Rudolf und Jökel verkaufen Fachwerkhaus an Mükerrem Demirbag
+
Rudolf und Jökel verkaufen Fachwerkhaus an Mükerrem Demirbag

Schlüchterner Kleinod Messerschmied

Rudolf und Jökel veräußern Fachwerkhaus an Mükerrem Demirbag

  • Alexander Gies
    vonAlexander Gies
    schließen

Mit seinen erst 25 Jahren hat sich der Schlüchterner Mükerrem Demirbag bereits einer kleinen, aber beeindruckenden Zahl an Bauprojekten angenommen. Jetzt hat der Makler das Fachwerk-Kleinod Messerschmied in der Schmiedsgasse erworben, das er bis ins Jahr 2022 sanieren und erweitern möchte.

Das Bauhandwerk ist Demirbag in die Wiege gelegt worden. Sein Großvater war in der Türkei Bauunternehmer. Dennoch schlug der 25-Jährige zunächst einen anderen Berufsweg ein: Er wurde Krankenpfleger und ließ sich zum Pflegedienstleiter fortbilden.

Doch die Bautätigkeit juckte den jungen Mann schon da in den Fingern: Nach einer Weiterbildung zum Makler gründete er Kinzig-Immobilien, die ihren Sitz in der Obertorstraße hat. Zugleich erwarb er mit Hilfe der Banken das ehemalige Café Egner vis-a-vis, sanierte und baute es um. Es entstanden sechs Wohnungen à 60 Quadratmeter, die er vermietet hat.

Projekt soll im nächsten Jahr beendet sein

Nachdem dieses Projekt abgeschlossen war, engagiert er sich beim Bauprojekt Krämerstraße. Im „Braustübchen“ beginnen so langsam die Sanierungs- und Umbauarbeiten zu einem Café und Begegnungsraum für die künftigen Bewohner sowie vier Wohnungen zwischen 70 und 100 Quadratmetern. Im nächsten Jahr soll dieses Projekt beendet sein.

Und danach geht es an den „Messerschmied“. Das Fachwerkgebäude von 1708 hatten die Unternehmer Karl Friedrich Rudolf sowie Peter und Stefan Jökel im Jahr 2017 nach dem Tod des Messerschmiede-Meisters und Büchsenmachers Helmut Müller gekauft. Zum einen, um den Bau von Parkplätzen für das neue Flemmig-Haus zu ermöglichen, aber auch, um das traditionsreiche und denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten.

„Wir sehen uns der Stadt verpflichtet“

„Wir sehen uns der Stadt verpflichtet“, hatten die Unternehmer damals gesagt und versprochen, das Objekt in gute Hände zu geben.

Das ist ihnen nach ihrer Überzeugung gelungen. Zunächst hatten sie die Immobilie den Nachbarn zum Kauf angeboten. Als dies nicht zustande kam, hätten Rudolf und Jökel das Gebäude auch schneller verkaufen können, wie sie erklären, doch „wir wollten es in ordentliche Hände geben, damit etwas ordentliches daraus wird“, betonen sie. Mit dem Verkauf jetzt, an dem sie nichts verdient hätten, „sind wir zufrieden, weil bei Herrn Demirbag Liebe und Sachverstand zusammenkommen“. Helmut Müller gucke „bestimmt zufrieden aus dem Himmel herunter und findet das gut“, sagt Rudolf.

Nicht bange vor der Sanierung

Mükerrem Demirbag ist nicht bange vor der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes, dem in einem 60 Seiten starken Gutachten zudem lediglich leichte bis mittlere Schäden attestiert werden. Die Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde klappe gut: „Die sind offen für alles“, sagt Demirbag, der für die Arbeiten auf einen bewährten Handwerker-Pool für Fenster-, Sanitär- und Trockenbau zurückgreifen kann.

Arbeiten beginnen 2021

Die Arbeiten sollen 2021 beginnen. Im Erdgeschoss sollen nach seinen Vorstellungen Laden- oder Büroflächen im Umfang von 150 bis 170 Quadratmeter entstehen, im ersten Obergeschoss und im Dach insgesamt drei Wohnungen.

Um Demirbag mehr Freiraum zu gewähren, haben die Nachbarn Rudolf und Jökel ihm erlaubt, den Grenzabstand von drei Metern zu unterschreiten und über ihren Parkplatz zu fahren.

Musste der neue Messerschmied-Besitzer Demirbag bei seinem ersten Sanierungsprojekt noch auf die Finanzierung durch die Bank setzen, so kann er den Erwerb des Fachwerkhauses nun aus eigenen Mitteln stemmen. Es wird also spannend sein zu sehen, welchem Bauprojekt sich Demirbag nach Braustübchen und Messerschmied künftig zuwenden wird.

  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren