Das Foto zeigt einen Blick in die Produktion der Firma Möbel Rudolf.
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Bürgermeister Möller berichtet, dass eine Mehrheit von Unternehmern, die sich auf eine Anfrage hin geäußert haben, positiv in die Zukunft schauten. Das Foto zeigt einen Blick in die Produktion der Firma Möbel Rudolf.

Besser durch als in die Krise rein?

Wie kommt Schlüchtern durch die Corona-Krise? Bürgermeister Matthias Möller äußert sich zu den Finanzen

Womöglich kommen Schlüchterner Unternehmer zumindest bislang recht gut durch die Corona-Krise. Das legen erste Ergebnisse einer Umfrage nahe, über die Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) gestern Abend berichtete.

Schlüchtern - Vor den Stadtverordneten sagte Möller, er habe die Gewerbetreibenden in seiner Stadt Mitte Juli um eine Einschätzung gebeten. „Tendenziell lässt sich ablesen“, so der Bürgermeister, „dass die Mehrheit der rückmeldenden Unternehmer die zukünftige Situation für ihr Geschäft unverändert positiv einschätzen oder lediglich geringe Rückgänge erwarten“.

Und die guten Nachrichten sind damit noch nicht erschöpft. Denn voraussichtlich Ende September erhält die Stadt aus Bundes- und Landesmitteln einen Betrag von 1,883 Millionen Euro, um Ausfälle bei der Gewerbesteuer aufzufangen. Möller betonte, dass diese Zahl noch nicht bestätigt sei.

Schlüchterner Unternehmer erwarten nur geringe Rückgänge durch Corona

Aktuell erwartet die Kämmerer für dieses Jahr 5,61 Millionen Euro an Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Das liegt zwar unter dem Ansatz von 6,325 Millionen Euro, aber rechnet man die Zuweisung von gut 1,8 Millionen Euro hinzu, so ergibt sich am Ende ein Plus von 1,168 Millionen Euro. Damit, so Möller, lasse sich auch der erwartete Verlust aus dem Einkommensteueraufkommen in Höhe von 893.000 Euro vollständig kompensieren. Kurz: Die Stadt würde zumindest in diesem Jahr finanziell besser aus der Krise herauskommen, als sie hineingegangen ist.

Als maßgebliche Gründe für die Erholung der Finanzen führte Möller an, dass der Magistrat bereits Mitte Mai Haushaltssperren beschlossen habe, die flexibel ein- oder auch ausgesetzt werden könnten. Seit Mai befänden sich zudem Teile der Verwaltung und der Kindergärten in Kurzarbeit. Dadurch habe die Stadt für diesen einen Monat rund 25.000 Euro verbuchen können. Die Verwaltung, so versicherte Möller, arbeite „extrem hart“ daran, das geplante Jahresergebnis in Höhe von 145.000 Euro nicht nur zu halten, sondern dieses trotz der Widrigkeiten zu übertreffen.

Zweigstelle Schlüchtern vor dem Aus?

Übertreffen wird sich die Verwaltung auch bei der Sanierung des Freibades, die sich wegen Corona verzögert hat. Ja nicht einmal der Förderbescheid für das Programm Swim liegt zurzeit vor. Doch jetzt ist Land in Sicht: Wie Möller berichtet, soll der Bescheid am Mittwoch, 9. September, übergeben werden – rund neun Monate später als geplant.

Unmittelbar danach geht es los: Nach der Ausschreibung der Planung erfolgt der Bauantrag, die Erstellung der Leistungsverzeichnisse, die Ausschreibung der Gewerke und schließlich der Umbau selbst. Wann die Arbeiten fertig sein werden, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Das Hallenbad soll übrigens am Montag, 5. Oktober, wieder öffnen.

Steht die Zweigstelle Schlüchtern der Zulassungsstelle des Landkreises vor dem Aus? Möller zumindest berichtete gestern Abend davon, dass „im Zuge der Corona-Krise immer häufiger die eventuelle dauerhafte Schließung der Zweigstelle thematisiert“ worden sei. Aktuell sei geplant, diese zum 1. September wieder zu öffnen.

Termin beim Landkreis „kurzfristig abgesagt“

Bürgermeister Möller erinnerte daran, dass seit 2016 die Kommunen Schlüchtern, Steinau und Sinntal gemäß ihrer Einwohnerzahl jährlich einen Betrag an den Landkreis entrichten, um den Erhalt der Zulassungsstelle zu sichern. Aktuell wurde das Thema jüngst, als unsere Zeitung über den Unmut einiger Autohäuser berichtete, die mit dem Ablauf der Zulassungen nicht einverstanden waren.

Möller fasste diese Kritik nach einem Gespräch mit Vertretern von Autohäusern so zusammen: „Dieses neue System erscheint als ungeeignet für Zulassungen durch den Händler.“ Ein Termin beim Landkreis am 20. August, bei dem die Problematik besprochen werden sollte, sei vom Landkreis „kurzfristig abgesagt“ worden, so Möller.

Bewerbung bis 4. September möglich

Noch bis zu Freitag, 4. September, können sich Gastwirte um die momentan leer stehende Gastronomie in der Stadthalle (bislang „Silentium“) bewerben. Das teilte der Bürgermeister mit. Nach seinen Angaben sei auch die Bewirtung des Saalbereiches (Stadthalle) möglich, aber nicht Voraussetzung. „Eine getrennte Bewirtschaftung wird im Sinne einer flexiblen Nutzung durch Vereine und andere Nutzer favorisiert“, betonte Möller.

Ebenfalls im September will er Vertreter der Innenstadtvereine und andere Nutzer der Stadthalle zu einem Treffen einladen. (ag)

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