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Rathauschef in Schlüchtern hofft Sonntag auf Wiederwahl und top Ergebnis - „Sechs Jahre hart gearbeitet“

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Von: Tim Bachmann

Schlüchtern im Main-Kinzig-Kreis hat am Sonntag die Wahl: Sechs weitere Jahre mit Matthias Möller (parteilos) im Rathaus-Chefsessel: Ja oder nein?
Schlüchtern im Main-Kinzig-Kreis hat am Sonntag die Wahl: Sechs weitere Jahre mit Matthias Möller (parteilos) im Rathaus-Chefsessel: Ja oder nein? © Benjamin Tiyaworabun

Die Bürger in Schlüchtern im Main-Kinzig-Kreis haben am Sonntag die Wahl: Sechs weitere Jahre mit Matthias Möller (parteilos) im Chefsessel des Rathauses: Ja oder nein?

Schlüchtern - Matthias Möller hat im Gespräch mit unserer Zeitung einen Einblick in sein Seelenleben gegeben. Und der 40-Jährige erläutert seine Vorstellungen, wie es in Schlüchtern im Main-Kinzig-Kreis – mit ihm als Bürgermeister – weitergehen soll.

Herr Möller, so kurz vor der Wahl, was überwiegt: Bammel oder Vorfreude?

Vorfreude. Ich habe sechs Jahre unglaublich hart gearbeitet und um jede Stimme im Parlament gekämpft und eine Rekordsumme an Fördermitteln eingeworben. Ich habe eine Stadt übernommen, die keine erkennbare Vision hatte. Zwischen Parlament und Verwaltung gab es mehrheitlich keine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Folgen waren, dass Unternehmen abgewandert sind und das Schlüchterner Rathaus als nicht verlässlicher Partner wahrgenommen wurde. Die Haushalte waren über Jahre defizitär, hohe Kassenkredite waren die Folge. 

Die genannten Gründe haben mich damals bewegt, als Bürgermeister meiner Heimatstadt zu kandidieren. Denn ich habe mir zugetraut, all diese Missstände verbessern zu können. Die Bilanz heute: Wir haben in ausnahmslos allen Bereichen unsere Stadt weiterentwickelt. Vielleicht haben wir an der ein oder anderen Stelle zu viel Gas gegeben. Aber: Uns blieb im interkommunalen Wettbewerb leider wenig Zeit. Wir mussten handeln, auch um die angebotenen Fördergelder einwerben zu können. 

Main-Kinzig-Kreis: Rathauschef Matthias Möller hofft auf Wiederwahl und top Ergebnis

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Was wäre Ihr Wunschergebnis?

Ich möchte wiedergewählt werden – und zwar mit einem guten Ergebnis!

Die Stadt hat jüngst den Etat einem „Stresstest“ unterzogen. Wie sieht es aufgrund von Corona und Krieg tatsächlich aus?

Ich möchte hier nochmals klarstellen, dass es Schlüchtern finanziell wieder gut geht. Wir haben jederzeit vorausschauend agiert und uns ein solides finanzielles Polster geschaffen. Unter meiner Leitung konnten wir gut 23 Millionen Euro Eigenkapital bei einer Bilanzsumme von 67,4 Millionen Euro aufbauen.

Das entspricht einer Eigenkapitalquote von rund 35 Prozent. Bis heute haben wir über 18 Millionen an Zuschüssen und Förderungen akquirieren können, zudem wurden alle Kassenkredite in Höhe von 13,7 Millionen Euro vollständig abgebaut. Das ist wirklich mehr als zufriedenstellend! 

Wir werden den Bürgern keine Steuererhöhungen aufbürden, dafür werde ich wie in den letzten Jahren mit meiner Mannschaft hart arbeiten. Die Bürger in Schlüchtern verstehen nicht, dass sich die Finanzen in meiner Amtszeit deutlich verbessert haben. Die finanzielle Schieflage, die Schlüchtern hatte, haben wir dank harter Arbeit ändern können. Der Investitionsstau der letzten Jahre war hoch und muss jetzt sukzessive abgebaut werden. 

Haben der Krieg in der Ukraine und die steigenden Rohstoffpreise Auswirkungen auf die Planungen der Werner-Gruppe bezüglich der Neuen Mitte?

Nein! Die Werner-Gruppe hält an den Planungen fest. Es gab ein offizielles Verfahren, was uns Sicherheit gibt, dass die gezeigten und vorgestellten Entwürfe in dieser Art und Weise umgesetzt werden. Der Weg, das Langer-Areal anzukaufen und zu entwickeln, war genau der richtige. Unser Mut und das Risiko wurde belohnt, indem wir die Innenstadt vor dem drohenden Kollaps bewahren konnten. Weiterhin hat der Verkauf alle Aufwendungen wieder eingespielt. Ende gut, alles gut! 

Wie sieht es mit den städtischen Großprojekten mit den Kosten und Zeitenplänen aus?

Die Großprojekte sind aktuell im Kosten- und Zeitplan. Wir haben natürlich die geopolitische Lange permanent im Auge und beobachten den Markt sehr kritisch und versuchen, aus den Informationen Schlüsse für unser Handeln zu ziehen.

Das Projektcontrolling wird hier eine entscheidende Rolle spielen – wie bei allen Projekten. Wir haben auch hier die Arbeitskultur im Rathaus geändert und ein Controlling geschaffen, welches die Projekte intensiver überwacht und somit Zeit und Kosten entsprechend im Blick behält. Allerdings müssen wir ständig Lieferketten und Preise genauestens im Auge behalten.

Wir werden aber keine investiven Projekte, die über die Städtebauförderung laufen, schieben oder gar canceln müssen. Schlüchtern hat einen massiven Investitionsstau aufgebaut, der sehr erdrückend ist. Ich möchte in den nächsten sechs Jahren Wasser, Kanalleitung und Straßensanierungen vorantreiben. Und auch hier gibt es wieder einen Vorteil für die in Schlüchtern lebenden Bürger: Seit zwei Jahren erheben wir keine Gebühren zur Straßensanierung. 

Video: Schlüchterns „Neue Mitte“ - Fuldaer Investor bebaut Langer-Areal

Das Dorferneuerungsprogramm wird uns dabei helfen, erhebliche Investitionskosten einzusparen. Wir erhalten bis zu 90 Prozent Förderungen für den Bau des Dorfgemeinschaftshauses in Elm, den Erweiterungsbau in Ahlersbach zum Kombinationsbau aus Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus sowie die notwendige Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Hutten, welches leider nach dem Umbau im Jahr 2014 zahlreiche Baumängel aufweist. Weiterhin werden wir in den nächsten Jahren Bauland in den Stadtteilen ausweisen. Auch dies wird im Rahmen der Dorferneuerung gefördert.

Das „Kuki“ ist nunmehr seit geraumer Zeit Geschichte. Die Stadt hatte einmal die Idee, ein Pop-Up-Kino in der Stadthalle zu beherbergen. Was ist daraus geworden?

Im Kultur- und Begegnungszentrum wird es in Zukunft wieder kommunales Kultur-Kino geben, aber unter städtischer Regie mit Begleitung eines externen Partners. Wir testen in diesem Jahr bereits ein Open-Air-Kino auf der Mauerwiese.

Am Montag, 9. Mai, geht Bürgermeister Matthias Möller…

…ganz normal ins Rathaus. 

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