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Seit einem Jahr gibt es wieder "SLÜ"-Nummernschilder

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Schlüchtern - "Wenn ich mich auf unseren Schlüchterner Straßen umschaue, dann sehe ich immer mehr Autos mit SLÜ-Kennzeichen. Das macht mich auch ein wenig stolz", erklärt Schlüchterns Bürgermeister Falko Fritzsch (SPD).

Seit genau einem Jahr und einem Tag gibt es sie wieder: die historischen SLÜ- und GN- Kennzeichen für Fahrzeuge aller Art. Waren in den vergangenen Jahren nur noch Oldtimer und alte Landmaschinen, die schon vor der Auflösung der ehemaligen Landkreise Schlüchtern und Gelnhausen im Jahr 1974 ihre amtlichen Kennzeichen hatten, mit SLÜ und GN am Nummernschild unterwegs, so finden sich heute immer mehr Menschen, die sich bewusst für die neuen alten Kennzeichen entscheiden.

2531 neue SLÜ-Kennzeichen kann man an Autos im Altkreis Schlüchtern finden. Gleich mehrere dieser begehrten Nummernschilder hat sich Michael Otto aus Elm gesichert, der gestern vor einem Jahr als erster im Kreis seine Autos mit dem historischen SLÜ-Kennzeichen ausstattete. Dafür wartete er damals bereits eine Stunde vor der Öffnung der Zulassungsstelle in Schlüchtern, um seine Wunschkennzeichen zu ergattern: "Schon 1974, als die alten Kennzeichen abgeschafft wurden, war für mich als Lokalpatriot klar, dass ich umsteigen werde, sollten die SLÜ-Kennzeichen wiederkommen." Gesagt, getan. Und diesen Schritt hat er bis heute nicht bereut. Dies kann man schon daran erkennen, dass auch die übrigen Fahrzeuge der Familie mit den Nostalgiekennzeichen ausgerüstet sind.

"Ich habe meinen Hauptamtsleiter beauftragt, ein SLÜ-Kennzeichen zu reservieren", erzählte Bürgermeister Falko Fritzsch Anfang 2013 (wir berichteten). Und tatsächlich, nur wenige Tage später prangte auch am Renault des Rathaus-Chefs ein neues altes Kennzeichen: "SLÜ FF 111". "Die Buchstaben erklären sich wahrscheinlich von selbst. Die Zahl steht für meine Zimmernummer im Rathaus. Ich werde ja auch nicht jünger, und so weiß ich, wenn ich zur Arbeit fahre, wo ich hingehen muss", scherzt der Bürgermeister. Vor der Wiedereinführung der historischen Kennzeichen sahen einige im Kreis das Bemühen von Städten wie Schlüchtern oder Gelnhausen als Affront gegen den Main-Kinzig-Kreis. "Das ist natürlich Quatsch. Mit dem alten SLÜ-Kennzeichen wollten wir lediglich die Verbundenheit zu unserer Heimat ausdrücken", erklärt Fritzsch.

Dies sieht auch der 25-jährige Schlüchterner Niklas Spak so: "Ich habe von meinen Eltern ein SLÜ-Kennzeichen für meinen alten Bus, der vorher mit MKK unterwegs war, zum Geburtstag geschenkt bekommen. Darüber habe ich mich als heimatverbundener Schlüchterner natürlich sehr gefreut."

Im Main-Kinzig-Kreis waren vor der Veränderung der Kfz-Zeichen mit Beginn des Jahres 2013 rund 172 000 Fahrzeuge mit MKK und rund 122 000 mit HU unterwegs. Etwa 600 alte SLÜ-Kennzeichen und 700 mit GN (überwiegend landwirtschaftlich genutzte Fahrzeuge) waren noch im Umlauf.

Hintergrund:

Die historischen Kennzeichen SLÜ und GN waren bis 1974 an den Fahrzeugen in Schlüchtern und Gelnhausen zu finden. Dann, im Zuge der Gebietsreform, als die ehemaligen Landkreise Schlüchtern, Gelnhausen und Hanau zum Main-Kinzig-Kreis zusammengeführt wurden, erhielten die Autos das einheitliche amtliche Kennzeichen "HU" der ehemaligen Kreisstadt Hanau.

Damals wechselten Heubach, Oberkalbach und Uttrichshausen aus dem Altkreis Schlüchtern in den Kreis Fulda (FD), Reinhards in den Vogelsbergkreis (VB).

Erst im Jahr 2005 bekamen die "Main-Kinzig-Kreisler", mit Ausnahme der Bewohner der ehemaligen Kreisstadt Hanau, das amtliche Kennzeichen "MKK".

In Zahlen:

Seit einem Jahr sind neben "MKK" und "HU" auch die historischen Kennzeichen "SLÜ" und "GN" wieder zu haben, und sie werden häufig ausgewählt.

Kreisweite Anmeldungen im Jahr 2013:

SLÜ: 2531

GN: 9853

MKK: 22 165

HU: 11 749

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