. Ein „Schock“ war für ihn im Frühjahr 2017 die Schließung des Kaufhauses Langer. Möller stand das Schicksal des Kaufhauses Joh in Gelnhausen vor Augen, dessen Umfeld zu veröden drohte. Kurz vor dem Verkauf des „Langer“ an einen Investor ging er den vielleicht mutigsten Schritt seiner ersten Amtszeit und appellierte an die Besitzer, an die Stadt zu veräußern, um das Gebiet selbst entwickeln zu können.

Bürgermeister Matthias Möller spricht über „unglaublich harte Zeit“

„Der Mut ist gewachsen, weil andere den Weg mitgegangen sind – meine Verwaltung, der ich extrem dankbar bin, und die Fraktionen“, sagt Möller über diese „unglaublich harte Zeit“. Obwohl er als Parteiloser keine Hausmacht im Parlament besitzt, folge die Politik „in kritischer Unterstützung“ den wesentlichen Linien seiner Pläne. Das funktioniere, weil er alle Fraktionen gleich- und frühzeitig informiere, betont Möller, der es in einer Kleinstadt für klüger hält, als Bürgermeister politisch frei agieren zu können. „Ich sehe mich mehr als Manager“, charakterisiert er seine Rolle. Man sei sich „nicht immer einig – aber das ist Demokratie“. Vor seinem Entschluss zu einer weiteren Kandidatur habe er sich schon gefragt, „habe ich einen Scherbenhaufen verursacht oder perspektivisch was aufgebaut?“ Die Antwort, die er fand, liegt auf der Hand.

Für eine weitere Amtszeit hat er derzeit „keine Latte an neuen, bunten Projekten“ im Köcher. Seine Marschroute will er im Frühjahr darlegen. Jetzt gehe es darum, viele Projekte zu Ende zu bringen und fortzuführen. Die Eröffnung der Kindererlebniswelt etwa bedeute nicht das Ende, sondern den Startpunkt, weitere Angebote rund um diesen Anziehungspunkt zu entwickeln. Das spielt in den Bereich „Kultur und Tourismus“ ein, dem Möller in einer nächsten Amtszeit mehr Aufmerksamkeit widmen will.

Er weist auf die Dorferneuerung mit 102 Projekten hin, die viel Arbeit bereiten werde. Das gelte auch für die Umbauten von Stadtplatz und Schlösschengarten, die Sanierung des Freibades, das deswegen ab März ein Jahr geschlossen bleiben werde, oder die Entwicklung des Vogt-Geländes, die konkret wird, wie Möller andeutet. „Wenn ein Projekt scheitert, stehe ich dafür gerade“, betont der Bürgermeister, der selbstbewusst anfügt: „Bei allen Projekten sind wir voll auf Kurs“, um nur in einem Punkt einzuschränken: „Na ja, bei der Kleinmarkthalle vielleicht nicht.“

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