Die Biologin Yvonne Walther steht vor einem Baum.
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Die Biologin Yvonne Walther ist Sprecherin der Naturschutzinitiative-Regionalgruppe Kinzig-Spessart.

Naturschutzinitiative

Regionalgruppe „Kinzig-Spessart“ wächst: 30 Mitglieder setzen sich seit Oktober für Artenschutz ein

  • vonMarius Scherf
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Erst im Jahr 2020 hat sich die Regionalgruppe „Kinzig-Spessart“ der Naturschutzinitiative (NI) gegründet. Die Mitglieder wollen sich in Sinntal und der Region vor allem für mehr Artenschutz engagieren und ausschließlich im Sinne der Natur handeln.

Sinntal - Mittlerweile sei die NI-Regionalgruppe auf mehr als 30 Mitglieder angewachsen. Die neue Gruppe will sich in möglichst vielen Bereichen des Naturschutzes im Main-Kinzig-Kreis engagieren, wie es in einer Pressemitteilung der NI heißt.

Die Aktiven seien größtenteils schon sehr lange im Naturschutz tätig. Allerdings habe sich bei ihnen eine gewisse Verdrossenheit über die etablierten Naturschutzverbände eingestellt. „Der Wunsch, ausschließlich im Sinne der Natur zu handeln, ohne sich wirtschaftlich oder politisch abhängig zu machen, soll von jetzt an authentisch gelebt werden“, heißt es.

Sinntal: Regionalgruppe der Naturschutzinitiative setzt sich für Artenschutz ein

Die Sprecherin der Regionalgruppe, Diplom-Biologin Dr. Yvonne Walther, fasst eine Umfrage unter den Mitgliedern zusammen: „Wir wünschen uns einen ehrlichen Natur-, Arten- und Biodiversitätsschutz, der das gesamte Ökosystem mit seinen für die Artenvielfalt wichtigen Lebensräumen in den Blick nimmt.“

So gab die Regionalgruppe der NI bereits im Dezember 2020 ihre erste umfangreiche Stellungnahme im Zuge der Regionalplanung Südhessen ab. Hierbei ging es um erhebliche artenschutzrechtliche Bedenken gegen eine Windvorrangfläche in einem 80 Hektar großen Waldgebiet in Sinntal. (Lesen Sie hier: Paradies für bedrohte Arten: Teichanlage in Gemeinde Poppenhausen wird naturnah umgestaltet)

Naturschutzinitiative

Die Naturschutzinitiative (NI) ist ein gemeinnütziger, bundesweit anerkannter und unabhängiger Naturschutzverband mit fast 15 000 Mitgliedern. Die NI hat sich zum Ziel gesetzt, Landschaften, Wälder und Wildtiere zu schützen. Der Verband ist in den einzelnen Kreisen und Regionen durch mehr als 20 ehrenamtlich tätige Länder- und Fachbeiräte mittlerweile in ganz Hessen vertreten.

Anfang Januar folgte bereits die zweite Stellungnahme, in der die NI eine Trassenführung der Tennet-Hochspannungsleitung „Mecklar-Bergrheinfeld“ durch die Kuppenrhön und den östlichen Spessart aus naturschutzfachlichen Gründen ablehnt.

Gruppe Kinzig-Spessart besteht seit Oktober 2020

Zu Beginn dieses Jahres erarbeitete die Gruppe Kinzig-Spessart nach eigenem Bekunden weitere Stellungnahmen zu den Pflegeplanungen 2021 in Naturschutzgebieten im Zuständigkeitsbereich der Forstämter Jossgrund und Schlüchtern.

Der streng geschützte Feldhamster bot Anfang März den nächsten Anlass für die NI-Gruppe, um tätig zu werden. So hat der Umweltverband einen vorübergehender Baustopp auf einem Bauabschnitt in Hanau-Mittelbuchen gefordert, um die Tötung der gefährdeten Art zu verhindern.

Veranstaltungen geplant: Auch Schachblumenwiesen sollen besucht werden

Obwohl die Regionalgruppe erst seit Oktober 2020 besteht, seien „schon viele Projekte auf den Weg gebracht worden“, meinen die Mitglieder. Nicht nur alte, sondern auch junge Mitglieder brächten sich aktiv ein.

Wenn die Situation es zulässt, seien Vortragsreihen zu verschiedenen Themen geplant. Als erste Veranstaltung ist Ende April eine Führung zu den Schachblumenwiesen bei Altengronau durch deren langjährige Betreuerin Irmgard Schultheis geplant.

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