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Schlüchtern wird nach dem Willen des Landes Hessen „Mittelzentrum Plus“.

Land hat entschieden

Stadt Schlüchtern jetzt als „Mittelzentrum Plus“ eingestuft

Die Bedeutung Schlüchterns steigt, das bestätigt jetzt auch der neueste Entwurf des Landesentwicklungsplans. Er weist die Bergwinkelstadt als „Mittelzentrum Plus“ aus. Das hat weitreichende Bedeutung für die Entwicklung der Stadt und aller Stadtteile.

Schlüchtern - Schlüchtern wird nach dem Willen des Landes Hessen „Mittelzentrum Plus“. Das hat der Entwurf des neuesten Landesentwicklungsplans ergeben, der gerade veröffentlicht wurde. Der Landesentwicklungsplan regelt die räumliche Entwicklung in Hessen, hat also Antworten auf die Fragen: Wo werden Behörden angesiedelt? Welche Fördermittel gibt es? Wie schnell und umfangreich werden Bau- und Gewerbegebiete ausgewiesen? Je höher die Einstufung, desto mehr Möglichkeiten hat eine Gemeinde bei all diesen Fragen.

Bürgermeister Matthias Möller möchte da aber noch nicht aufhören, heißt es in der Mitteilung weiter. Sein Plan: Schlüchtern für die Zukunft als „Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums“ aufzustellen. Entsprechende Schritte hat die Stadtverwaltung bereits unternommen.

Auf Augenhöhe mit Bruchköbel und Gelnhausen

Er sagt: „Es ist folgerichtig, dass wir jetzt als Mittelzentrum Plus eingeordnet werden. Das ist eine direkte Konsequenz der vielen angestoßenen Projekte.“ Die Stadt Schlüchtern war bislang als „Mittelzentrum“ ohne den Zusatz eingestuft worden. Im Main-Kinzig-Kreis befindet sich Schlüchtern damit nun auf Augenhöhe mit Bruchköbel und Gelnhausen, die als einzige ebenfalls in dieser Kategorie eingeordnet wurde.

Schlüchterns bedeutende Versorgungsfunktion in der Region wird durch die Auszeichnung als Mittelzentrum Plus im Landesentwicklungsplan noch mehr betont - auch für die umliegenden Städte und Gemeinden Steinau an der Straße, Sinntal, Flieden und Kalbach sowie Neuhof und Freiensteinau.

An allen Ecken und Enden

Die Stadt Schlüchtern packt an allen Ecken und Enden an: Mehr als 30 Projekte laufen derzeit in der Bergwinkelmetropole. Eine Auswahl: Entwicklung des Langer-Areals zur Neuen Mitte, Entwicklung des Knothe-Areals, des Norma-Geländes und der Krämerstraße, Ausweisung neuer Baugebiete, Neubau der Kreissparkasse.

Bürgermeister Möller stellt heraus: „Wir verfolgen mit den vielen Projekten einen ganzheitlichen Plan. Nur so gelingt eine sinnvolle und zukunftsfähige Stadtentwicklung.“

Die Stadt müsse sich in Zukunft schließlich vielen Herausforderungen stellen. Möller zählt auf: „Wie wirken wir dem demographischen Wandel entgegen? Wie machen wir Schlüchtern attraktiv für Familien? Wie für die Wirtschaft und für junge Start-ups? Wie behalten wir unseren hohen Stellenwert als Kunst- und Kulturstandort bei? Und wie den als renommierten Bildungs- und Gesundheitsstandort?“ Ziel sei es, so Möller, die Bereiche Leben, Wohnen und Arbeiten gleichermaßen hochwertig und vollständig zu bedienen.

Fit für die Zukunft

Die Antwort auf all diese Fragen könne deshalb nur lauten: „Konsequente und planvolle Stadtentwicklung“, sagt Möller. Der neue Landesentwicklungsplan untermauere diese These und belohne die bislang geleistete Arbeit. Möller: „Wir müssen jetzt alle angestoßenen Projekte zielstrebig zu Ende bringen. Und wenn es der Sache dient, müssen wir auch neue Teilziele definieren.“

Der Bürgermeister will Schlüchtern fit machen für die Zukunft: als mögliches Mittelzentrum mit Teilfunktion eines Oberzentrums, um noch mehr Türen für Menschen und Gewerbe zu öffnen.

Zu diesem Zweck wird die Stadt in Form von einschlägigen Schriftsätzen nach der nächsten Stadtverordnetensitzung beim Plangeber vorstellig werden.

Möller abschließend: „Jetzt ist die Zeit, an geeigneter Stelle unsere Stärken zwischen den Ballungszentren Frankfurt und Fulda aufzuzeigen.“

„Wichtiges und richtungsweisenden Ereignis“

Axel Ruppert, Vorsitzender des Gewerbevereins Verein für Wirtschaft und Tourismus Schlüchtern (WITO), empfindet die Einstufung als Mittelzentrum Plus für Schlüchtern als ein wichtiges und richtungsweisenden Ereignis. Schließlich sei Schlüchtern einmal Kreisstadt des Altkreises Schlüchtern gewesen und hatte aber in der jüngeren Vergangenheit im gemeinsamen Main-Kinzig-Kreis durch den Abzug von Ämtern und Verwaltungen an Geltung verloren. Die neue Einstufung und auch die Pläne von Bürgermeister Matthias Möller zur weiteren Entwicklung könne der WITO nur begrüßen.

Er erläutert weiter: „Die aktuell laufenden Projekte zeigen auch nach außen die aufstrebende Dynamik und wecken Interesse an Schlüchtern als Wohn- und Arbeitsstandort. Doch auch die Funktion Schlüchterns über die Stadtgrenzen hinaus als Einkaufsstadt, als Zentrum für medizinische Versorgung und nicht zuletzt als großer Schulstandort werden mit der Einstufung als Mittelzentrum Plus nochmals untermauert.“

Halt, Sicherheit und Zuversicht

Eine klare, starke Zukunftsvision sei in der heutigen, schnelllebigen Zeit wichtiger denn je, macht Ruppert deutlich. Der positive Blick nach vorne gebe Halt, Sicherheit und Zuversicht. Es gehe mit großen Schritten voran und aufwärts. Er betont: „Schlüchtern positioniert sich damit klar als Magnet zwischen den Zentren Frankfurt und Fulda. Es zeigt sich, wie wichtig die strategische Planungsarbeit und Weitsicht der Schlüchterner Stadtverwaltung sind. Wir wünschen uns, dass die Politik uns weiterhin so positiv unterstützt und danken gleichzeitig für die konstruktive Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Die Erfolge bestätigen, dass die eingeschlagenen Wege die richtigen sind und auch in Zukunft aktiv und mit Kraft begangen werden müssen. Vom Main-Kinzig-Kreis wünsche ich mir künftig wieder vermehrt die Ansiedlung von Ämtern und Verwaltungen des Kreises in Schlüchtern, dies würde den Menschen im Ostkreis sehr zugute kommen.“

mal

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