Eine Statue der Justitia
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Weil er an eine Minderjährige zweimal Ecstasy abgegeben hat, ist ein 22-Jähriger zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. (Symbolfoto)

Zwei Jahre Jugendstrafe

Schlüchterner verurteilt: 22-Jähriger steckte 15-Jähriger Ecstasy zu

Weil er an eine Minderjährige zweimal Ecstasy abgegeben hat, ist ein 22-Jähriger zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren verurteilt worden.

Schlüchtern - Die Strafe wird auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, wenn sich der Schlüchterner in einer halbjährigen Vorbewährung nichts mehr zu Schulden kommen lässt. Ansonsten muss er die zwei Jahre im Gefängnis absitzen. Das Jugendschöffengericht Gelnhausen unter Vorsitz von Richter Christian Scheuermann verhängte außerdem einen zweiwöchigen Dauerarrest gegen den vorbestraften jungen Mann. In die Sanktion wurde eine Vorverurteilung mit einbezogen.

Die Tat hatte sich im Dezember 2018 zugetragen. Der Angeklagte hatte damals auf einer Feier eine 15-Jährige aus der Gemeinde Lautertal im Vogelsbergkreis kennengelernt. Fortan hielten die beiden über eine Nachrichten-App Kontakt. Wie die Beweisaufnahme ergab, äußerte dort das Mädchen irgendwann den Wunsch, Ecstasy konsumieren zu wollen. Der Schlüchterner versprach, dies zu organisieren. Etwa zwei Wochen nach dem Kennenlernen trafen sie sich mit einem Freund des Angeklagten am Fuldaer Bahnhof.

Schlüchterner steckt Minderjähriger in Bar zwei Portionen Ecstasy zu

Von dort ging es auf Kneipentour in der Innenstadt. Drei bis vier Runden Schnaps hatten sie schon konsumiert, als der 22-Jährige ihr in einer Bar unter dem Tisch zwei Portionen kristallines Ecstasy zusteckte. Beide konsumierten anschließend die Droge. In der Kombination mit dem Genuss von Alkohol ging es dem Mädchen in der Folge gesundheitlich sehr schlecht. Zunächst ging sie auf Toilette, kam aber mit bleicher Gesichtsfarbe wieder.

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Anschließend verließ sie mit dem Angeklagten das Lokal und hielt sich gut eine Stunde draußen im Freien mit ihm auf. Der bot ihr wohl mehrfach Hilfe an, was sie ablehnte, wie sie vor Gericht bestätigte. Zudem hatte sie Angst vor der Reaktion der Eltern. Der Angeklagte ging daraufhin zurück zu seinem Kumpel in der Bar und ließ das Mädchen alleine zurück. Einige hundert Meter entfernt wurde es auf einem Parkplatz bewusstlos. Erst einige Zeit später kam sie wieder zu sich, und ein Passant wurde auf sie aufmerksam. Der rief einen Krankenwagen zu Hilfe, was ihr nicht recht war. Sie lief weg. Später wurde sie von der Polizei aufgegriffen.

Der 22-Jährige feierte weiter und setzte sich dann in den Zug nach Schlüchtern, wo ihn bald die Polizei aufsuchte. Sie stellte bei ihm weitere Portionen Ecstasy sicher. Vor Gericht zeigte sich der Angeklagte geständig.

In Fulda schlug unterdessen die Gemeinde Petersberg Alarm: Werden bei der Liobakirche Drogen gedealt? (ls)

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