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25 Sozialstunden für 18-jährigen Dieb nach Rangelei mit Verkäuferin

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Gelnhausen - Verschüchtert und wortkarg saß der 18-Jährige auf der Anklagebank im Amtsgericht Gelnhausen. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Hanau waren ihm spürbar unangenehm. Dabei hatten sie Gewicht: Diebstahl und Körperverletzung.

Der junge Mann aus Birstein war im März 2018 kurz nach 9 Uhr in einen Drogeriemarkt in Wächtersbach gegangen. Dort packte er Produkte wie Duschgel, Zahnpasta, Handrasierer und Klingen in seinen Rucksack. Gesamtwert: 74,20 Euro. An der Kasse bezahlte er allerdings nur eine Gesichtsmaske.

Die Kassiererin ließ sich jedoch nicht täuschen und verlangte, einen Blick in das Gepäckstück werfen zu dürfen. Da packte den Beschuldigten die Angst. Er holte die Diebesware aus der Tasche und versuchte, Fersengeld zu geben. Eine Verkäuferin eilte hinterher und wollte ihm den Rucksack entreißen, was nicht gelang, weil der Angeklagte an der anderen Seite zerrte.

Prellungen, Abschürfungen, Zerrung

Letztlich konnte der Täter aufgehalten werden. Allerdings verletzte sich die resolute Mitarbeiterin. Sie zog sich Prellungen und Abschürfungen am Arm sowie eine Zerrung der Hand zu. Die Staatsanwaltschaft Hanau wollte die Angelegenheit im Vorfeld mit dem jungen Birsteiner klären und mit der Verpflichtung zur Ableistung von Arbeitsstunden aus dem Weg räumen.

Doch der Angeklagte meldete sich auf den Vorschlag hin nicht. Ebenso ging er auf ein Gesprächsangebot des Jugendamts nicht ein. So kam es nun zur Gerichtsverhandlung. Dort räumte der Heranwachsende ein, die Termine aus Angst nicht wahrgenommen zu haben. Es tue ihm alles leid.

25 Sozialstunden

Keinesfalls habe er die Verkäuferin verletzen wollen. Das Diebesgut habe er nicht für sich allein nutzen, sondern in der Familie verteilen wollen. Damit wollte er sein schlechtes Gewissen in einem anderen Punkt etwas beruhigen. Bei der Feier seines 18. Geburtstages hatte ein Kumpel eine Glastür beschädigt. Ein Sachschaden von rund 3000 Euro, den der Verursacher bis heute nicht beglichen hat, sondern für den seine Eltern aufkommen mussten.

Ohnehin sei es ihm in diesem Zeitraum nicht gut gegangen. Wegen einer ansteckenden Erkrankung habe er die Schule nicht besuchen dürfen. Das wiederum habe bei ihm zu psychischen Problemen und Schlafstörungen geführt. Jetzt gehe es ihm wieder besser. Letztlich stimmte er dem Vorschlag von Richterin Petra Ockert zu, das Strafverfahren einzustellen. Aber er muss in den nächsten drei Monaten 25 Sozialstunden leisten. / ls

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