Wird bald mit Geldern vom Land Hessen saniert: Das Schlüchterner Freibad.
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Wird bald mit Geldern vom Land Hessen saniert: Das Schlüchterner Freibad.

Werden die Mietkabinen erweitert?

Nach Verzögerung: Stadt Schlüchtern erhält eine Million Euro für Freibad-Sanierung

  • Alexander Gies
    vonAlexander Gies
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„Eigentlich“ sollte in diesem Monat die Sanierung des Freibades in Schlüchtern beginnen – eigentlich. Aber Corona hat den Zeitplan pulverisiert. Am Mittwoch gab es schon mal Geld. Eine Million Euro vom Land Hessen – ungefähr ein Fünftel der Gesamtsumme in Höhe von 4,65 Millionen Euro. 

Schlüchtern - Zu diesem freudigen Ereignis war der Staatssekretär Dr. Martin Worms aus dem Finanzministerium in Wiesbaden in den Bergwinkel gekommen, wo er – trotz der gut halbjährigen Verspätung – von Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) freudig empfangen wurde. Neben dem Magistrat waren die Verwaltung, die Fraktionen und die DLRG-Ortsgruppe vertreten.

Mit dem Eintreffen des Bescheids kann die europaweite Ausschreibung beginnen. Möllers Ziel ist es, im September 2021 mit dem ersten Bauabschnitt zu starten, der Arbeiten an der Technik und den Becken umfasst. In der Saison 2022 soll das Becken wieder nutzbar sein, bevor in der darauffolgenden Winterruhe die restlichen Arbeiten erfolgen.

Freibad-Sanierung in Schlüchtern: Eine Million Euro vom Land Hessen

Staatssekretär Worms, der aus Gelnhausen stammt und dessen Vater in Schlüchtern sein Abitur ablegte, verdeutlichte, Schlüchtern habe mit der eine Million Euro die maximale Fördersumme erzielt. Insgesamt sei das Swim-Programm des Landes auf fünf Jahre mit jeweils zehn Millionen Euro angelegt.

Finanzstaatssekretär Martin Worms überreicht Bürgermeister Matthias Möller (rechts) den Förderbescheid über eine Million Euro.

Wie Möller erklärte, ist „nach annähernd 40 Jahren eine grundlegende Sanierung der technischen Anlagen sowie der Gebäude erforderlich“. Die Pläne betreffen die Gebäude, aber – was vor allem die Kosten angeht – die Schwimmbecken, die Leitungen und die Technik. Das markante Kassenhäuschen bleibt erhalten, aber es dient künftig nur noch als Eintrittsbereich und beherbergt die Personalräume. Vom Parkplatz aus gibt es einen barrierefreien Zugang.

Kultmerkmal Mietkabinen wird in Zukunft ausgebaut

Das Nachbargebäude, in dem sich bislang die Technik, die Duschen und das WC befinden, dient künftig als Technik-, Erste-Hilfe- und Abstellraum. Das zunehmend baufällige Gebäude mit den markanten farbigen Türen an den Umkleidekabinen wird abgerissen und in Holzrahmenbauweise neu errichtet. Dort sollen künftig neben dem Kiosk mit einer davor liegenden Terrasse die Umkleiden, normale und barrierefreie WCs sowie die Wechselkabinen untergebracht werden. Die Zahl von 80 Mietkabinen, die bislang pro Saison für 46 Euro gebucht werden können, bleibt gleich und wird eventuell sogar erhöht. „Diese Mietkabinen sind einmalig in der Region und tragen zum Kultcharakter des Freibades bei“, verdeutlicht Möller.

Ebenfalls soll die markante Farbgebung der Türen der Umkleiden in Gelb, Rot und Blau beibehalten und auf weitere Bereiche des Bades ausgedehnt werden. Kostenintensiv werden vor allem jene Maßnahmen sein, die nicht auf den ersten Blick ins Auge fallen.

Freibad in Schlüchtern: Barrierefreiheit, Energieeffizienz und Eignung für alle Generationen

Dabei geht es um eine Erneuerung der etwa 40 Jahre alten Technik, der Leitungen und der Becken. An den Zuleitungen gibt es oft undichte Stellen, Ersatzteile sind nur schwer zu beschaffen. Was bleibt: Das Badewasser wird auch künftig durch Produktionsabwärme aus der benachbarten Möbelfabrik Rudolf erhitzt. Das Kinderplanschbecken rückt näher an den Nichtschwimmerbereich heran. So haben Eltern „die kleinen Racker“ besser im Blick.

Staatssekretär Worms verstand die Förderung als ein Symbol dafür, dass das Land „trotz Krise optimistisch in die Zukunft schaut“. Bürgermeister Möller sprach von drei Zielen, die erreicht werden sollten: Barrierefreiheit, Energieeffizienz und die Eignung für alle Generationen von jung bis alt, vom Freizeitschwimmer bis zum sportlich anspruchsvollen Badegast.

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