Gremienmitglieder in Schlüchtern sollen iPads erhalten. Damit soll der Versand von vielen tausend Seiten Papier gespart werden.
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Gremienmitglieder in Schlüchtern sollen iPads erhalten. Damit soll der Versand von vielen tausend Seiten Papier gespart werden.

Nutzer sollen geschult werden

iPads für Gremienmitglieder in Schlüchtern sollen Papier einsparen - Hohe Leasingkosten

Die Stadtverordneten, die Magistratsmitglieder und die Ortsbeiräte in Schlüchtern werden digitaler: Statt viele tausend Seiten Papier pro Jahr per Post zu versenden, sollen die Sitzungsunterlagen zunehmend in digitaler Form zugänglich gemacht werden. 

Schlüchtern - Die Verwaltung erwartet für sich eine Arbeitserleichterung, und auch den Gremienmitgliedern werde das Ehrenamt erleichtert, weil diese zu jeder Zeit und an jedem Ort auf ihre Unterlagen zugreifen können. Geld werde gespart durch den Verzicht auf Druck, Aufbereitung und Verteilung der Papiere. Diese können mehrere Dutzend Seiten umfassen. Für die jüngste Stadtverordnetensitzung beispielsweise wurden jeweils 50 Seiten an mehr als 30 Stadtverordnete verschickt. Allerdings stehen diesen Einsparungen jährlich Leasingkosten von brutto 15.400 Euro für digitale Endgeräte gegenüber. Es ist also nicht ausgemacht, ob die eingesparten Papierkosten höher liegen als die Leasingkosten.

Der digitale Weg soll in mehreren Etappen beschritten werden. Zunächst wird ein Ratsinformationssystem eingerichtet, das alle Inhalte wie Tagesordnungen, Vorlagen, Protokolle, Beschlüsse und Abstimmungsergebnisse enthält – sofern diese öffentlich sind. Denn die Unterlagen sollen über die Homepage der Stadt auch der Bürgerschaft zugänglich gemacht werden.

Schlüchtern: Gremenmitglieder sollen iPads erhalten - Schulungen im Spätsommer kosten jeweils 1500 Euro

Im zweiten Schritt werden den Gremien die Unterlagen automatisch über ihre Benutzerkonten zugestellt. Dann können die Ortsbeiräte die Inhalte auf ihrem Smartphone, Tablet, Laptop oder PC im PDF-Format herunterladen, anschauen, markieren oder mit Notizen versehen.

Im dritten Schritt werden 124 iPads auf Leasingbasis beschafft und den Gremienmitgliedern leihweise zur Verfügung gestellt. Im Spätsommer sollen die Nutzer geschult werden. Dazu werden aller Voraussicht nach zwei bis drei Schulungstage notwendig sein, die jeweils 1500 Euro brutto kosten sollen.

Stadtverordnete in Schlüchtern machen Weg frei für Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG)

Mit 25 Ja-Stimmen bei fünf Enthaltungen haben die Stadtverordneten den Weg frei gemacht für die Gründung einer Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG). Deren Aufgabe ist zunächst nur die Errichtung und der Betrieb der Kindererlebniswelt. Damit zählt der Bau von preiswertem Wohnraum auf dem Langer-Areal vorerst nicht mehr automatisch zur Aufgabe der SEG. Dieser Punkt hatte der SPD Bauchschmerzen bereitet. Nach der Änderung stimmte sie überwiegend zu. Die FDP, welche eine SEG im Grundsatz befürwortet, scheiterte mit einem Änderungsantrag, konnte aber dafür vereinzelt Stimmen oder Enthaltungen aus den Reihen von CDU und SPD einsammeln. Die Liberalen wollten, dass nicht automatisch eine SEG gegründet wird, sondern zunächst die Zwecke benannt und ein Wirtschafts- und Finanzplan aufgestellt wird, bevor es an die Gründung geht. FDP-Mann Alexander Klüh: „Ich kann keine GmbH gründen, deren Satzung ich nicht kenne.“

Allerdings sieht der Beschluss vor, dass der Magistrat den Wirtschafts- und Finanzplan und den Entwurf des Gesellschaftervertrags mit den Stadtverordneten abstimmt. Insofern sei dem Anliegen der FDP Genüge getan, befand Bürgermeister Matthias Möller (parteilos). Die CDU bezeichnete die SEG als einen Paradigmenwechsel und erwartet die „Feingestaltung“ bis zum Sommer. Die SPD zeigte sich zufrieden damit, dass die SEG sich zunächst nur auf die Kindererlebniswelt beschränke. Die BBB hält es für zwingend erforderlich, dass die SEG weitere Aufgaben übernimmt. Das sehen auch die Grünen so. Den Blick nur auf die Erlebniswelt zu setzen, das sei zu kurz gesprungen, meinen sie. Die SEG müsse sich Themen wie Wohnen, Soziale Integration, Tourismus, Regionalarchiv oder der Synagoge widmen. (ag)

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