Nach dem Ende der NABU-Ortsgruppe wollen sich die ehemaligen Vorstandsmitglieder und Aktiven weiter für die Natur einsetzen.
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Nach dem Ende der NABU-Ortsgruppe wollen sich die ehemaligen Vorstandsmitglieder und Aktiven weiter für die Natur einsetzen.

Kein neues Führungsteam

Jetzt ist Schluss: Nach nur zwei Jahren löst sich die NABU-Ortsgruppe Sinntal auf

Kein neues Führungsteam: Nach nicht einmal zwei Jahren ist die NABU-Ortsgruppe Sinntal bereits Geschichte.

Schwarzenfels - Nachdem der achtköpfige Vorstand geschlossen und mit sofortiger Wirkung seine Ämter niedergelegt hatte, fand sich bei der außerordentlichen, schwach besuchten Mitgliederversammlung am Freitag in der Schwarzenfelser Gaststätte Wittenzellner kein neues Führungsgremium mehr.

Neben den Vorstandsmitgliedern waren lediglich zwei weitere Aktive zu dem Treffen erschienen. Die nun ehemalige Vorsitzende, Barbara Merx, bedauerte die geringe Resonanz, war aber nicht überrascht: „Das hat sich abgezeichnet“, wie sie zu Beginn der Sitzung erläuterte. Denn die meisten der 147 Mitglieder der NABU-Ortsgruppe Sinntal sind passive Mitglieder, unterstützen das Engagement der Naturschützer zwar finanziell, halten sich aber aus den Aktivitäten weitestgehend heraus, so Merx.

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Ortsgruppe unzufrieden mit Landes- und Bundesverband

Die anwesenden Vorstandsmitglieder bekräftigten nochmals die Niederlegung ihrer Ämter; niemand hatte in der Zwischenzeit seine Meinung geändert. Deutlich wurde an diesem Abend aber auch: Keiner hat es sich mit dieser Entscheidung leicht gemacht, doch jeder für sich hatte sie schon seit Längerem im Kopf getroffen, unabhängig voneinander.

Hauptgrund für den geschlossenen Rücktritt sei die Unzufriedenheit mit den Positionen des NABU-Landes- und Bundesverbands, etwa im Hinblick auf das Thema Windkraft oder die Zentralisierungsbestrebungen, die zu Lasten der ehrenamtlich organisierten Orts- und Kreisgruppen gehen würden, hieß es.

Passive Mitglieder gehören nun zum Steinauer Ortsverein

Jene Entwicklungen hätten die Vorstandsmitglieder der Ortsgruppe „zunehmend besorgt und kritisch verfolgt“, da sich diese ihrer Ansicht nach nicht mit den ursprünglichen Grundgedanken des NABU deckten – und auch nicht mehr mit den eigenen Auffassungen und Haltungen vereinbar seien. „Der NABU ist nicht unser Feind“, stellte Merx fest und fügte hinzu: „Aber wir wollen uns nicht verbiegen.“ Im Oktober werden zwei Mitglieder des zurückgetretenen Vorstands noch einmal auf der Regionalversammlung in Hofheim (Taunus) Stellung beziehen und ihre Meinungen einbringen.

Nach dem Ende der Ortsgruppe Sinntal sind die passiven Mitglieder auch künftig beim NABU registriert, zahlen ihre Beiträge wie gewohnt und gehören dann wieder – wie vor der Gründung der Gruppe – dem Steinauer Ortsverein an. Die gesammelten Dokumente des aufgelösten Vereins werden aktualisiert und von Merx archiviert.

Ehemalige Vorsitzende Merx: „Wir treten den Leuten auf die Füße“

Der kleine Kreis der Aktiven möchte sich weiter für die Vielfalt und den Schutz der heimischen Natur, bedrohter Tier- und Pflanzenarten sowie den Erhalt von Lebensräumen einsetzen und begonnene Projekte fortführen, etwa die Wasseramselwanderungen, die Kitzrettung, die Schaffung von Blühflächen oder die Wildtierpflegestation in Sterbfritz.

Neue Ideen sollen umgesetzt werden. „Wir bleiben aktiv und rege“, bekräftigte die ehemalige Beisitzerin Christine Föller. „Und wir treten den Leuten auf die Füße“, ergänzte Merx, bevor sie die letzte Mitgliederversammlung schloss. (kat)

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