Das Freibad in Schlüchtern hat wieder geöffnet.
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Das Freibad in Schlüchtern hat wieder geöffnet.

Sprung ins kühle Nass

Die Freibadsaison in Schlüchtern ist eröffnet - ein Erfahrungsbericht

  • Tim Bachmann
    vonTim Bachmann
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Die Sommerferien stehen vor der Tür. Und damit kommt vielerorts die Frage auf: Was jetzt? Corona-bedingt verzichten viele auf eine Reise. Wie wäre es stattdessen mit einem Sprung ins kühle Nass? Das ist seit Mittwoch in Schlüchterns Freibädern wieder möglich. Sogar relativ unkompliziert. Ein Erfahrungsbericht.

Schlüchtern - Mittwochmorgen, 8.45 Uhr: Die Sonne lacht vom Himmel über Schlüchtern. Und vor dem Freibad stehen schon die ersten Badegäste bereit, die der Wiederöffnung „ihres“ Schwimmbads entgegenfiebern. Nach der Öffnung des Rosenbades in Fulda öffnet nun auch hier wieder das Freibad. In Steinau wartet man derweil auf die Öffnung, während in Bad Soden-Salmünster nur im Quellschwimmbad Mernes und in der Spessart-Therme geschwommen werden kann.

Markierungen am Boden in Schlüchtern zeigen an, dass jeder auf den Sicherheitsabstand achten muss. Drei Ordnungshüter überwachen die Szenerie. Ein kleines „Häuschen“ ist vor dem Eingangsbereich aufgebaut. Doch dazu später mehr.

Freibad in Schlüchtern hat wieder geöffnet - drei Wochen wurde an Hygienekonzept gearbeitet

„Ich freue mich riesig. Ich hatte schon Entzugserscheinungen“, sagt Gabi Reinshagen (61) aus Elm – und lacht. Sie ist eine „Dauerschwimmerin“ und kommt im Normalfall vor der Arbeit oder in der Mittagspause vorbei, um ihre Runden zu drehen.

Gespannt lauschten die ersten Badegäste vor dem Freibad den Ausführungen von Kerstin Baier-Hildebrand.

Unter den ersten Gästen sieht sie bekannte Gesichter. Fast ausschließlich Erwachsene. Ein, zwei Jugendliche in Begleitung. Man grüßt sich herzlich, wahrt aber den Sicherheitsabstand und lauscht gespannt den Ausführungen von Kerstin Baier-Hildebrand von der Stadtverwaltung, die den genauen Ablauf schildert. Denn einfach so ins Wasser darf heute niemand. Stichwort: Hygienekonzept.

Mehr als 504 Personen dürfen nicht gleichzeitig im Freibad in Schlüchtern sein

In den vergangenen drei Wochen ist hier viel passiert, wie Schwimmmeister Wolfgang Schröder erklärt. Im Freibad-Areal sind Wege markiert, eine Einbahnstraßen-Regelung, Hygienestationen und ein Podest am Ausgang errichtet worden. Alles scheint auf Vordermann gebracht zu sein. Das Bad ist für die Gäste bereit. „Wir freuen uns total, dass es jetzt endlich losgeht. Es ist superklasse, was das Schwimmbad-Team und der Bauhof geleistet haben“, lobt der Schwimmmeister.

Ein ganzes Becken nur für sich hatte Marion Kreß aus Mittelkalbach, die mit Ehemann Thomas die Freibadsaison in Schlüchtern als erster Gast eröffnete.

Zurück zum Eingangsbereich. Nach der Einweisung kann es auch schon losgehen: Zuerst am genannten „Häuschen“ registrieren (wenn möglich per Handy), dann an der elektronischen Station anmelden. Eine Ampel zeigt den Status, denn mehr als 504 Personen dürfen nicht zeitgleich das Areal betreten. Weiter zur Kasse, und nochmals anmelden, wenn man bereits einen Schlüssel hat. Dann ist es geschafft. Als Erste betreten Marion und Thomas Kreß aus Mittelkalbach das Bad. Marion Kreß: „Wir sind extra angereist“, sagt die Ehefrau und ist auch die Erste, die mit einem beherzten Sprung ins Wasser die Freibadsaison eröffnet.

Freibad in Schlüchtern: Schwarze Bändchen zeigen an, wie viele Personen im Becken sind

Doch zuvor muss sie noch bei Thomas Cavazzini (DLRG) ein Bändchen abholen. Er hat insgesamt 154 schwarze Bändchen vor sich liegen. Damit wird registriert, wie viele Menschen zeitgleich im Wasser sind. Doch in der ersten „Schwimmphase“ braucht er nicht alle.

Gute Laune herrschte auch am Strandkorb des „Wächters der Armbänder“, Thomas Cavazzini.

Das Becken füllt sich. Langsam. Die Liegewiese nicht. Allerorts sieht man zufriedene Gesichter. Viele Gäste bedanken sich, dass die Saison jetzt endlich gestartet ist.

Das Resümee zum ersten Vormittag: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Um 11.30 Uhr müssen alle das Wasser verlassen. Im Schnitt sind laut DLRG-Angaben etwa 40 Personen im Wasser gewesen, das Maximum bildeten 60 Schwimmer. Es hätten noch weitere 94 Badende in die Becken gepasst. Nur vor den Duschen gibt es zum Schluss etwas „Stau“. Aber das haben die „Freibad-Gänger“ sicherlich gern in Kauf genommen.

Lesen Sie hier: In den Freibädern in Wüstensachsen und Landenhausen bleiben die Besucher aus.

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