In vollen Schulbussen ist das Abstandsgebot häufig nicht einzuhalten (Symbolbild).
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In vollen Bussen ist das Abstandsgebot häufig nicht einzuhalten (Symbolbild).

Arbeitskreis gegründet

Schulen im Main-Kinzig-Kreis: Busse zu voll - Beginnt der Unterricht zeitversetzt?

Der Main-Kinzig-Kreis hat einen Arbeitskreis „Schulanfangszeiten“ ins Leben gerufen, um die geltenden Abstandsregeln beim Schülertransport gewährleisten zu können.

Schlüchtern - Insbesondere in den ersten Tagen nach Ende der Sommerferien seien teilweise überfüllte Busse zu beobachten gewesen, wie der Kreisausschuss in einer Mitteilung an den Kreistag schildert. „Im ÖPNV gilt zwar die Maskenpflicht, diese wurde jedoch in einigen Fällen missachtet, und verständlicherweise wurde kritisiert, dass überall weitreichende Abstandsregeln einzuhalten sind, diese im ÖPNV aber nicht gelten“, heißt es dort.

Konkret soll ein Arbeitskreis erörtern, wie der Schulträger diesem Phänomen durch verschobene Anfangszeiten des Unterrichts begegnen kann. Dem Arbeitskreis gehören neben Vertretern des Schulamts, der Schulen, der Eltern- und Schülervertretung im Kreis auch Vertreter der Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig (KVG) an.

Land Hessen: Kreise sollen Entzerrung des Unterrichtsbeginns prüfen

Zudem sei seit 7. September ein Sicherheitsdienst im Einsatz, der insbesondere die Bedeckung von Mund und Nase der Fahrgäste kontrollieren soll. Ebenso plant der Landkreis den Einsatz zusätzlicher oder größerer Fahrzeuge auf besonders betroffenen Linien. Die Mehrkosten hierfür beziffert der Kreis für einen Zeitraum bis zum Beginn der Weihnachtsferien beim Schülerverkehr auf rund 36 500 Euro, beim allgemeinen ÖPNV auf mindestens 40 000 Euro.

Überfüllte Busse beim Schülerverkehr waren jüngst auch Thema im benachbarten Wetteraukreis. Dort hatten die Grünen den dortigen Landrat Jan Weckler (CDU) aufgefordert, sich in dieser Sache an Hessens Landesregierung zu wenden. Von dort erhielt Weckler die gleiche Antwort, die wohl auch an den Main-Kinzig-Kreis ging: Bevorzugt sollen die Schulträger eine Entzerrung des Unterrichtsbeginns prüfen. Erst wenn dies nicht umsetzbar ist, sei das Land bereit, den Einsatz zusätzlicher Busse finanziell zu unterstützen. Auch in Fulda wird seit Wochen über einen möglichen entzerrten Unterrichtsbeginn diskutiert.

Der Wetteraukreis hat bereits signalisiert, dass eine Neugestaltung des Schulbeginns mit den eng verzahnten Fahrplänen der dortigen Verkehrsgesellschaft nicht machbar sei. Stattdessen setzt die Kreisverwaltung in Friedberg von vornherein auf den Einsatz von Verstärkerfahrzeugen, darunter auch von Reisebussen. (ag)

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