Justitia mit ihrer Waage
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Vor dem Amtsgericht Gelnhausen musste sich ein Familienvater aus Hosenfeld verantworten, der bei über 30 Schuldnern in der Kreide steht. (Symbolbild)

Finanzielle Situation sehr schlecht

Bei „Einkauf“ in Elektronikmarkt in Schlüchtern erwischt: Angeklagter steht bei über 30 Schuldnern in Kreide

Die Schulden erdrücken nach eigenen Angaben den Familienvater aus Hosenfeld. Bei über 30 Schuldnern steht er derzeit in der Kreide, schätzt der 40-Jährige.

Schlüchtern - Einer dieser Fälle führte ihn jetzt vor das Amtsgericht Gelnhausen. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Hanau hatte er am 4. Mai 2019 in einem Schlüchterner Elektronikmarkt eingekauft. Für die Begleichung des fälligen Betrages von 55,99 Euro legte er seine EC-Karte vor und unterschrieb den Lastschriftbeleg – wohl wissend, so die Anklagebehörde, dass sein Konto nicht die dafür erforderliche Deckung aufwies.

Der Angeklagte beteuerte nun, damals sei nicht er, sondern seine Frau in dem Markt zum Einkaufen gewesen. Was gekauft wurde, daran konnte er sich nicht mehr erinnern. Vermutlich war es ein MP3-Player für den Sohn.

In Schlüchtern erwischt: Familienvater aus Hosenfeld steht bei 30 Schuldnern in der Kreide

Schon sehr lange sei die finanzielle Situation in seiner Familie äußerst schlecht. Derzeit beliefen sich die Verbindlichkeiten auf rund 32 000 Euro, obwohl er arbeitet und gutes Geld verdient. Die Schuldnerberatung in Fulda habe ihm nahegelegt, in Privatinsolvenz zu gehen. Daher solle er vorab keinen Gläubiger mehr bedienen, so angeblich der Rat von dort.

Der 40-Jährige stritt ab, vorsätzlich das Schlüchterner Geschäft geschädigt zu haben. Wenn bekannt gewesen wäre, dass das Konto keine Deckung mehr aufweist, hätte seine Frau die Karte auch nicht eingesetzt. Das Ganze sei ein „unglücklicher Zufall“ gewesen. (Lesen Sie hier: Zwei abgemagerte Kühe und ein Tier tot: Veterinäramt des Main-Kinzig-Kreises deckt Missstände auf)

Angeklagter will Schulden umgehend begleichen - Amtsgericht Gelnhausen stellt Verfahren ein

Richter Andreas Weiß leuchtete nicht ein, warum der Hosenfelder im Vorfeld der Gerichtsverhandlung den Vorschlag der Justiz ignorierte, den geringen Betrag von 55,99 Euro zu überweisen und so das Verfahren aus der Welt zu schaffen.

Nun versprach der Angeklagte, nach dem Eingang seines nächsten Gehalts Anfang Mai, umgehend die Schuld zu begleichen. Unter dieser Voraussetzung stellt das Gericht dann das Strafverfahren ohne weitere Auflagen ein. (ls)

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