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„111 Orte an Main und Kinzig ...“: hr-Moderator Tim Frühling hat sein neues Buch in der CI-Factory vorgestellt

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Von: Hanns-Georg Szczepanek

Gleichermaßen amüsant und informativ hat Tim Frühling am Mittwoch seinen neuen Regional-Reiseführer für das Kinzigtal präsentiert. Darin führt er zu „111 Orten an Main und Kinzig, die man gesehen haben muss“. Zu diesen zählt neben Kuriositäten unter anderem eine verkorkste neue Stadtmitte. 

Schlüchtern - Das etwa 100-köpfige Publikum genoss in der CI Factory auf dem Distelrasen (Main-Kinzig-Kreis) nicht nur den kurzweiligen Vortrag des hr-Moderators und Autors, sondern ebenso die spektakuläre Aussicht von der im fünften Stock gelegenen Kantine „High5“.

Die Firma Engelbert Strauss stellte diese für die Veranstaltung unseres Verlags dankenswerterweise zur Verfügung. Die Gäste wurden dort mit kleinen Snacks aus eben jener Küche verwöhnt, die vom Magazin „Focus“ Anfang 2020 zur besten Betriebskantine Deutschlands gekürt worden ist. Die CI Factory ist im Übrigen einer der 111 Orte in dem 240-seitigen Buch, welches vor Kurzem erschienen ist.

Main-Kinzig-Kreis: hr-Moderator Tim Frühling liest aus seinem neuen Buch

Tim Frühling hat natürlich nicht alle 23 aufgeführten Orte vorstellen können, die sich im Altkreis Schlüchtern befinden. Zu diesen gehören der Drei-Burgen-Weg in Schlüchtern und Sinntal ebenso wie die einstige Benediktinerabtei der Bergwinkelstadt, die „Teufelshöhle“ in Steinau sowie die noch junge „Ardeas Seenwelt“ rund um den Kinzigstausee.

In der Kantine der CI-Factory von Engelbert Strauss lauschte das Publikum den Ausführungen des Autors Tim Frühling.
In der Kantine der CI-Factory von Engelbert Strauss lauschte das Publikum den Ausführungen des Autors Tim Frühling. © Alexander Gies; Collage: Fuldaerzeitung

Das Wasserwerk in Mernes hält der 46-Jährige aus Frankfurt genauso für sehenswert wie die Ziegenkäserei in Gomfritz oder das Literaturcafé in der Steinauer Altstadt. Dort zum Beispiel gibt es zu jedem Heißgetränk ein Gebäck namens „Madeleine“ – Marcel Proust lässt grüßen.

Tim Frühling ergänzt bei vielen der 111 Orte das schon Bekannte um weniger Bekanntes, offeriert Anekdoten aus Geschichte und Recherchearbeit oder spekuliert, ob etwa das nackte „Gelnhäuser Männchen“ an der Marienkirche die erste Darstellung eines „Flitzers“ gewesen ist.

Steilvorlagen aus Birstein und Oberndorf

Steilvorlagen für Pointen liefern natürlich Kuriositäten wie das doppelte Dorf Bös-Gesäß/Bösgesäß in Birstein, das aber gar nichts mit dem Allerwertesten zu tun hat. Oder der inzwischen bundesweit belächelte Brunnen in Oberndorf, der zwar die (längliche) Kinzig zwischen Vogelsberg und Spessart (jeweils kugelförmig) darstellen soll, bei dem aber alle Betrachter an des Mannes bestes Stück erinnert werden.

Für Aha-Erlebnisse sorgt Tim Frühling unterdessen mit Ort Nummer 80, der sich mit dem Zuckerstreuer beschäftigt, den ein gewisser Heinrich Kurz vor gut 100 Jahren in Windecken erfunden hat. Doch erst sein Enkel ließ die Idee 1953 schützen. Der Streuer erhielt den Namen „süßer Heinrich“. Ort Nummer 100 ist die Kinzigquelle in Sterbfritz, die in Hanau eine schönere Mündung verdient hätte.

Biebergemünd und Ahl schaffen es in den Reiseführer

Außerhalb von Biebergemünd ist wohl nur wenigen bewusst, dass die Vorlage zu dem „Oscar“-gekrönten Film „Der Pianist“ ein gewisser Wilm Hosenfeld ist, der an der Bieber Lehrer war und in Warschau von den Nazis verfolgten Menschen das Leben rettete. Nach ihm ist im Ortsteil Kassel ein Platz benannt.

Auch die Vorgeschichte zum Major-Bedding-Brunnen in Ahl findet sich in dem Reiseführer. Der britische Major stemmte sich 1945 erfolgreich gegen die Zerstörung des Ortes durch die US-Armee.

Bleibt noch aufzulösen, wo denn nun die missglückte Stadtmitte zu finden ist. Die steht in Nidderau, meint Tim Frühling. Und wo er Recht hat  ...

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