Symbolbild: Peter Steffen dpa/lni

Schüler mit kostenlosen Joints geködert: 50-Jähriger zu drei Jahren Haft verurteilt

  • VonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Gelnhausen - Die Neugier der Schülerinnen und Schüler war sein Geschäft: Ein 50-jähriger Gelnhäuser hat an der Anton-Calaminus-Schule in Gründau-Rothenbergen monatelang Marihuana verkauft. Wegen 29 Fällen musste er sich nun vor dem Schöffengericht im Amtsgericht Gelnhausen verantworten.

Drei Schüler und eine Schülerin sagten gegen ihn aus, trotzdem leugnete der mehrfach vorbestrafte Angeklagte bis zum Schluss. Das Schöffengericht verurteilte ihn dennoch zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe.

Die Schülerin war erst 13 Jahre alt, als sie im Herbst 2016 erstmals auf den Angeklagten traf. „Ich habe ihn gefragt, wie man sich danach fühlt“, habe sie in einer Gruppe gestanden, vor der der 50-Jährige mit seinem Roller anhielt. Seine Antwort war eindeutig: Er bot der 13-Jährigen kostenlos einen bereits fertig gebauten Joint an, den sie laut eigenen Angaben zwei Tage später auf dem Wasserspielplatz in Langenselbold rauchte. Anschließend war sie seine Kundin und kaufte mehrfach bei ihm ein.

Die offensichtliche Masche des Dealers: Nach der Kontaktaufnahme am Friedhofsgelände gegenüber der Schule bestellte er seine „Kunden“ meist hinter die Kinzighalle in Roth zur Drogenübergabe. Einige durften zu ihm nach Hause kommen, der Bahnhof und das Gelände von „Möbel Höffner“ oder die Kirche in Rothenbergen waren laut Anklage der Staatsanwaltschaft Hanau weitere Übergabeorte.

Meist verkaufte er nur ein Gramm für zehn Euro, ein inzwischen 17-jähriger Gründauer gab allerdings zu, anlässlich seines Geburtstages auch schon mal für 30 Euro beim Angeklagten „shoppen“ gegangen zu sein. / anz

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