Zu erheblichen Bodenerosionen in der angrenzenden bewaldeten Hanglage ist es in der Nähe des Zementwerks Elm gekommen, berichtet die BBB.
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Zu erheblichen Bodenerosionen in der angrenzenden bewaldeten Hanglage ist es in der Nähe des Zementwerks Elm gekommen, berichtet die BBB.

Zementwerk in Elm bedroht

Schlüchterner Bürgermeister zur Hochwasserproblematik: „Wissen, wo Hotspots sind“

Beim Hochwasserschutz in Schlüchtern ist offenbar viele Jahre zu wenig getan worden. Das wurde jetzt anlässlich eines Antrags der Bürgerbewegung Bergwinkel (BBB) deutlich.

Schlüchtern - Die BBB hatte beantragt zu prüfen, wie in Elm das Zementwerk der Firma Alt und Nachbarliegenschaften künftig vor Hochwasser geschützt werden können. Wie Michael Jahn für die BBB den Stadtverordneten berichtete, sei in der Vergangenheit das Gebäude überflutet worden. Die Feuerwehr habe mit Sandsackbarrieren und Wasserpumpen anrücken müssen. Durch den Starkregen sei es außerdem zu erheblichen Bodenerosionen in der angrenzenden bewaldeten Hanglage gekommen.

Die anderen Fraktionen waren nicht grundsätzlich dagegen, Abhilfe zu schaffen, aber es herrschte die Meinung vor, man dürfe sich nicht nur ein Schicksal herausgreifen, sondern müsse für alle Stadtteile das Problem grundlegend angehen. Deshalb wurde der Antrag der BBB an den Bauausschuss verwiesen.

Bürgermeister Möller: „Wir haben das Thema vor uns hergeschoben“

Heiko Büchner (SPD) argumentierte zudem, dass seine Fraktion schon 2016 einen Antrag mit ähnlicher Stoßrichtung eingebracht habe, der auch beschlossen worden sei. Damals sei der Magistrat aufgefordert worden, Fälle, Schäden und Problemzonen aufzulisten und eine Prioritätenliste gestaffelt nach dem Risiko zu erarbeiten. „Das Thema gehört stadtübergreifend in den Bauausschuss“, sagte Büchner. „Es wird uns wohl Jahre oder Jahrzehnte begleiten.“ Rolf Moritz (CDU) teilte diese Auffassung: „Das Problem ist überall. Wir sollten nicht irgendetwas herauspicken. Wir brauchen endlich Gesamtkonzepte und müssen die Aufgaben abarbeiten.“

Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) räumte ein: „Wir haben das Thema jahrelang vor uns hergeschoben. Wir sind noch nicht da, wo ich sein will. Wir werden uns weiter verbessern.“ Er wies aber auch darauf hin, dass es viele Problemlagen im Stadtgebiet gebe; in Hutten, Herolz, Niederzell und anderswo. Es tauchten auf einmal Probleme auf, wo es vorher keine gegeben habe. Die Verwaltung wisse mittlerweile, wo die Hotspots lägen. Er selbst sei bei jedem Hochwasserereignis während seiner bisherigen Amtszeit vor Ort gewesen, um den Betroffenen beizustehen.

Der Bürgermeister zeigte sich überzeugt, dass dieses Thema nicht nur in die Verantwortung der Stadtverwaltung oder des Bauhofs falle, sondern auch die Eigeninitiative von Privatleuten oder den Ortsbeiräten erfordere. (ag)

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