Stromkunden auf dem Land zahlen einer Erhebung zufolge zwei Prozent mehr als Städter. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
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Sinntal kommt in Betracht für eine Stromtrasse.

Bürgermeister zur Trassensuche von Tennet

Ullrich: In Sinntal gibt es hohe Hürden gegen Stromleitung

Laut Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD) könnten sechs Ortsteile von Sinntal von der geplanten Stromleitung betroffen sein. Er sieht aber auch hohe Hürden, die einer Verwirklichung in seiner Gemeinde entgegen stehen.

Sinntal - Wie berichtet, sucht der Übertragungsnetz-Betreiber Tennet eine Trasse für eine 380.000-Volt-Leitung, die Strom von Dänemark bis nach Südbayern transportieren soll. Die sogenannte Fulda-Main-Leitung soll Dipperz im Landkreis Fulda mit Bergrheinfeld in Unterfranken verbinden. Der Suchkorridor hat eine Breite von 40 Kilometern, was auch das Sinntaler Gemeindegebiet in den Fokus rückt.

Laut Bürgermeister Ullrich soll die Verbindung weitgehend als Freilandleitung, also überirdisch verlegt werden. Teile der Gemeinde lägen im gegenwärtig bekannten Untersuchungsraum. Tennet sei damit beschäftigt, diesen Untersuchungsraum als Grobkorridor zu analysieren und darin einen 1000 Meter breiten Trassenkorridor zu entwickeln.

Bürgermeister Ullrich nennt Argumente gegen Stromtrasse in Sinntal

Mit der Maßgabe, dass Streckenbündelungen angestrebt werden, könnten der Trassenverlauf der Gas-Loopleitung SannerzRimpar, der Verlauf der ICE-Schnellbahnstecke WürzburgHannover sowie die SuedLink-Erdkabeltrasse durchaus in die engere Planung einbezogen werden.

„Der uns aktuell bekannte Untersuchungsraum betrifft den Teil östlich von Sinntal-Sterbfritz. Betroffen wären damit die Ortsteile Oberzell, Weichersbach, Züntersbach, Schwarzenfels, Mottgers sowie Altengronau“, führt Ullrich aus. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt steht nach seiner Ansicht fest, dass auf einem Großteil des Untersuchungsraums sehr hohe sowie hohe Raumwiderstände bekannt sind. Weiterhin bestehe für einen erheblichen Flächenbereich ein Biotop- und Gebietsschutz aufgrund ausgewiesener FFH- (Flora-Fauna-Habitat) und Naturschutzgebiete.

Derzeit bereite die Gemeinde Sinntal eine Stellungnahme an Tennet vor. Ullrich erklärt: „Darin werden wir nochmals verbindlich und konkret auf die vorhandenen Raumwiderstände aus Wasser-, Biotop- und Gebietsschutz sowie die schützenswerte Bewaldung eingehen. Mit Blick auf das Schutzgut Mensch und Landschaft sprechen wir uns weiterhin gegen mögliche Streckenbündelungen aus, da diese eine Überbündelung zur Folge hätten“, so Ullrich. (ag)

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