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Sechs Monate Haft für Schläger vom Steinauer Faschingsumzug

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Steinau - Die Verkleidung als „Glücksbärchen“ hatte einem Mann aus Bad Soden-Salmünster wenig Glück gebracht: Der 21-Jährige wurde nach dem Steinauer Faschingsumzug von einem 23-Jährigen schwer verletzt.

Jetzt bekam der vorbestrafte 23-Jährige aus dem Landkreis Fulda dafür die Quittung. Vor dem Amtsgericht Gelnhausen wurde er zu sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung. Dabei wurde eine verminderte Schuldfähigkeit aufgrund großen Alkoholkonsums berücksichtigt. Außerdem muss er 2600 Euro an den Geschädigten zahlen.

Nach der Vernehmung von Angeklagtem, Opfer und zwei Zeugen ergab sich folgendes Bild: Der Steinauer Faschingsumzug hatte längst sein Ziel am Kumpen erreicht, als es in den frühen Abendstunden oberhalb des Schlosses zu einem gefährlichen Zusammentreffen kam.

Zwei Schläge ins Gesicht

Der Fliedener war zu diesem Zeitpunkt wohl schon reichlich alkoholisiert, als er im Vorbeigehen wohl unbeabsichtigt eine 29-Jährige aus Bad Soden-Salmünster anrempelte. Ihr Begleiter, das spätere Opfer, raunzte den Mann an, er solle sich „verpissen“. Dem kam der 23-Jährige zunächst nach. Doch schon wenige Minuten später kehrte er zurück und schlug dem 21-Jährigen ohne Vorwarnung mit der Faust ins Gesicht. Der fiel zu Boden, rappelte sich hoch und fing sich einen zweiten Schlag ein.

Für das Opfer hatte der Vorfall erhebliche Folgen. Zunächst blutete er stark aus dem Mund und ließ sich von seiner Mutter nach Hause bringen. Am nächsten Tag ging er ins Krankenhaus, wo ein beidseitiger Kieferbruch diagnostiziert wurde. In einer Frankfurter Fachklinik wurde er aufwändig operiert und bekam Metallplatten eingesetzt. Für sechs Wochen ordneten die Ärzte ein Kauverbot an. In dieser Zeit konnte er nur flüssige Nahrung zu sich nehmen. Insgesamt war er ein Dreivierteljahr krankgeschrieben.

Fehlende Erinnerung an Tatzeit

Der Angeklagte machte vor Gericht Gedächtnislücken geltend, räumte lediglich ein, an diesem 2. März beim Faschingstreiben gewesen zu sein. Mittags habe er sich mit „Kumpels“ in Schlüchtern getroffen, wo der erste Alkohol konsumiert wurde. Später ging es mit dem Taxi nach Steinau, um dort zu essen und in einem Discounter neuen Wodka einzukaufen. So gegen 15 Uhr setzt seine Erinnerung aus. Erst an Geschehnisse nach Mitternacht erinnert er sich wieder, als er bei seinen Eltern in Schlüchtern zum Schlafen auftauchte.

Von Schlägen gegen den Kurstädter wusste er nichts mehr. „Kann sein, dass da was war“, stritt er die Tat nicht rundweg ab und entschuldigte sich bei dem Geschädigten. Nicht nur das Opfer, sondern auch ein 24-jähriger Zeuge, erkannte den Schläger vor Gericht wieder.

Langes Vorstrafenregister

Sein Verteidiger schlug eine Einstellung des Strafverfahrens bei Zahlung eines Schmerzensgeldes vor. Gegen diesen Vorschlag wandte sich die Staatsanwaltschaft, auch wegen des langen Vorstrafenregisters. Darin finden sich nicht nur Eintragungen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und gemeinschaftlichen Diebstahls, sondern auch wegen gemeinschaftlichen Raubes sowie gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung sowie Rauschgifthandel. Die Staatsanwaltschaft forderte dann acht Monate Bewährungsstrafe, der Verteidiger lediglich eine Geldstrafe. / ls

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