45.000 Euro soll an Schlüchterner Vereine gehen.
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45.000 Euro soll an Schlüchterner Vereine gehen.

Anträge bis 30. November

Entschädigung für Corona-Folgen: 45.000 Euro gehen an Schlüchterner Vereine

  • Alexander Gies
    vonAlexander Gies
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Gutes tun ist gar nicht so einfach. Das merkten die Mitglieder des Sozialausschusses, die das Füllhorn über die Vereine der Stadt ausschütten durften. Am Ende fanden die Stadtverordneten dann doch eine Lösung.

Schlüchtern - Konkret ging es um die Frage, wie die Summe von 45.000 Euro für Folgen der Corona-Pandemie auf die Vereine der Stadt verteilt werden soll. Dieser Betrag ist das Ergebnis von Konsolidierungsanstrengungen im städtischen Haushalt, wie Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) gegenüber unserer Zeitung erklärt hatte.

Doch die Frage einer gerechten Verteilung erwies sich als schwierig. Das fing schon bei der Zahl der Vereine an. Angeblich sind es 185. Aber in dieser Liste finden sich auch nicht eingetragene Gruppierungen oder Abteilungen. Dafür fehlen andere „echte“ Vereine, wie die Ausschussmitglieder schnell feststellten. Entschieden wurde schließlich, nur eingetragene Vereine zu bedenken und nicht einzelne Abteilungen. 40 bis 50 „Vereine“, so die überschlägige Berechnung des Ausschusses, könnten damit schon mal aus der Liste rausfallen.

Corona-Folgen auf Schlüchterner Vereine sollen mit 45.000 Euro entschädigt werden

Wichtigstes Kriterium: Die Hilfe muss coronabedingt sein. So lautete der einstimmige Auftrag der Stadtverordneten. Allerdings wurde deren Förderzweck gekippt, auch Investitionen und Instandhaltung zu unterstützen. Dies könne vernachlässigt werden, weil dieses Kriterium nicht coronabedingt sei und die Stadt – und andere – solche Ausgaben ohnehin förderten.

Förderung

Noch in dieser Woche sollen die Vereine der Stadt angeschrieben und über die Förderung informiert werden.

Gefördert werden können nur eingetragene, gemeinnützige Vereine, die über eine Satzung verfügen und ihren Sitz in Schlüchtern haben.

Gefördert werden coronabedingte Einnahmeausfälle oder Kosten. Das können beispielsweise die Unterhaltung von Vereinsheimen sein oder Kosten für Trainer und Chorleiter. Auch für innovative Projekte der Nachwuchsarbeit und der Mitgliederwerbung soll es Geld geben können. Maximal können 1000 Euro gewährt werden. Die Förderanträge müssen bereits bis 30. November im Rathaus vorliegen. Die Auszahlung erfolgt dann bis Ende Dezember. Voraussetzung für diese Regelung ist, dass die Stadtverordneten dieser am 14. Dezember zustimmen. Somit werden die Vereine Anträge stellen müssen, ehe sie wissen, ob die Förderkriterien tatsächlich gelten.

Ein weiteres Problem, dem sich der Ausschuss gegenüber sah, war der „enorme Zeitdruck“, wie es Ausschussvorsitzender Dr. Peter Büttner (FDP) ausdrückte: Im September hatte die Stadtverordnetenversammlung die Förderung grundsätzlich beschlossen, bis zum Jahresende müssten die Gelder aber wegen der Regeln der Gemeindehaushaltsordnung überwiesen sein. Somit blieben knapp acht Wochen, um das Verfahren von der Festlegung der Kriterien bis hin zur Auszahlung abzuschließen.

Pro Verein maximal 1000 Euro Förderung

Büttner hielt es deshalb „für völlig ausgeschlossen“, in dieser kurzen Zeit detailliertere Kriterien zu finden. So war zwischenzeitlich diskutiert worden, Vereine mit einem Vereinsheim pauschal 1500 Euro zu gewähren, „die Bedeutung“ oder die Größe eines Vereins mit in die Auswahl einzubeziehen oder Schwerpunkte auf Sport, Kultur und Soziales zu legen. „Ich sollte in 34 Jahren zwei Mal als Kommunalpolitiker die Bedeutung von Kultur gewichten. Das gab heiße Debatten und ist beides Male gescheitert. Das tue ich mir nicht mehr an“, sagte Büttner. Die Konsequenz: „Wir setzen keine Prioritäten, die wir ohnehin nicht begründen können“, so der FDP-Mann.

Da es sich bei der Förderung um öffentliche Gelder handelt, ist ein korrekter Nachweis erforderlich. Dieser soll möglichst unbürokratisch erfolgen und von den Vereinen bis Mitte nächsten Jahres vorgelegt werden, findet der Ausschuss.

Weniger Probleme bereitete es, den Erlös aus maximal 5000 verkauften Kalte-Markt-Buttons zu verteilen. Denn hier soll das Geld an Vereine fließen, die in den letzten fünf Jahren einen Stand auf dem Markt betrieben haben oder sonstwie am Markt aktiv waren. Demnach fließt das Geld, dessen Höhe noch nicht feststeht, an acht Vereine: Dazu zählen unter anderem die Bürgergarde, der Club der ehemaligen Präsidenten, die Lebenshilfe, die Stadtkapelle oder die Aktionsgemeinschaft Schlüchterner Vereine.

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