Noch ist unklar, wie in Gründaus Rathaus die Ankündigung von Malte Jörg Uffeln angekommen ist.
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Noch ist unklar, wie in Gründaus Rathaus die Ankündigung von Malte Jörg Uffeln angekommen ist.

Streit geht weiter

SPD und FWG fordern Distanzierung von Uffeln und Marx - Gründaus Bürgermeister unter Druck

Die „Konservativen Bürger Gründau“ (KBG) wollen bei der nächsten Kommunalwahl an den Start gehen und Bürgermeister Gerald Helfrich unterstützen. Fast zwei Wochen sind nun seit dieser Ankündigung von Steinaus Noch-Bürgermeister Malte Jörg Uffeln vergangen, Helfrich äußerte sich bislang nicht dazu. 

Gründau/Steinau - SPD-Parteichef Florian Adam-Neumann hat den Rathauschef in Gründau nun öffentlich aufgefordert, sich von den KBG zu distanzieren. Auch die FWG fragt sich in einer Pressemitteilung, „ob und inwieweit der Bürgermeister die Wertevorstellungen der neuen rechten Wählergemeinschaft teilt. Und wann damit zu rechnen ist, dass sich Helfrich zu dieser bekennt.“

Adam-Neumann hofft, dass die Politik in der Gemeinde nun nicht nach rechts abdriftet, wenn Steinaus Bürgermeister Malte Jörg Uffeln und Ex-AfD-Bürgermeisterkandidat Marcus Marx Einzug in die Gründauer Kommunalpolitik halten.

Seitenhieb auf Malte Jörg Uffeln und Marcus Marx

Die CDU sieht „das aktuelle Angebot demokratischer Alternativen in der Gründauer Gemeindevertretung mit SPD, FWG und CDU als breit genug an“, wie Parteivorsitzender Volker Skowski auf Anfrage mitteilt. Die Zusammenarbeit sei zunehmend konstruktiv und respektvoll.

Zwei, die sich nicht nur gut verstehen, sondern sich auch bald in der Gründauer Politik wiedersehen werden: Bürgermeister Malte Jörg Uffeln (rechts) und dessen Gründauer Amtskollege Gerald Helfrich. (Archivfoto)

Einen Seitenhieb auf Uffeln und Co. hat Skowski auch parat: „Die Menschen in Gründau wollen in diesen Zeiten zuverlässige Problemlöser statt Theaterdonner.“ Uffeln war selbst in jungen Jahren Mitglied in der CDU, später bei der FWG, aus der er erst im Februar ausgetreten war.

FWG schlagen zurück

Die Freien Wähler fühlen sich laut einer Mitteilung zu Unrecht von ihm angegriffen. In einem Leserbrief vom 4. Mai habe Uffeln die alten Größen der FWG benutzt, um sich über den aktuellen Zustand der Wählergemeinschaft in Gründau zu beklagen.

„Damit unterstellt er praktisch, dass seine neue politische Gruppierung, die sich deutlich rechts von der CDU positioniert, die geistigen Nachfolger der FWG wäre. Damit beschädigt er das politische Erbe von August Imhof und Helmut Rödl“, betonen die Freien Wähler. Und weiter: „In Wahrheit war und ist die FWG Gründau schon immer im politischen Spektrum der Gemeinde zwischen der SPD und der CDU angesiedelt.“

Heftige Diskussionen in der Gründauer Politik

Die Situation der Politik in Gründau zu Beginn der aktuellen Wahlperiode sei dadurch gekennzeichnet gewesen, dass es zu heftigen Diskussionen innerhalb der Parteien, aber speziell auch mit dem Bürgermeister gekommen sei, wodurch zum Teil wichtige Entscheidungen verzögert worden seien.

Mittlerweile habe sich die Situation deutlich verbessert und es komme in der letzten Zeit, entgegen der Darstellung von Uffeln, zu „sehr positiven Kompromissen im Sinne der Gründauer Bürger“, so die FWG. Dabei sei zum Beispiel die Verabschiedung des Haushaltes und die Entscheidung für ein Gegengutachten zur Fliegenplage zu nennen.

Die FWG Gründau weist darauf hin, dass es im Rahmen der Kooperation mit der CDU in der Vergangenheit teilweise zu politischen Entscheidungen gekommen sei, „die aus heutiger Sicht anders zu bewerten wären“.

FWG: KBG wollen unrechtmäßig Profit schlagen

Die FWG Gründau sieht sich in der Mitte der politischen Landschaft und stehe traditionell, aber auch in der Zukunft für eine solide Haushaltspolitik, eine effiziente finanzielle Kontrolle der größeren Investitionsvorhaben, dem bedarfsgerechten Ausbau der Kinderbetreuung. „Die Ausweisung von Neubaugebieten und die Gewerbeansiedlung wird von uns immer kritisch betrachtet, damit Gründau als ‚Gemeinde im Grünen‘ seinen Charakter erhält und die Dorfkerne nicht weiter verarmen.“

Gründaus Ex-AfD-Bürgermeisterkandidat Marcus Marx.

Ob in der noch nicht erfolgten Distanzierung Helfrichs zur neuen Wählergemeinschaft ein Hinweis auf die künftige politische Ausrichtung der Gemeinde abgeleitet werden kann, wird sich in der Zukunft zeigen, meint die FWG. Die aktuelle Präsentation der KBG könne man nur so interpretieren, „dass in Vorbereitung auf die Kommunalwahl 2021 auch die Populisten ihren Platz finden wollen. Dabei versuchen sie durch überspitzte Darstellung der Situation der Gründauer Gemeindepolitik für sich unrechtmäßig Profit zu schlagen“.

FWG hoffen: Bürger lassen sich nicht blenden von „Gründau zuerst“

Die FWG Gründau gehe derweil mit Zuversicht in den Kommunalwahlkampf, mit der Überzeugung, dass sich die Bürger von dem an den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf angelehnten „Gründau zuerst“ nicht blenden lassen.

Auf Anfrage unserer Zeitung betonte Uffeln, dass er sich erst nach dem 1. August zu dieser Sache äußern werden, „wenn überhaupt“. Gründauer Themen hätten außerdem mit der Steinauer Kommunalpolitik rein gar nichts zu tun.

pfz, re, sim

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