Die „Planemächer-Kinder“ blicken bald auf ein Café, das auch das Areal vor dem Restaurant-Saal bespielen wird. Und der Bereich vor der Stadthalle soll von den Pächtern des Restaurants als Biergarten genutzt werden.
+
Die „Planemächer-Kinder“ blicken bald auf ein Café, das auch das Areal vor dem Restaurant-Saal bespielen wird. Und der Bereich vor der Stadthalle soll von den Pächtern des Restaurants als Biergarten genutzt werden.

Stadtverordnete einigen sich

Schlüchtern: Stadthallen-Plan mit Café und Catering angenommen

  • Tim Bachmann
    vonTim Bachmann
    schließen

Zukünftig werden ein Café-Betreiber und ein Caterer gemeinsam den Restaurantbetrieb in Schlüchterns „Gudd Stubb“ schmeißen (wir berichteten). Darauf einigten sich die Stadtverordneten am Montagabend. Doch 100 Prozent glücklich ist man mit dieser Lösung anscheinend nicht überall, wie sich in der Abstimmung zeigte.

Schlüchtern - „Kommt ja nicht jeden Tag vor, dass wir hier über Gaststätten-Konzepte befinden dürfen. Ist ja auch in einer freien Marktwirtschaft nicht gerade unser Bier.“ So startete Grünen-Fraktionschef Gerd Neumann seinen Redebeitrag.

Dass die Verpachtung einer städtischen Immobilie nicht von den Stadtverordneten abgestimmt werden muss, erwähnte schon Rolf Moritz (CDU) in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, lobte aber zugleich das Vorgehen der Stadtverwaltung, schaffe es doch Transparenz und eine demokratische Mitgestaltungsmöglichkeit.

Stadtverordnete auf der Suche nach einem frischen Konzept für Schlüchterns Innenstadt

Neumann allerdings sah bereits in der Ausschreibung Probleme. Denn: „Gesucht wird ‚EIN‘ Partner für den zukünftigen Betrieb der Stadthalle Schlüchtern als multifunktionale Einrichtung.“ Neumann weiter: „Matthias Möller sagte uns, dass er in Gesprächen mit Bürgermeistern erfahren musste, dass Stadthallenrestaurants nie laufen.“ Dies bestätigt auch Alexander Klüh (FDP) im HFA, der in diesem Bereich beratend tätig ist. „Wenn man das also weiß und hier in Schlüchtern ebenfalls diese Erfahrung gemacht hat, inzwischen mehrfach, dann frage ich mich, warum sucht man dann wieder öffentlich nach genau diesem Gastronomie-Konzept, das augenscheinlich nirgendwo funktioniert?“, fragte Neumann.

So dürfe man sich auch nicht wundern, dass nur zwei Bewerbungen eingegangen seien. „Und das hat dann auch überhaupt nichts mit den schwierigen Corona-Zeiten zu tun!“, so Neumann, dem auch die Idee, ein Café hier zu verorten, nicht gefiel. Das sei ein „Mehr vom Gleichen“ und kein „Mehr an Vielfalt“. Der andere Pächter hingegen, der sich auch federführend um die „Kleinmarkthalle“ kümmern werde, biete laut Neumann „raffinierte, hessische Küche aus regionalen Produkten für jeden Geldbeutel, mit einem Biergarten im Parkgelände. Das klingt nach einem frischen Konzept für die Innenstadt“.

Trotz Gegenstimmen: Mehrheit für den Antrag kommt zustande

Rainer Grammann (FDP) lobte die klare Trennung von Stadthalle und Restaurant-Pächtern, gebe dies den Vereinen doch Handlungsspielraum. Auch berichtete der Ortsvorsteher der Innenstadt, dass die Aktionsgemeinschaft den Plänen positiv gegenüberstehe. „Wir sollten froh sein, Pächter und Investoren gefunden zu haben“, resümierte Grammann.

SPD-Fraktionschef Helmut Meister hob hervor, dass der Platz zwischen Stadthalle und Schlösschen inzwischen sehr gut angenommen werde und nun kurzfristig belebt werden könne. Er sehe keine Konkurrenzsituation und lobte: „Stadt, Verein und Privatpersonen können die Dienstleistungen der neuen Pächter in Anspruch nehmen, müssen es aber nicht.“

Auch CDU-Fraktionschef Jürgen Heil lobte die Trennung von Restaurantbetrieb und Stadthallenbewirtschaftung, bekannte aber, dass es kritisch zu sehen sei, dass ein „klassischer Restaurantstandort verlorengeht“. Und: „Wurde der Gaststättenverband in das Bewerbungsverfahren einbezogen?“ Der Magistrat sollte nun darauf achten, „bei der Außengestaltung durch Firmenschilder dezent vorzugehen“, so Heil.

Trotz einzelner Gegenstimmen und Enthaltungen von Grünen, CDU und SPD gab es eine Mehrheit für den Antrag.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema